Wie kann die Hechinger Innenstadt an Attraktivität gewinnen? Der Verkauf der östlichen Gebäudezeile am Obertorplatz macht Hoffnung. Diese Ideen hat die Kreisbau Hechingen.
Kritisiert wird der Zustand der Hechinger Innenstadt gern und viel. Konkrete Ideen, wie Markt- und Obertorplatz attraktiver gemacht werden können, bleiben aber meist aus. Einen Impuls zum Aufbruch könnte der Verkauf der östlichen Gebäudezeile am Obertorplatz bieten; der Insolvenzverwalter der EJL-Stadtentwicklungs GmbH hatte zuletzt darauf gehofft, bis Ende des Jahres den Verkauf abschließen zu können.
Interessiert, zumindest an einzelnen Gebäuden aus dem Ensemble, zeigte sich auch die Kreisbaugenossenschaft Hechingen. Dem sei immer noch so, wie Elisabeth Klaiber, seit Januar Geschäftsführende Vorständin, im Gespräch erklärt. Das Interesse sei auch so beim Insolvenzverwalter hinterlegt. Dieser, so informiert Klaiber, wolle wieder auf die Kreisbau zukommen.
Welche Idee hat Elisabeth Klaiber für die Innenstadt? „Für mehr Attraktivität müssen wir Wohnen, Arbeiten und Kultur noch näher zusammenbringen.“ Sie schlägt vor, mehr Wohnraum in den Obergeschossen von Gebäuden in der Innenstadt unterzubringen. Im Erdgeschoss könnten wiederum Pop-up-Nutzungen für Belebung sorgen. „Neue Geschäfte können sich so ausprobieren, das Angebot und Einkaufserlebnis wechselt“, betont Klaiber die Vorteile.
Stadtmarketing-Verein initiiert „tolle Aktionen“
Was in Hechingen für Klaiber schon gut läuft, sei das Zusammenspiel von Stadt und Stadtmarketing-Verein. Der umtriebige Verein starte bereits viele „tolle Aktionen“, so Klaiber weiter. Als wünschenswert sehe sie zudem eine bei der Stadt angesiedelte gezielte Wirtschaftsförderung. Nur, das weiß Elisabeth Klaiber auch, binde dies personelle Kapazitäten: „Bei der aktuellen kommunalen Finanzlage ist das vermutlich nicht finanzierbar.“
Dennoch möchte sie die Verwaltung weiter ermutigen, die Aufenthaltsqualität mit grünen Aufenthaltsinseln, barrierearmen Wegen sowie Veranstaltungen und Kulturformaten zu fördern.
Die Kreisbaugenossenschaft selbst möchte mit ihren eigenen Projekten in Zukunft weiter aktiv sein. Derzeit entsteht ein Neubau mit 12 Wohneinheiten an der Silberburgstraße; ein weiteres Projekt sei in Planung, aber noch nicht spruchreif. Grundsätzlich priorisiere die Kreisbau den Erhalt und die energetische Modernisierung der Gebäude. Im Jahr 2024 flossen allein knapp zwei Millionen Euro in die Instandhaltung; 2023 wurde diese Marke gar gerissen.
Kreisbau will weiter alle Marktsegmente abdecken
Weiter setzt die Kreisbau auf Nachverdichtung. Heißt: Aufstockungen, Dachausbau und Lücken auf Bestandsgrundstücken schließen. Probleme macht hier jedoch der Stellplatzschlüssel, der bei einem Ausbau nicht mehr erfüllt werden kann oder Gremien, die die Nachverdichtung verhindern. „Wir wollen alle Segmente und Marktpreise abdecken. So können wir für unsere Mitglieder am wirtschaftlichsten Arbeiten.“ Die Kreisbau möchte so auch künftig bezahlbaren Wohnraum schaffen und erhalten.