Die Planungen für ein mögliches Zentralbad für Villingen-Schwenningen schreiten voran. Nun wurden die Standorte hierfür ausgelotet. Vonseiten der Bäder VS gibt es einen Favoriten, den die Stadträte noch bestätigen müssen.
Die Entscheidung, ob Villingen-Schwenningen tatsächlich ein Zentralbad erhält, liegt letztlich in den Händen der Bürger. Dennoch wird der Weg dorthin jetzt geebnet. Als nächster Schritt stehen die Standorte zur Debatte – dort hat sich bereits ein Favorit herauskristallisiert.
Denn wie die Stadtverwaltung bekannt gibt, dürfen die Stadträte in der kommenden Gemeinderatssitzung über jene Orte diskutieren, die für das gemeinsame Bad in Frage kommen. Zuvor habe man verwaltungsintern und gemeinsam mit den Verantwortlichen der Bäder VS GmbH verschiedene Standortbereiche diskutiert.
Diese seien, wie die Stadt in der Vorlage für den Gemeinderat erklärt, anhand von verschiedenen Standortkriterien – darunter technische Erschließung, Erreichbarkeit, Topografie, Flächenverfügbarkeit und stadtstrukturelle Einbettung sowie Synergien – betrachtet worden.
Drei Flächen unter die Lupe genommen
Bewusst habe man sich nicht auf exakte Grundstücke festgelegt, sondern vielmehr Standortbereiche unter die Lupe genommen. Aus der Vorlage wird ersichtlich, dass es drei Standorte in den engeren Kreis geschafft hatten. Dabei handelt es sich um Flächen beim Klosterhof, gegenüber der IHK und des Holiday Inn entlang der Verbindungsstraße zwischen Villingen und Schwenningen sowie im Waldstück zwischen dem Kreisverkehr am Hölzlekönig und dem Landwirtschaftsbetrieb Brunnenhof in Schwenningen.
Favorisiert worden sei – zumindest von den Mitgliedern des Aufsichtsrats von Bäder VS – der Standort am Klosterhof. Die Gründe liegen auf der Hand: die zentrale Lage und die perfekte Synergie mit dem weiteren Freizeitangebot in der Nachbarschaft. So befindet sich dort die Boulderhalle und ein Skatepark, zudem laufen Planungen für eine Actionhalle, die im Jahr tausende Besucher anlocken soll.
Anbindung erscheint ideal
Auch die Anbindung wird als großer Pluspunkt gewertet. Denn das Bad könnte sowohl vom Nordring als auch vom Schilterhäusle her über eine Verlängerung der Europaallee erreicht werden, der Bereich ist in das ÖPNV-Netz integriert und auch mit dem Rad erreichbar. Einzig eine Ringzughaltestelle gibt es hier nicht.
Da im Rahmen der Realisierung des neuen Wohngebiets Lämmlisgrund auch in diesem Bereich die Schul- und Sportinfrastruktur ausgebaut werden soll, sieht die Verwaltung das Bad als ideale Komplettierung des Angebots.
Kosten von bis zu 57 Millionen Euro
Vorgestellt werden im Rahmen der Gemeinderatssitzung auch die möglichen Varianten. Im Aufsichtsrat sprach man sich dafür aus, dass in dem Zentralbad ein „störungsfreier Parallelbetrieb zwischen Freizeit einerseits und Wettkampf/Verein/Schulschwimmen anderseits“ ermöglicht werden soll.
Möglich wird dies mit zwei Varianten, die man bislang ausgearbeitet hat. In beiden Fällen wären insgesamt fünf Becken mit einer Gesamtwasserfläche zwischen 1500 und 2000 Quadratmeter notwendig. Die Kosten würden – nach derzeitiger Prognose – dann zwischen 42 und 57 Millionen Euro betragen.
Bürgerentscheid am 9. Juni 2024
Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die Entscheidung über die Realisierung eines gemeinsamen Bads bei einem Bürgerentscheid am 9. Juni 2024 getroffen wird. Sollte das Zentralbad von den Bürger abgelehnt werden, würde dies automatisch zur Entscheidung für eines neues Stadtteilbad führen, da das Villinger Hallenbad baufällig ist.
Hierfür waren neue Standorte am Sportplatz Goldenbühl, der ehemaligen Saba, am Friedengrund und bei den Stadtwerken diskutiert worden. Man kam jedoch zum Schluss, dass der derzeitige Platz am Hubenloch – aufgrund der guten Erschließung und der Komplettierung des Sportangebots – weiterhin ideal ist.