In Zentrum von Schömberg hat sich einiges getan. Doch ein Bereich befindet sich in einer Art Dornröschen-Schlaf. Es geht um das Gelände, wo einst der Friedhof war. Doch auch dort soll etwas geschehen.
In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde im Zentrum die Kindertagesstätte am Eulenbächle neu gebaut. Der Edeka-Markt der Familie Eitel wurde neu eröffnet. Gleich daneben kam ein Drogeriemarkt von Rossmann. Der Discounter Aldi Süd kam ebenfalls ins Zentrum von Schömberg. Neben der Kita will der Evangelische Diakonissenverein Siloah mit Sitz in Pforzheim ein Pflegeheim bauen. Doch es gibt im Zentrum von Schömberg ein Gelände, das in eine Art Dornröschenschlaf gefallen ist. Auf diesem Areal neben dem Einkaufszentrum scheint sich momentan noch nichts zu tun. Dort befand sich einst der Friedhof von Schömberg.
In der letzten Sitzung des Gemeinderates in diesem Jahr sprach Joachim Zillinger (CDU) den alten Friedhof an, als das Gremium den Bau eines Pflegeheims durch Siloah behandelte. Die Kommune sollte sich Gedanken über einen Weg vom alten Friedhof ins Eulenbachtal machen, regte Zillinger an.
Was hat die Gemeinde mit dem Areal vor? „Aktuell existieren noch keine Planungen, Kostenberechnungen oder ein Zeitplan für eine Gestaltung der Fläche ‚Alter Friedhof’“, teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Für den Haushalt 2024/25 sind Mittel für eine Planung angemeldet. Sofern diese bewilligt werden, beschäftigt sich die Gemeinde ab dem kommenden Jahr damit“, so Stocker weiter.
Bewegte Geschichte
Das Gelände hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Um 1375 lässt sich eine erste Marienkapelle nachweisen, die wohl auch im alten Friedhof von Schömberg stand, berichtet der Ortschronist Wolfgang Obert. Er kennt sich detailliert mit der Geschichte von Schömberg aus. Um 1500 wurde die Marienkapelle erweitert, oder wohl eine größere Kirche gebaut. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde deren Bauzustand immer schlechter, sodass eine Kirche an der Kreuzung der Straßen nach Liebenzell und Oberreichenbach entstand, teilt Obert weiter mit. Im September 1833 wurde die neue Kirche eingeweiht.
Wie früher üblich, war der Begräbnisplatz um die Kirche herum, so Obert. Nach Abbruch der alten Kirche wurde wohl die ganze Fläche als Friedhof genutzt, vermutet Obert. Dieser Friedhof reichte dann nicht mehr. So baute die Gemeinde 1912 einen neuen. Später entstand auf dem Gelände des alten Friedhofs eine kleine Parkanlage mit Vogelvoliere. Diese Anlage blieb, bis der Kurpark in Richtung Rathaus erweitert wurde. Dorthin kam auch die Voliere. Später richtete dort die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (Rentenversicherung) eine Sanatoriumsparkanlage ein. Später übernahm das Berufsförderungswerk Schömberg das Gelände für einige Jahre – aber nicht lange, wie Obert berichtet. Jetzt gehört es der Gemeinde, so Pressesprecherin Stefanie Stocker. Sie macht sich nun Gedanken, was mit dem Areal passieren soll.