Das Standesamt Freiburg hat seine Jahresstatistik 2024 veröffentlicht. Foto: Alexander Blessing

Sie haben das neue Selbstbestimmungsgesetz genutzt und ihren Geschlechtseintrag ändern lassen. 2024 haben zudem 5511 Babys in Freiburg das Licht der Welt erblickt. Diese und weitere Zahlen gehen aus der Statistik des Freiburger Standesamts hervor.

„Von November bis Jahresende haben bereits 84 Personen ihren Geschlechtseintrag ändern lassen und sich dabei meist auch für einen neuen Vornamen entschieden. Viele von ihnen haben lange auf diesen Tag gewartet“, erklärt die Leiterin des Freiburger Standesamtes Dominique Kratzer. Diese und weitere Zahlen aus dem vergangenen Jahr hat das Standesamt nun veröffentlicht.

 

Geburten Wie schon in den beiden Vorjahren gab es bei den Geburten auch 2024 keinen Rekord. Die 6000er-Marke wurde seit 2021 nicht mehr überschritten. 5511 Babys hat das Standesamt 2024 beurkundet und damit 22 weniger als 2023. Wie in den Jahren zuvor erblickten in Freiburg mehr Jungen (2846) als Mädchen (2664) das Licht der Welt. 2024 ist auch die Anzahl der Mehrlingsgeburten leicht gesunken. Über doppeltes Glück konnten sich 108 Elternpaare freuen – Drillinge gab es zweimal.

Der Freiburger „Geburtstag des Jahres“ fiel 2024 wieder in den März: Am 4. März wurden 28 Kinder in den Freiburger Kreißsälen geboren. Ein genauer Blick auf Namen und Daten und sogar Uhrzeiten bringt immer wieder kuriose Zufälle ans Licht: Ein Kind wurde am 10.04. um 10.04 Uhr geboren, ein anderes am 19.06. um 19.06 Uhr. Innerhalb von zehn Tagen wurde ein Mann zweifacher Vater – keine Zwillinge. Eine Frau brachte 2024 zwei Jungs zur Welt, einen im Januar und einen im Dezember. Einen deutlich größeren Altersunterschied haben zwei Geschwister, deren Mutter sie mit 19 Jahren Abstand bekam. Die jüngste Mutter, die das Standesamt 2024 beurkundet hat, war erst 14 Jahre alt. Die älteste Mutter war 54 Jahre, der älteste Vater war 61 Jahre alt.

Trauungen 2024 haben sich 1032 Paare das Ja-Wort gegeben, etwas mehr als im Vorjahr (2023: 1021). Der Freiburger Heiratsrekord liegt übrigens bei 1463 Trauungen im Jahr 1967. Für 792 Paare war es eine Hochzeitspremiere, also die erste Ehe, die sie eingingen (2023: 822). Ein Paar gab sich nach der Scheidung erneut das Ja-Wort.

Insgesamt gingen 25 weibliche (2023: 13) und 11 männliche Paare (2023: 7) die Ehe ein.

Selbstbestimmungsgesetz Neu sind im die Erklärungen zur Änderung des Geschlechtseintrags nach dem Selbstbestimmungesetz hinzugekommen, das seit 1. November 2024 gilt. Es ermöglicht trans- und intergeschlechtlichen sowie nichtbinären Personen, ihren Geschlechtseintrag und ihren Vornamen ändern zu lassen. Dazu ist nur eine einfache Erklärung gegenüber dem Standesamt notwendig.

2024 haben in Freiburg insgesamt 84 Menschen den Antrag auf Änderung des Geschlechtseintrags gestellt. 26 zuvor als männlich eingetragene Personen änderten ihren Eintrag zu weiblich. Den umgekehrten Weg, von weiblich zu männlich, gingen 23 Menschen. Der Geschlechtseintrag „divers“ ersetzte in neun Fällen den Eintrag „männlich“ und in elf Fällen den Eintrag „weiblich“. Sechs zuvor als männlich und acht als weiblich Geführte Menschen ließen den Geschlechtseintrag ganz entfernen.

Zahl der Kirchenaustritt ist rückläufig

Sterbefälle Einen Anstieg gab es erneut bei den Sterbefällen: 3468 Verstorbene hat das Standesamt Freiburg 2024 beurkundet, 50 mehr als im Vorjahr. Unter den Verstorbenen waren 1765 ortsansässige Personen. Wie in den Vorjahren sind wieder etwas weniger Frauen (1687) als Männer (1781) gestorben. In 305 Fällen war die Todesursache unklar und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.

Kirchenaustritte Nochmals einen deutlichen Rückgang gab es 2024 bei den Kirchenaustritten: Insgesamt sind im vergangenen Jahr 2616 Personen aus ihrer Religionsgemeinschaft ausgetreten, das sind 606 weniger als im Vorjahr (3222) und 1189 weniger als im bisherigen Rekordjahr 2022 mit 3805 Austritten. Die katholische Kirche haben 1409 Personen verlassen (2023: 1879), die evangelische 1189 (2023: 1329) und anderen Glaubensgemeinschaften haben weitere 18 Personen (2023: 14) den Rücken gekehrt.