Der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik (AUT) hat die Wirtschaftspläne der Stadtwerke und des Werkhofs für 2026 gebilligt. Kritik gab es am Defizit der Stadtwerke.
Die Stadtwerke erledigen vielfältige Aufgaben für die Stadtgesellschaft. Sie kümmern sich um die Schwimmbäder, um Busse und Parkhäuser, Wärme- und Stromversorgung. Auch für das Gebäude des Burghofs sind sie zuständig.
Der Leiter der Stadtwerke, Klaus Schallenberger, stellte dem AUT am 27. November die Finanzentwicklung in den Betriebszweigen vor. Bei den Bädern planen die Stadtwerke 2026 mit einem etwas höheren Verlust als 2025, nämlich mit knapp zwei Millionen. Man hofft, im kommenden Jahr alle Personalstellen zu besetzen, und rechnet mit um 79 000 Euro höheren Personalkosten. Hinzu kommen Bereitschaftsverträge für mehr Security-Kräfte. Die dringende Sanierung des Hallenbades soll vorbereitet werden. Kleinere Investitionen, etwa der Bau neuer Kassenanlagen, sind in Hallen- und Freibad vorgesehen.
Gebühren für die Tiefgaragen steigen
Zum Betriebszweig Verkehr gehören die Tiefgaragen und die Stadtbusse. Die Gebühren für die Tiefgaragen werden im Jahr 2026 um fünf Prozent steigen. In neue Busse sollen 3,1 Millionen Euro investiert werden, in neue Wartehäuschen 30 000 Euro. Auf Nachfrage von Christa Rufer (SPD) sagte Schallenberger, auch ein barrierefreies Fahrzeug für die Ortbuslinie zehn werde angeschafft.
Beim Betriebszweig Burghofgebäude ist ein Verlust von knapp 700 000 Euro einkalkuliert. Im Jahr 2026 sind umfangreiche Investitionen vorgesehen: die Erneuerung von Kälte- und Lüftungstechnik (540 000 Euro), die Trennung von Trink- und Löschwasserversorgung (200 000 Euro), ein Sonnenschutz für die Ostfassade (40 000 Euro). Matthias Lindemer (Freie Wähler) kritisierte: Zum hohen Defizit-Ausgleich, den die Stadt dem Burghof jedes Jahr zahle, komme das Defizit bei den Stadtwerken noch dazu. „Der Burghof ist ein Fass ohne Boden“, schloss sich Matthias Koesler (FDP/Die Piraten) an. Der Burghof zahle im Gegenzug an die Stadtwerke eine Miete, erklärte Schallenberger.
Einstimmig hieß der AUT eine Erhöhung der Trinkwassergebühren ab 2026 gut (wir haben berichtet). Beim Betriebszweig Wasser wird für 2026 ein Gewinn von mehr als 900 000 Euro erwartet, der in Ausbau und Instandhaltung des Trinkwassernetzes zurückfließt.
Die Stadtwerke sind am Energieversorger Badenova beteiligt und rechnen in 2026 mit einem Gewinnanteil von knapp zwei Millionen Euro. Insgesamt wird mit einem Verlust von rund 830 000 Euro gerechnet. Schallenberger blickte optimistisch in die Zukunft, stellte aber weitere Gebührenerhöhungen beim Waser und beim Parken in Aussicht.
Werkhof entwickelt sich wirtschaftlich gut
Auch der Werkhof erledigt vielfältige Aufgaben in der Stadt. Er pflegt Grünanlagen, Brunnen und Spielplätze. Die Mitarbeiter warten den städtischen Fuhrpark, helfen bei der Absperrung für Veranstaltungen wie der Straßenfasnacht. Außerdem müssen sie immer mehr illegalen Müll wegräumen und im Sommer immer mehr Bäume gießen.
Obwohl der Werkhof mit Fachkräftemangel kämpft, entwickelt er sich wirtschaftlich gut. Das Jahr 2024 schloss der Werkhof mit einem Gewinn von fast 340 000 Euro ab, der in den Kernhaushalt der Stadt fließt. Zum Gewinn trugen eine verstärkte Auslastung durch Aufträge Dritter und eine „disziplinierte Haushaltsführung“ bei. Abläufe sollen durch Digitalisierung, etwa bei der Erfassung der Arbeitszeit, effizienter werden. Für 2026 wird ein ausgeglichenes Ergebnis mit Aufwendungen und Erträgen von knapp 5,5 Millionen Euro erwartet.
Im Zuge der Haushaltskonsolidierung steht auch das Personal des Werkhofs auf dem Prüfstand. Ende 2024 waren dort 51 Mitarbeiter fest angestellt. Auf Saisonkräfte will man ab 2026 verzichten.
Fritz Böhler (Die Grünen) und Christiane Cyperrek (SPD) fragten allerdings, wie der Werkhof mit immer weniger Personal seine wachsenden Aufgaben bewältigen wolle.
Matthias Koesler (FDP/Die Piraten) verlangte exakte Zahlen für das Arbeitsaufkommen in den Grünflächen. Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic wollte die Entwicklung noch diesen Winter beobachten. Man trage Verantwortung für die Mitarbeiter, betonte sie in der AUT-Sitzung.