Oberbürgermeister Dirk Abel und Bürgermeister Ermilio Verrengia assistierten Royans Bürgermeister Patrick Marengo beim Fassanstich. Foto: Silke Thiercy

Die Ortsvorsteher sollen sauer sein, weil sie nicht zum Partnerschafsabend mit den Gästen aus Royan eingeladen waren. So zumindest heißt es aus der Bürgerschaft. Ist da was dran? Wir haben im Rathaus nachgefragt.

Es war ein zünftiger bayerischer Abend, den die Feuerwehr für die Gäste aus Royan und deren Gastfamilien im September im Gerätehaus ausgerichtet hatte. Patrick Marengo, Bürgermeister der Partnerstadt am französischen Atlantik, machte den Fassanstich, unterstützt von Oberbürgermeister Dirk Abel und Bürgermeister Ermilio Verrengia.

 

So wird man Gastfamilie

Nun machte das Gerücht die Runde, dass es in den Reihen der Chefs der Balinger Ortsteile Unmut gegeben habe, weil sie nicht zu jener Party eingeladen worden seien. Was ist da dran? „Davon ist uns nichts bekannt“, antwortet Dennis Schmidt, Pressesprecher der Stadt Balingen.

So sind die Ortsteile eingebunden

Die Ortsteile seien durchaus in den Austausch mit Royan eingebunden. Schmidt dazu: „Wenn eine Veranstaltung in den Ortsteilen war, wurde der entsprechende Ortsvorsteher eingeladen. Eine grundsätzliche Einladung an alle Ortsvorsteher war nicht üblich.“

Gleichwohl wird seitens der Stadt eingeräumt: „Sollten die Ortsvorsteher an einer grundsätzlichen Einladung interessiert sein, werden wir sie zukünftig natürlich gerne einladen“, sagt Schmidt auf Nachfrage.

So präsentiert sich die Stadt

Die Städtepartnerschaft bezieht sich ohnehin nicht nur auf die Kernstadt. Die Gäste aus Royan sind traditionell bei Gastfamilien untergebracht – und war in allen Ortsteilen. Und auch die Aktivitäten und Events sowie die Teilnahme der Vereine, wie zum Beispiel der Pfadfinder, der Radfahrer oder der Judokas, erstreckt sich über alle Teilorte, wie Schmidt ausführt.

„Die Partnerschaftsabende fanden in den letzten Jahren ebenfalls an unterschiedlichen Orten statt“, wie Schmidt betont. Der Stadtsprecher sagt weiter: „Wir präsentieren uns nach außen, das heißt nicht zuletzt gegenüber unseren französischen Gästen, als Gesamtstadt, die aus vielen Teilen besteht und die erst in und durch all ihre Teile zu einem größeren Ganzen wird.“

So können sich die Bürger einbringen

Grundsätzlich könnten sich alle Bürger bei der Städtepartnerschaft einbringen, zum Beispiel als Gastfamilie oder als Verein. Auch gibt es einen regelmäßigen Schüleraustausch. „Wir freuen uns sehr über alle Balingerinnen und Balinger, die sich in der Partnerschaft engagieren möchten“, sagt Schmidt.

Die Städtepartnerschaft wurde 1980 besiegelt. Damals reiste eine kleine Delegation aus Balingen einmal quer durch Frankreich, um sich in dem einst mondänen Badeort vorzustellen.

Royan hat knapp 18 000 Einwohner – und Teilorte, Saint Georges die Didonne, beispielsweise. Auch außerhalb der Kernstadt rund um die Kirche Notre Dame wohnen Familien, die regelmäßig Gäste aus Balingen – und eben den Teilorten – beherbergen. In den Sommermonaten strömen bis zu 100 000 Touristen in die sonst recht beschauliche Stadt, die am 5. Januar 1945 bei einem Luftangriff fast komplett zerstört wurde.

So kann man Gastgeber werden

Die offiziellen Delegationen beider Städte sind das ganze Jahr über in Kontakt und es finden regelmäßige Treffen in Deutschland oder Frankreich statt. Auch die Gastfamilien beschränken sich nicht nur auf die vier Tage des offiziellen Austausches. Es sind über die mittlerweile mehr als 40 Jahre enge Freundschaften und Kooperationen zwischen den Vereinen entstanden.

Wer Interesse hat, sich als Gastfamilie zu engagieren, kann sich beim Persönlichen Referenten des Oberbürgermeister, Dennis Schmidt, unter der E-Mail dennis.schmidt@balingen.de melden.