In der Sitzung des Gemeinderats Dietingen wurde die nächste Etappe für den Bau eines Lebensmittelmarkts genommen. Die Verwaltung zeigt sich mit der Planungsphase zufrieden und geht auf die Bedenken der Anwohner ein.
Im Rahmen des Planungsverfahrens für das „Sondergebiet Lebensmittelmarkt“ stellte Andre Leopold vom Rottweiler Ingenieur und Planungsbüro die bisherigen und weiteren Schritte vor. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für die öffentliche Auslegung der angepassten Pläne.
Die ersten Arbeiten haben begonnen. Auf der vorgesehenen Fläche wurden einzelne Bäume gefällt. Dies ist auch den zahlreichen Besuchern der Sitzung des Dietinger Gemeinderats aufgefallen. Nach dem Auslegungsbeschluss wurden die Anregungen der Bevölkerung und der Behörden detailliert besprochen.
Laut Leopold sei man „einen ordentlichen Schritt weiter in der Realisierung des Projekts“. Er ging auf die eingegangenen Anregungen und Hinweise ein und erklärte am Plan, welche Änderungen schon eingeflossen sind.
Das Lärmschutzgutachten
So wurde die Sitzung eine Woche nach hinten verschoben, damit das Gutachten zum Lärmschutz und den Lärmimmissionen in schriftlicher Form vorlag.
Daraus ergäbe sich, dass das nahe liegende Wohngebiet nicht unzulässig beeinträchtigt sei. Auch das erwartete höhere Verkehrsaufkommen auf der Kreisstraße hätte keinen Einfluss auf die Anlieger. Auf den geplanten Markt und seine Mitarbeiter schon, deshalb würden dort bauliche Schutzmaßnahmen eingeplant.
Linksabbiegespur geändert
Die Anregungen des Polizeipräsidiums Konstanz zur Verkehrssicherheit bezüglich der Linksabbiegespur und der Fußgängerquerung wurden in den Plan aufgenommen. So wird es keinen Fußgängerüberweg aus Richtung des Friedhofs geben.
Die vorgesehene Versiegelung der Fläche wurde um zehn Prozent auf 80 Prozent angehoben. Daraus und durch den Eingriff in die Natur werden Ökopunkte fällig. Das heißt, es müssen Ausgleichsmaßnahmen getätigt werden. Zum Beispiel: Acker, der zur Wiese renaturiert wird. Da aber das Umweltkonto der Gemeinde gut gefüllt ist, können die anstehenden 120 000 Ökopunkte daraus entnommen werden.
Hanglage herausfordernd
Die Topographie des Geländes spielt bei der Planung eine große Rolle. Durch die Lage muss ein Teil des Hangs abgetragen, Stützmauern müssen zur Sicherung gebaut werden. Das Gefälle auf dem Parkplatz wurde mit sechs Prozent eingeplant.
Deshalb gestalte sich die Planung zur Ableitung des Schmutzwassers als herausfordernd, doch laut Leopold hätte man eine Lösung gefunden. Die Rohrleitung des Zweckverbands Wasserversorgung am Oberen Neckar, die vor etwa zwei Jahren am Ortsausgang verlegt worden sei, müsse im Zuge der Bauarbeiten tiefer gelegt werde.
Kein höheres Lärmaufkommen
Der Projektplaner ging ebenso auf die Bedenken der Anrainer ein. Er wies wegen der Sorge des höheren Lärmaufkommens auf das Gutachten der Firma Kurz und Fischer aus Winnenden hin, welches besage, dass keine weiteren Lärmschutzmaßnahmen notwendig seien.
Die Sorgen über die unberechtigte Nutzung des Geländes bei Nacht könne man im Voraus „nie ausschließen“. Dies sei, wenn es so käme, dann ein Fall für das Ordnungsamt. Zur Wahl des Standorts können die Bürger die ausführliche Begründung einsehen. Er verstehe Vorbehalte, in denen ein möglicher Wertverlust von angrenzenden Grundstücken befürchtet werde. Ein fußläufiger Lebensmittelmarkt sei objektiv eher eine Aufwertung für die ganze Infrastruktur.
Baubeginn im Frühjahr
Die Verwaltung wird die Pläne jetzt für die Öffentlichkeit vier Wochen zur Einsicht offenlegen.
Diese können im Internet aber auch bei der Gemeinde eingesehen werden. Die öffentlichen Stellen und die Bevölkerung könne in diesem Zeitraum Rückmeldung geben. Man sei aber im Zeitplan. Der angestrebte Baubeginn in diesem Frühjahr sei realistisch.