Zum Jahresbeginn geht Groz Beckert am Albstädter Stammsitz in Kurzarbeit – voraussichtlich bis einschließlich April. Gründe seien ein nachlassender wirtschaftlicher Aufschwung und sinkende Umsätze. Foto: Frank Luger

Ab 1. Januar 2024 wird das Unternehmen Groz Beckert am Stammsitz in Albstadt in Kurzarbeit gehen, die mit einer „Schließwoche“ in der ersten Januarwoche beginnt. Dieser Schritt sei laut Unternehmen notwendig, um die Kosten der Marktlage anzupassen.

Das Unternehmen Groz Beckert hat mitgeteilt, dass es an seinem Stammsitz in Albstadt in Kurzarbeit gehen wird. Zum 1. Januar 2024 wird die Arbeitszeit um 20 Prozent reduziert. Den Auftakt wird eine Schließwoche in der ersten Kalenderwoche machen; die Kurzarbeit wird voraussichtlich bis einschließlich April 2024 aufrechterhalten.

„Es war keine kurzfristige Entscheidung“, teilt Pressesprecherin Birte Kleefisch mit. Schon seit Ende des vergangenen Jahres sei der nachlassende wirtschaftliche Aufschwung zu spüren gewesen; im Lauf des Jahres 2023 habe sich laut Pressemitteilung die Konjunktur weiter abgeschwächt. Zudem wirke sich die starke Inflation auf den privaten Konsum aus; steigende Zinsen in vielen Industriezweigen und das derzeitige „geopolitische Klima“ drücken auf die Investitionsbereitschaft von Unternehmen.

Vor allem in zwei Bereichen gingen beim Albstädter Unternehmen die Umsätze spürbar zurück

Bei Groz Beckert seien vor allem in zwei Geschäftsbereichen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurückgegangen: In den „Textile Tools“ – Produkte für die Textilindustrie – und den „Engineering Textiles“, die Produkte für die Bauindustrie herstellt. Aus diesen Gründen hat sich das Unternehmen entschieden, zum Jahresbeginn am Albstädter Stammsitz in Kurzarbeit zu gehen. Der Schritt sei laut Mitteilung notwendig, um die Kosten an die Marktlage anzupassen, nachdem die Umsätze über ein Jahr lang gesunken sind.

Wie viele Mitarbeiter genau davon betroffen sind, konnte Kleefisch nicht genau sagen. Inwieweit sich die Kurzarbeit auf das Gehalt der Mitarbeiter auswirkt, gab sie keine Auskunft. Von der Maßnahme ausgenommen ist vorerst die Nadelproduktion, um den Umzug in das neue Produktionsgebäude zu bewerkstelligen.

Die Situation werde laut Kleefisch laufend analysiert und bewertet: Sowie sich die wirtschaftliche Lage und Nachfrage verbessern, werde die Kurzarbeit aufgehoben. Aktuell rechne man laut Mitteilung jedoch damit, dass diese bis einschließlich April 2024 andauern wird.

Am Stammsitz in Albstadt sind etwa 2200 Mitarbeiter bei Groz Beckert beschäftigt. 2022 wurde ein Umsatz von rund 814 Millionen Euro erwirtschaftet.