Der Wald der Stadt hat im vergangenen Jahr einen ordentlichen Gewinn abgeworfen. Doch der Holzmarkt kühlt sich zunehmend ab. (Symbolbild) Foto: Beyer

Im Stadtwald wurde im vergangenen Jahr ein satter Gewinn erwirtschaftet. Doch mittlerweile hat sich der Holzmarkt abgekühlt, und es wird immer schwieriger, die gefällten Bäume zu vermarkten.

Oberbürgermeister Julian Osswald war in der jüngsten Gemeinderatssitzung sichtbar gut gelaunt. Denn der Wald der Stadt hat im vergangenen Jahr einen satten Gewinn von rund 1,13 Millionen Euro abgeworfen. Geplant war dabei eigentlich ein wesentlich geringerer Gewinn von 689 100 Euro.

 

„Das ist ein fantastisches Ergebnis“, freute sich Osswald. Seit 2020 bewirtschaftet die Stadt ihren Wald wieder selbst. Den damaligen Beschluss bezeichnete Osswald nun als „genau richtige Entscheidung“. Entsprechendes Lob bekam Osswald von Stadtrat Hermann John (FWV): „Die Entscheidung, den Wald in die Eigenbeförsterung zu bringen, war eine großartige Entscheidung.“

Höchster Einschlag seit 2008

Der kräftige Gewinn im Jahr 2022 lässt sich durch zwei Faktoren erklären. Zum einen war der Holzpreis noch immer relativ hoch. Und zum anderen wurde eine besonders große Holzernte vorgenommen. 38 141 Festmeter wurden dem Wald entnommen. Laut Forstbereichsleiter Björn Waidelich war das der „höchste Einschlag im Stadtwald seit 2008.“

Doch ist das überhaupt gut für den Wald? „Trotz des hohen Einschlags im Jahr 2022 ist die Nachhaltigkeit in keinster Weise gefährdet“, erklärt Waidelich auf Nachfrage unserer Redaktion. Es wachse mehr nach, als dem Wald entnommen werde.

Nach dem Erfolgsjahr 2022 fällt die Prognose für 2023 eher durchwachsen aus. Die gute Nachricht: „Der Wald wurde verschont von großer Trockenheit oder großen Gewitterstürmen“, so Waidelich in der Sitzung, und ergänzte: „Wir konnten den Borkenkäfer weitestgehend im Griff halten.“

Ernüchternd ist hingegen die Entwicklung auf dem Holzmarkt, auf den sich nun auch die hohen Zinsen auswirken: „Die Baukonjunktur schwächelt, und das spüren auch die Sägewerke“, erklärte Waidelich. So musste im Sommer schon der Frischholzeinschlag gestoppt werden, damit die Absatzkanäle offen bleiben für die von Borkenkäfern geschädigten Bäume. Waidelich schätzt, dass in diesem Jahr noch ein Einschlag von 25 000 bis 32 000 Festmetern erreicht wird.