Die Stadt will im März mögliche Standorte für das Großprojekt präsentieren – nach Recherchen unserer Zeitung gibt es einen klaren Favoriten. Doch bis in Lahr die künstliche Welle geritten wird, gibt es noch einige Punkte zu klären, etwa die Nähe zur Wohnbebauung.
Bereits im vergangenen Sommer gab der Gemeinderat grünes Licht für die Untersuchung von vier potenziellen Flächen für den Bau eines Surfparks in Lahr. Der Verwaltung wurde aufgetragen, anhand eines Kriterienkatalogs den Zuckerhof (bei der Autobahn), die Stadteinfahrt Nord (an der B 415), die Rheinstraße Nord (Flugplatz bei Hugsweier) und das Areal südlich des Seeparks genauer unter die Lupe zu nehmen. Das ursprüngliche Ziel, noch 2024 die Ergebnisse vorzulegen und bestenfalls eine Entscheidung im Gemeinderat herbeizuführen, wurde Ende des Jahres kassiert und auf das kommende Frühjahr verschoben. Tatsächlich nimmt das Projekt nun wieder Fahrt auf.
„Die Stadtverwaltung wird im März 2025 eine Beschlussvorlage zum Thema Surfpark in die Gremien einbringen“, ließ die Pressestelle im Rathaus am Montag auf Anfrage unserer Redaktion wissen.
Es bräuchte mehr Platz als ursprünglich geplant
Guido Schöneboom erklärte tags darauf im Gespräch, dass es einen Standort-Favoriten gebe. Konkreter wurde der Erste Bürgermeister mit Verweis auf die öffentliche Gemeinderatssitzung am 24. März nicht. Anders der Projektentwickler: Mario Gerlach bestätigte unserer Redaktion, dass der Surfpark auf den Flugplatz kommen soll.
Der nördliche Teil des Gewerbegebiets Rheinstraße Nord galt von Anbeginn der Diskussion an als wahrscheinlichste Option. Der potenzielle Surfpark-Standort liegt grob gesagt zwischen der Landebahn und Hugsweier. Gerlach hatte bekanntlich das Areal beim Seepark favorisiert, was aber bei der Lahrer Bevölkerung auf laute Kritik gestoßen war. „Ich kann mir auch gut eine Ansiedlung auf dem Flugplatz vorstellen“, sagt der Initiator nun.
Sollte der Gemeinderat zum gleichen Schluss kommen, müssten Entwickler und Stadt zunächst einen sogenannten städtebaulichen Vertrag schließen. Anschließend würde es in die Detailplanung gehen. Das Rathaus verweist darauf, dass noch einige Fragen zu klären sind. Konkret geht es etwa um die Punkte Grundwasser, Lärm und Altlasten. Und natürlich müssten auch die Hugsweierer von ihrem möglichen neuen Nachbarn überzeugt werden.
Die Kosten werden auf 30 Millionen Euro geschätzt
Direkt nach Bekanntwerden der Surfpark-Pläne im März vergangenen Jahres gab es recht detaillierte Zahlen zu dem Projekt. Demnach könnten rund 130 Arbeitsplätze entstehen und bis zu 200 000 Besucher pro Jahr nach Lahr gelockt werden. Die Kosten sollen sich auf geschätzte 30 Millionen Euro belaufen.
Gibt es schon Geldgeber? Gerlach, der seinen (Haupt-)Job bei BMW in München mittlerweile aufgegeben hat und sich von seiner Heimatstadt Freiburg aus komplett auf Surfprojekte konzentriert, antwortet wie schon mehrfach in der Vergangenheit: „Ohne Standortbeschluss keine Investoren.“ Gleichwohl lässt der Enddreißiger durchblicken, dass er über ein gutes Netzwerk verfüge – und man in der Branche das Lahrer Projekt in Lahr interessiert verfolgt.
Eine Delegation mit OB Markus Ibert und Stadträten war im vergangenen Oktober bekanntlich nach Bristol gefahren, um sich in „The Wave“ umzuschauen. Der englische Surfpark, der die Lahrer Reisegruppe durchweg begeisterte, soll als Vorbild für Lahr dienen. Vor allem seine Nähe zur Natur hat es Gerlach angetan. Dass er die auf dem Flugplatz nicht bekommen würde, würde sich laut dem Entwickler im Flächenbedarf niederschlagen: „Natürlich braucht es in einem industriell geprägten Umfeld etwas mehr Platz, um die Anlage einladend zu gestalten.“ Ursprünglich war eine Plangröße von zwei bis drei Hektar vorgesehen.
Gerlach würde gerne 2026 das Bebauungsverfahren in Angriff nehmen und in den Folgejahren bauen – und bestenfalls eröffnen.
Freiburg ist einen Schritt weiter
Mario Gerlach ist nicht nur in Lahr aktiv: In Freiburg realisiert der Entwickler mit seiner Firma Surfield aktuell eine sogenannte stehende Welle. Dazu laufen bereits die Bauarbeiten. Das Projekt in der Hermann-Mitsch-Straße, nahe des Möbelhauses XXXLutz, ist einige Nummern kleiner als das in Lahr, die Investitionskosten beziffert der Verantwortliche mit rund zwei Millionen Euro. Laufe alles nach Plan, könne bereits im März, spätestens im April gesurft werden in der Breisgau-Metropole.