Der Bräunlinger Bürgermeister Micha Bächle (Mitte) mit dem alten und neuen Oberglonker Volker Würth (links) und Johannes Würth. Foto: Dagobert Maier

Trotz Regens herrschte in Bräunlingen ausgelassene Stimmung. Vor allem die historischen Figuren prägten das Stadtbild – und ein Bürgermeister mit Mut zur Farbe.

Auch wenn die Regenschirme das Geschehen am Schmutzigen Dunnschtig ständig begleiteten, war zum Höhepunkt der Fasnet in Bräunlingen wieder so einiges los. Es herrschte närrischer Ausnahmezustand.

 

Gutzele, Wurst und Wecken flogen in die Besucherreihen beim Umzug, die Hansel hüpften im Gleichschritt in der Kernstadt und die Stadtwehr forderte auf, die Ohren zuzuhalten – nach einem großen Knall flogen viele Fetzen durch die Luft. Nun weiß jeder in Bräunlingen, egal ob Fasnet-Narr oder nicht, dass auf den Straßen und in den Häusern die hohe Zeit der Narretei ausgebrochen ist.

Dass die Herrschaft der Narren angebrochen ist, zeigte sich trotz Regens ganz früh in der Bräunlinger Kernstadt. Von sechs Uhr an, als die Hemdglonker mit viel Radau und von närrischer Musik begleitet, die Bräunlinger geweckt hatten. Unter der Führung des neuen Oberglonkers Johannes Würth war der Narrenmarsch in der Kernstadt zu hören.

Ein Höhepunkt bei den Bräunlinger Feierlichkeiten am Schmutzigen Dunnschtig: Die Hansel führen ihren Schwertritus auf. Foto: Dagobert Maier

Sehr willkommen waren einige Pausenlokale auf dem schwierigen und anstrengenden Gang der weißen Gestalten. Kurz vor zehn Uhr dann die freudigen Gesichter der Grundschüler, denn die lange erwarteten Befreier kamen ins Schulhaus.

Beim Rathaus verkündete Bürgermeister Micha Bächle, dass das neu sanierte Gebäude mit einem lila Anstrich – so wie sein Kostüm – bemalt werde und den Namen „Bächles Barbie Dreamhouse“ erhalten soll.

Stier und Rad beeindrucken die Zuschauer, die dem Wetter am Schmutzigen Dunnschtig in Bräunlingen trotzen. Foto: Dagobert Maier

Stadtbüttel Axel Klimmer rief, begleitet von der Stadtwehr mit der lauten Kanone und dem Trommlerzug, offiziell die Fasnet und den Stadthanseltag aus. Er verkündete in seinen von Kanonenböllern angekündigten Worten, dass die Fasnet Besitz von Bräunlingen ergriffen hat.

Der Kindergartenumzug, in diesem Jahr auf neuer Umzugsstrecke, hatte sich die Themen Märchen und Sport ausgesucht.

Ein Treffer ins Bullseye! Der Kindergartenumzug präsentiert sich in Bräunlingen mit einem sportlichen Anstrich. Foto: Dagobert Maier

Am Nachmittag dann der traditionelle Höhepunkt des Stadthanseltages, denn die historischen Gruppen, Trommler, Stadtbock, Zunftmusik, Stadtwehr, Blumennarren, Urhexen und Stadthansel marschierten und hüpften durch die Straßen der Kernstadt und brachten die närrische Stimmung unter die Leute in die wegen des Wetters etwas schmaleren Zuschauerreihen. Vor den Urhexen war sowieso niemand sicher und nicht wenige, vor allem junge Zuschauerinnen, fanden sich schnell in einer Hexenchaise wieder. Der Narrenrat schritt fast schon majestätisch durch Kirch- und Zähringerstraße.

Der Bräunlinger Stadtbock mischt sich beim Umzug immer wieder unter die Zuschauer. Foto: Dagobert Maier

Nach dem Umzug, der sich beim Lindenhof/Kelnhofplatz auflöste, ging es närrisch weiter, denn es waren die Hanselliedle zu hören, die meist über Geschick und Ungeschick sowie das Verhalten der Einheimischen berichteten. Diese Vorträge konzentrierten sich auf den Kelnhofvorplatz und die Fläche vor dem Zunfthaus. Die gerne gehörten Hanselliedle fanden bei den Zuhörern viel Gefallen, denn das Stadtgeschehen wurde gut glossiert und lautstark verkündet. Die Hanselgruppen waren regelmäßig von vielen Zuhörern umringt.

Der Stadthanseltag ist traditionell der Tag der Hansel, die durch ihre in großer Lautstärke vorgetragenen Hanselliedle viele Bräunlinger Begebenheiten und Vorkommnisse auf die Straße, in die Stadthalle und in die Gasthäuser bringen.

Lustig ging es auch bei der Kinderfasnet für Klein und Groß im kleinen Saal der Stadthalle zu – auch dem Seniorenheim galt ein Besuch der Narren. Am Abend zogen vor allem die Hansel mit ihren Liedle und die Urhexen durch die Bräunlinger Gasthöfe und Wirtschaften. Sie brachten viel Stimmung in die Lokale, in denen kaum noch ein Platz zu finden war. Auch etliche sehr originell verkleidete Frauengruppen fanden viel Gefallen bei den Narren.