45 Jahre ist’s her: Maire Francis Ampe Oberbürgermeister Hans Pfarr (Dritter und Vierter von links ) bei einer Gedenkfeier für die Weltkriegstoten auf dem Lochenhörnle Foto: Stadtarchiv

Albstadt und Chambéry feiern 45 Jahre Städtepartnerschaft. Eine Ausstellungsvitrine in der Stadtbücherei dokumentiert die Anfänge.

Albstadt steckte, als am dritten Maiwochenende 1979 die Partnerschaft geschlossen wurde, noch in den Kinderschuhen – die Stadtgründung war vier Jahre, das verheerende Erdbeben gerade einmal acht Monate her. Die Wurzeln der Partnerschaft selbst reichten allerdings um einiges weiter zurück, nämlich ins Jahr 1959, als der Tailfinger Rudi Gerstner und der Savoyarde Jean Mayoud, deren Söhne Brieffreunde waren, feststellten, dass sie im Krieg beide Gebirgsjäger respektive „Chasseurs Alpin“ gewesen waren. Die beiden folgten dem Beispiel der Junioren und schlossen Freundschaft.

 

Aus dieser entwickelte sich wiederum eine Schulpartnerschaft zwischen Tailfingen und Chambéry: 1968 fand ein erster Schüleraustausch statt; viele weitere sollten folgen. Doch zu einer Städtepartnerschaft kam es erst elf Jahre später, nachdem die Gründung der Stadt Albstadt für annähernde Größenparität der beiden Städte gesorgt hatte – Tailfingen allein war den Franzosen einfach zu klein. Die erste Partnerschaftsfeier fand vom 17. bis 20. Mai in Albstadt statt.

Fallschirmspringer landen im Albstadion

Es war einiges geboten. Parallel zur Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung durch Oberbürgermeister Hans Pfarr und sein französisches Pendant, Maire Francis Ampe, gingen zahlreiche Veranstaltungen über die Bühne – allein auf französischer Seite leisteten 48 Vereine und Vereinigungen ihre Beiträge zu dem abwechslungsreichen Programm , das in sämtlichen Albstädter Stadtteilen, vor allem aber im Ebinger Albstadion ablief. Bevor Albstädter Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter sich fußballerisch gegen eine Prominentenauswahl der Gäste durchsetzten, landeten Fallschirmspringer unter dem Jubel der Zuschauer im Stadion. Dem sportlichen Kräftemessen folgte der Fassanstich, Francis Ampe und Hans Pfarr stießen miteinander an, und in der aus allen Nähten platzenden Zollernalbhalle feierten 2000 Albstädter und Chambérianer bis in die frühen Morgenstunden. Das abwechslungsreiche Abendprogramm aus Musik, Tanz sowie sportlichen und künstlerischen Einlagen gestalteten die Gäste aus Chambéry; bei Feierlichkeiten der Städtepartner galt fortan der Grundsatz: Die Gäste unterhalten die Gastgeber.

Nächstes Jahr folgte eine größere Ausstellung

All diese Ereignisse sind in der Vitrine, die das Stadtarchiv befüllt hat, durch Fotos und Schriftstücke, darunter die französischen Einträge im Goldenen Buch der Stadt Albstadt und die zweisprachige Städtepartnerschaftsurkunde, dokumentiert. Die Ausstellung wird noch bis Ende Mai gezeigt; eine größere im Rathaus soll im kommenden Jahr folgen.