Seit 50 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Trossingen und Cluses. Das wurde bei einem Festakt im Hohner-Konzerthaus gefeiert.
Das Konzerthaus füllte sich am Freitagabend mehr und mehr. Hier feierte man 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Cluses und Trossingen mit einem Festakt. Bürgermeisterin Susanne Irion begrüßte zahlreiche Gäste, darunter der ehemalige Trossinger Bürgermeister Lothar Wölfle, der CDU-Landtagsabgeordnete und ehemalige Europaminister Guido Wolf, sowie Ernst Burgbacher.
Es sollte nicht nur ein Abend der Worte und Würdigungen werden sondern auch der Unterhaltung. Dafür hatten Frank Golischewski, Anika Neipp und Gerard Deleye, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Trossingen, in vielen Stunden Arbeit eine Revue einstudiert – die dann ausfiel wegen Krankheit von zwei der drei Protagonisten. Kurzfristig sprang eine Abordnung der Stadtmusik ein und intonierte die französische und die deutsche Nationalhymne. Den unterhaltsamen Teil gestalteten später das Duo Lauenstein und die Zauberer Meiser und Malura.
Der Kern Europas
„Während auf der großen politischen Bühne die europäische Zusammenarbeit nicht immer geräuschlos verläuft, beweist die gelebte Städtepartnerschaft den Kern Europas, nämlich das Miteinander von Menschen“, sagte Guido Wolf. Er erinnerte an Hans Trümper, dem diese Städtepartnerschaft ein großes Anliegen gewesen sei. „Die deutsch-französische Zusammenarbeit hat mehr Impulse verdient als wir das derzeit erleben.“ Der Bürgermeister von Cluses erinnerte in seiner in deutscher Sprache gehaltenen Rede an die Personen, die in den vergangenen 50 Jahren die Partnerschaft begründeten und mit Leben erfüllten.
Die Erneuerung des Partnerschaftsvertrages wertet er als „Symbol des Friedens und der Brüderlichkeit als gemeinsame Werte in dieser kranken Welt“. Jean-Philippe Mas führte die vierköpfige Gruppe an, die den 450 Kilometer langen Weg nach Trossingen per Rad zurücklegte. Auch dies und seine Mitradler wurden gewürdigt.
Voller Leben und Freude
Susanne Irion trug ihre Rede zuerst in Französisch und dann in Deutsch vor. „Das Besondere dieser Städtepartnerschaft ist nicht die Dauer sondern die Qualität: voller Leben und Freude sowie Ungeduld auf das nächste Treffen.“ Anders als die ihr zugrunde liegenden Dokumente verändere sie sich ständig , gleiche einem bunten Mosaik, bei dem jeder seinen Platz finde. Muriel Maubek steht dem Partnerschaftskomitee in Cluses seit 2018 vor. Zahlreiche Begegnungen und Projekte trügen dazu bei, dass die Partnerschaft weiterhin mit Leben erfüllt werde.
Gerard Deleye hatte unter anderem einige Zahlen parat. Demnach sind sich in diesen 50 Jahren insgesamt 12 500 Menschen im Rahmen der Partnerschaft begegnet. 200 000 Kilometer Wegstrecke wurde mit dem Bus zurückgelegt. Und nicht zuletzt: „Bei den Treffen wurden insgesamt 25 000 Liter Wein und 37 000 Liter Bier konsumiert“. Susanne Irion und Jean-Philippe Mas unterschrieben schließlich die Charta zur Erneuerung der Partnerschaft. Und Geschenke gab es außerdem. Die Cluser überreichten eine Glocke, Radtrikots sowie ein Bild des Künstlers Serhat Demir Iron.
Gerard Deleye freute sich über einen Gutschein für eine Hotelübernachtung in Freiburg für seine Mit-Organisation des Wochenendes. Blumensträuße überreichte die Bürgermeisterin an die Rathausmitarbeiterinnen Sabine Felker und Ilonka Bier für ihre Unterstützung bei der Organisation des Treffens.