Die Stadtwerke Rottenburg informieren über ihre Preiserhöhungen (von links): Stadtwerkechef Martin Beer, Michael Kling, Bereichsleiter Vertrieb, sowie Patrick Esser. Foto: Baum

Die Stadtwerke Rottenburg erhöhen ihre Preise für Strom, Gas und Wasser. Doch dank der Strom- und Gaspreisbremsen der Regierung hat die Erhöhung einen deutlich geringeren Einfluss auf die Kosten, sagt Stadtwerkechef Martin Beer.

Rottenburg - Mit der angekündigten Strom- und Gaspreisbremse der Regierung würden die Kunden der Stadtwerke spürbar entlastet. 80 Prozent der Energiemenge würde damit gedeckelt. Im Strom sind es 40 Cent pro Kilowattstunde, die künftig für die Grundversorgung anfallen, beim Erdgas sind es 12 Cent pro Kilowattstunde. 20 Prozent der Energiemenge werden mit den neuen Tarifpreisen verrechnet.

Zudem konnte Stadtwerkechef Martin Beer eine weitere gute Nachricht verkünden – mit den Finanzbehörden konnte geklärt werden, dass in der kommenden Jahresrechnung für 2022 der gesamte Rechnungsbetrag mit 7 Prozent Mehrwertsteuer anstatt wie bisher 19 Prozent berechnet werden kann. Dies ist für die Erdgaskunden bereits im Jahr 2022 eine weitere Entlastung. Dennoch erhöhen die Stadtwerke ab dem 1. Januar 2023 die Preise. Die Stadtwerke werden in den nächsten Tagen ihre Kunden schriftlich über die Preisanpassungen informieren.

Preise steigen 15 bis 20 Prozent

Beim Strom werden die Preise in der Grundversorgung um circa 15 Prozent und beim Erdgas um rund 20 Prozent in der Grundversorgung angehoben. Ein Beispiel: In der Grundversorgung bezahlt ein Haushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im kommenden Jahr mit der Strompreisbremse rund 1600 Euro. Im Jahr 2022 waren es circa 1300 Euro ohne Strompreisbremse. Beim Erdgas fallen mit der Gaspreisbremse bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr 2023 rund 2760 Euro an. Im Jahr lagen die Energiekosten bei diesem Verbrauch bei circa 2700 Euro.

Kunden werden entlastet

Beer freut sich, dass dank der Strom- und Gaspreisbremse die Kunden spürbar entlastet werden. Er berichtet zudem, dass die Stadtwerke mit ihrer Beschaffungsstrategie in den letzten Jahren sehr vorteilhaft Strom und Erdgas beschaffen konnten. Damit konnten die Stadtwerke günstige Preise für ihre Kunden ermöglichen. Der Ukraine-Krieg führte dann zu einer Energiekrise. "Der Energiehandel ist in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn praktisch zum Erliegen gekommen", sagt Beer.

Strom und Gas wurden danach an den Börsen zu Höchstpreisen gehandelt und mussten dann zu diesen hohen Preisen auch von den Stadtwerken beschafft werden. "Energieversorger gingen pleite oder haben massenhaft ihre Verträge aufgekündigt", sagt Beer. Die Situation zeige, "welch hohes Gut ein sicherer und stabiler Energieversorger bietet".

Keine Sperrungen oder Kündigungen

Im Vergleich zu den verkauften Strommengen hätten die einen eher kleinen Anteil an Eigenerzeugung mit ihren Wasserkraftwerken. Daher sei es nicht möglich gewesen, die Strombeschaffung damit nennenswert zu subventionieren. Die Stadtwerke hätten zudem darauf verzichtet, den Kunden Verträge zu kündigen. Beer betonte, dass alle Haushaltskunden der Stadtwerke in dieser schwierigen Zeit geschützt werden und Strom und Gas grundsätzlich nicht gesperrt würden. Die Stadtwerke bieten kundenfreundlichere Lösungen – etwa Vorkassenzähler oder großzügige Ratenzahlungen.