Die Personalkosten bei den Eigenbetrieben der Stadtverwaltung sind bereits im Jahr 2022 gestiegen. Das ergaben die Jahresabschlüsse des Eigenbetriebes Entsorgung und des Betriebshofes. Das hat unter anderem Folgen für die Abwassergebühren.
Die Jahresabschlüsse 2022 des Eigenbetriebes Entsorgung und des Betriebshofes wurden in der jüngsten Betriebsausschuss-Sitzung erläutert und dem Gemeinderat einstimmig zur Absegnung empfohlen. Beschlossen werden die Jahresabschlüsse dann vom Gemeinderat in der Sitzung kommenden Dienstag, 23. April. Ein Überblick:
Die Abwassermenge sinkt
Eigenbetrieb Entsorgung Markus Friesenbichler, Leiter der Städtischen Werke Hechingen, blickt 2022 auf eine Abwassermenge 1 105 896 Kubikmetern. Interessant: Die gebührenpflichtige Schmutzwassermenge sank im Vergleich zum Jahr 2021 um 13 284 Kubikmeter. Friesenbichler kennt die Details: „Privathaushalte haben weniger Abwasser verursacht, das Gewerbe mehr.“ Die Gesamtlänge des städtischen Kanalnetzes – ohne Hausanschlüsse – beläuft sich zum Ende des Jahres auf rund 186 Kilometer. Unter dem Strich schließt der Eigenbetrieb Entsorgung mit einem Gewinn in Höhe von rund 134 000 Euro ab, so der Jahresbericht 2022. „Ein erfreuliches Ergebnis“, so Friesenbichler.
Erddeponie „Hinter Rieb“ wird rekultiviert
Gegenstand des Eigenbetriebs Entsorgung ist die Abwasserbeseitigung in der Stadt Hechingen sowie der Betrieb der Erddeponie „Hinter Rieb“. Auf dieser war 2022 weniger los als im Vorjahr. Insgesamt wurden 26 022 Tonnen Erdaushub weniger angeliefert – ein Rückgang von 38,8 Prozent. Für die Öffentlichkeit ist die Erddeponie ohnehin nicht mehr zugänglich, da diese verfüllt ist und nun rekultiviert wird.
Ein Faktor, der in Zukunft noch an Bedeutung gewinnt, seien zudem die Personalkosten. Diese sind bereit im Jahr 2022 um 116 000 Euro – das entspricht 18,9 Prozent – gestiegen. Im laufenden Jahr greift dazu der neue Tarifabschluss im öffentlichen Dienst, was erneut zu massiven Mehrkosten führen wird – und bereits die zähen Haushaltsberatungen überschattet hat. Mit eine Folge: Voraussichtlich müsse der bisherige Abwasserpreis von 2,62 Euro pro Kubikmeter im Jahr 2025 erhöht werden.
Personal im Betriebshof muss aufgestockt werden
Eigenbetrieb Betriebshof Auch der Betriebshof konnte im Geschäftsjahr 2022 ein Gewinn verbuchen – und zwar mit rund 26 000 Euro. Der personalintensive Betriebshof ist ebenfalls von den Lohnsteigerungen betroffen. Denn: Die 36,85 Stellen sind gegenüber dem Vorjahr 2021 konstant geblieben; die Personalaufwendungen aber um sechs Prozent gestiegen. Und diese Kosten werden künftig steigen, weil laut Friesenbichler durch Neubaugebiete auch mehr Personal beispielsweise für den Winterdienst benötigt werde. Der Betriebshof ist für die Unterhaltungsarbeiten in den Bereichen Straßen, Straßenbeleuchtung, Stadtreinigung mit Winterdienst, Sport- und Spielplätze, Park und Garten sowie Gewässer der Stadt Hechingen verantwortlich. Und auch für das Jahr 2023 wird laut Jahresbericht ein Gewinn prognostiziert: Dieser beläuft sich Schätzung zufolge auf 28 000 Euro.
Die Kläranlage wird saniert
Betonsanierung
Die Sanierung des Belebungsbecken der Kläranlage steht in den Jahren 2024 und 2025 an. Die Vergabe der Betonsanierungsarbeiten der drei Belebungsbecken und Anschlussgerinne hat der Betriebsausschuss dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen. Beauftragt werden soll die Freiburger Firma Resabau für 1,2 Millionen Euro. Hintergrund der Sanierung sind Rostblasenbildung aus der tieferliegenden Bewehrung sowie erhöhte Chlor und Sulfatgehalte bis in eine Tiefe von vier Zentimetern.
Belüftungstechnik
Auch die Optimierung der Belüftungstechnik der Kläranlage ist fällig. Die Arbeiten hat der Betriebsausschuss dem Gemeinderat zur Vergabe an an die Firma Syro aus Wilnsdorf für rund 550 000 Euro empfohlen.