Die Straße ist angelegt, die Straßenlampen stehen: Eigentlich ist das Gruoler Baugebiet „Auf Hirschen II“ fix und fertig zur Bebauung, doch jetzt gibt es Probleme. Foto: Kost

Unerwartete Probleme gibt es im neuen Baugebiet „Hirschen II“ in Gruol. Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck hatte keinen guten Nachrichten in den Gruoler Ortschaftsrat mitgebracht.

Im Sommer 2023 hatten die Erschließung von 34 Bauplätzen in dem 2,5 Hektar großen Gebiet begonnen. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen, die Straßen und Gehwege hergestellt und die Straßenbeleuchtung und Hausanschlüsse gesetzt.

 

Doch diejenigen, die nächsten Jahr mit dem Hausbau in den Startlöchern stehen, müssen unter Umständen mit Verzögerungen rechnen. Denn vor allem im oberen Straßenbereich des ringförmig erschlossenen Gebietes ist es offenbar zu „Setzungen in der Fahrbahn die vom Hauptkanal zu den Hauskontrollschächten reichen“ gekommen, wie Bauamtsleiter Schluck die Misere beschrieb. Ursache dafür ist laut ihm wahrscheinlich eine mangelhafte Verdichtung des Untergrundes. Sichtbar wurde das unter anderem auch deshalb, weil sich an den betroffenen Stellen nach Regen erste Lachen gebildet hatten.

Im Winter und im Frühjahr werden die Unebenheiten in der Straße vermessen

Die mit der Erschließung und dem Straßenbau beauftragte Firma, so Hans-Martin Schluck sei informiert. Jetzt werde man mit einem Planographen – ein Messgerät zur Bestimmung der Längsebenheit von Straßen und damit ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Qualität im Straßenbau – drüber fahren und im Frühjahr nochmals, um zu sehen, ob sich bis dahin die Senkungen verschlimmert haben.

„Eine ungute Sache“, wie Schluck gegenüber dem Ortschaftsrat befand. Denn, wenn man die Schäden punktuell behebe um einen topfebene Belag zu bekommen, habe man nachher einen Fahrbahn mit Fugen (oder auch Nähten). Diese seien in einer Straße immer Schwachstellen, die mit dem Laufe der Jahre vermutlich ausgebessert werden müssen. „Die Folgekosten haben dann wir als Stadt“, so Schluck.

Bewegung kommt auch in ein anderes Problem

Dass in einer nagelneuen Straße gleich Ausbesserungsarbeiten erforderlich sein könnten, schmeckte den Gruoler Ortschaftsräten natürlich nicht. Die Frage wurde gestellt, ob man die Firma im Zuge der Gewährleistungspflicht nicht dazu auffordern könne, die komplette Straße neu zu machen. Der städtische Bauamtsleiter machte dem Ratsgremium hier keine Hoffnungen: Eine Kompletterneuerung der Straße würde sich auf dem Rechtsweg kaum erzwingen lassen, da hier in der Regel der Aspekt der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt werde, so Schlucks Einschätzung.

In ein anderes leidiges Problem soll jetzt Bewegung kommen. Die letzten sieben Bauplätze im ersten Hirschen-Bauabschnitt haben bekanntlich weder einen Telefon- noch Internetanschluss, weil die Telekom dorthin keine Kupferkabel verlegt hat und auch keines lag. Die Leerrohre fürs Glasfaser wurden zwar verlegt, aber das Glasfaserkabel selbst muss erst noch „eingeblasen“ werden. Ortsvorsteher Reiner Schullian hat die Hoffnung, dass dies bald geschieht.