Das Gemeindeentwicklungskonzept „Mötzingen 2040“ wird mit 900 000 Euro aus dem Städtebauprogramm gefördert. Neben den Zielen der Gemeinde gibt es auch private Interessenten.
Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Mötzinger Gemeinderat in einer Sondersitzung grünes Licht für das „Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept Mötzingen 2040“ und zugleich für ein Neuordnungskonzept im geplanten Sanierungsgebiet „Ortskern III“ gegeben. Das geschah etwas unter Zeitdruck, um noch in die Städtebauförderung für 2026 zu kommen.
Am Mittwoch gab das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg in Stuttgart nun bekannt, dass Mötzingen mit 900 000 Euro in der aktuellen Förderrunde berücksichtigt wird.
Finis: Stolz, dass es geklappt hat
„Wir sind froh und stolz, dass es geklappt hat“, erklärte Mötzingens Bürgermeister Benjamin Finis, der erst kurz davor selbst von der Aufnahme erfahren hatte. Mötzingen sei dabei eine der wenigen Kommunen im Kreis Böblingen, die neu aufgenommen worden seien. Die meisten anderen Kommunen hätten eine Erweiterung des Förderrahmens bekommen. Erfreulich sei, dass es im ersten Anlauf geklappt habe, sagte Finis. Das sei nicht üblich.
Die 900 000 Euro seien schon ein Wort. Aber natürlich müsse Mötzingen einiges an eigenem Geld dazugeben.
Nun ist aber nicht zeitnah mit der Umsetzung von Maßnahmen zu rechnen, denn die Mittelzusage macht jetzt erst den Weg für den nächsten Schritt frei: die Aufstellung einer Sanierungssatzung. „. Wenn wir die Sanierungssatzung im Laufe des Jahres über die Bühne bekommen, dann sind wir gut“, sagte Finis. Damit müsse sich jetzt der Gemeinderat befassen.
Bürger bringen Ideen ein
Die Gemeinde Mötzingen hatte das Entwicklungskonzept auch unter Beteiligung der Bürger, die einige Ideen einbrachten, entwickelt.
Laut Finis enthält es infrastrukturelle Ideen wie die Modernisierung von Gebäuden, Schaffung zusätzlichem zusätzliche Wohnraums und auch die Attraktivierung von Plätzen. Konkret geht es dabei unter anderem um die Gestaltung der verkehrsberuhigten Ortsmitte mit Fokus auf die Schlossgartenstraße, die Rathausmodernisierung oder ein städtebauliches Konzept für das ehemalige Kronenareal.
Die Bürger hatten auch soziale Projekten, wie die Gestaltung sozialer Treffpunkte für alle Altersgruppen, angeregt.
Die Gemeinde selbst hat ganz konkrete eigene Vorhaben. Dazu gehört auch die Sanierung des in die Jahre gekommenen und nun auch mit Schäden behaftetem Rathauses.
Schon Interesse angemeldet
Auch private Maßnahmen seien schon angemeldet, sagte Finis. So habe die Sparkasse das Ziel, ihre Filiale zu modernisieren und auch Wohnraum zu schaffen.
Der Bürgermeister geht davon aus, dass mit Aufstellung der Satzung und somit der konkreten Bedingungen weitere private Projekte hinzu kommen könnten.
Die jetzige Förderung wird als Einstieg in das Gemeindeentwicklungskonzept gesehen, das dann hoffentlich in weiteren Förderrunden fortgesetzt werden könne. Der Name „Mötzingen 2040“ zeigt ja schon, wie der Zeitrahmen angelegt ist.