Mit der Aufnahme ins Landessanierungsprogramm erhofft sich die Gemeinde vor allem, die Pfarrgasse und den Rathausplatz erschließen und ausbauen zu können. Foto: Herzog

Die Gemeinde Eschbronn bekommt ihr Sanierungsgebiet „Ortsmitte Mariazell“. Der Antrag zur Aufnahme in das Landesförderprogramm war im zweiten Versuch erfolgreich.

Mit dem Ziel, die Ortsmitte Mariazell großräumig städtebaulich zu entwickeln und dadurch aufzuwerten, beschäftigt sich die Kommune schon länger.

 

Wie Bürgermeister Franz Moser in der jüngsten Ratssitzung bekannt gab, sei in den vergangenen Jahren wiederholt versucht worden, in ein Förderprogramm des Landes oder Bundes aufgenommen zu werden.

Bei mehreren Veranstaltungen wie Einwohnerversammlung, Workshop und Talk im Dorf seien die Öffentlichkeit und vor allem die betroffenen Anwohner über das Vorhaben informiert worden. Für die Unterstützung und Antragstellung habe der Gemeinderat die STEG (Stadtentwicklung) beauftragt, die aufbauend auf bisherige Entwicklungskonzepte und für das vorgesehene Sanierungsgebiet ein integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet habe, schilderte der Bürgermeister.

Nachdem die Gemeinde 2024 beim Erstantrag nicht berücksichtigt worden sei, habe der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, einen zweiten Förderantrag zu stellen. Einen Tag nach der Sitzung am 13. Mai habe er den schriftlichen Bescheid vom Regierungspräsidium Freiburg erhalten, dass die Gemeinde im Programmjahr 2025 zum Zuge komme, überbrachte Moser die freudige Nachricht.

Projektvolumen von über 1,3 Millionen Euro

Die Fördersumme betrage zunächst 800 000 Euro. Ausgehend von einem Fördersatz von 60 Prozent bedeute dies ein Projektvolumen von über 1,3 Millionen Euro. „Insgesamt gehen wir von einem Umfang von circa 3,5 Millionen Euro aus, was einer Fördersumme von rund 2,1 Millionen Euro entspricht. In den Folgejahren müssen je nach Projektfortschritt Folgeanträge zur Aufstockung der Fördermittel gestellt werden“, erläuterte der Bürgermeister.

Nicht nur die Kommune profitiere von einem hohen Fördersatz, auch private Maßnahmen würden mit 60 Prozent gefördert. Es werde ein Zeitraum von zehn Jahren anvisiert, meist dauere ein Sanierungsgebiet aus Erfahrung jedoch länger. Nachdem mit der Aufnahme ins Landessanierungsprogramm Phase 1 abgeschlossen sei, gehe es nun in Phase 2 mit den vorbereitenden Untersuchungen weiter, teilte Moser mit. Unter anderem würden die städtebaulichen Missstände analysiert und bewertet, Gespräche mit der beteiligten Bürgerschaft über deren Bereitschaft zur Mitwirkung geführt, städtebauliches Maßnahmenkonzept erarbeitet und eine Kostenübersicht erstellt.

Gebiet ist noch nicht endgültig

„Bis im November dieses Jahres werden wir den Ergebnisbericht erhalten und können dann den Satzungsbeschluss fassen“, verriet der Rathauschef die weitere Vorgehensweise. Eine förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets erfolge erst in Phase drei zum Ende des Jahres oder Anfang 2026. Der Gemeinderat habe bei der Antragstellung zwar ein potenzielles Gebiet festgelegt, was jedoch keine endgültige Festsetzung bedeute.

„Wir freuen uns sehr über die Programmaufnahme. Hoffentlich können wir die Chance nutzen und etwas bewegen“, sprach der Bürgermeister ganz im Sinne der Ratsmitglieder.