Alles wird teurer – auch für den Balinger Energieversorger. Zu den gestiegenen Aufwendungen für die Mitarbeiter kommt die Steigerung bei den Materialkosten. Das schlägt sich auf dem Konto nieder: Das Unternehmen hat fast 31 Millionen Euro Schulden.
Die Stadtwerke Balingen sind bei weitem nicht die einigen Energieversorger, bei dem die Kassenlage klamm ist, wie Markus Streich in seiner ersten Ausschusssitzung als neuer Chef des Unternehmens dem Gremium erklärte. Der Ausbau der Wärmeversorgung sei für keinen Anbieter ohne externe Finanzierung möglich.
Konrad Bonislawski erläuterte in der Sitzung, dass zwar mehr Umsatz für 2025 zu erwarten sei – gleichzeitig aber steigen die Personalkosten. „Auch das Material wird teurer“, so der Fachmann, etwa für Kabel oder Trafostationen und extern beauftragte Firmen.
Lohnkosten haben sich erhöht
Einen großen Posten im Gesamthaushalt machen die Löhne für die derzeit 190 Mitarbeiter aus. Rund 10 Millionen Euro sind im Haushalt eingeplant. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 8,6 Millionen Euro. Darin eingerechnet sei bereits eine Tarifsteigerung von 2,5 Prozent – ein unsicherer Posten: „Die Verhandlungen haben noch gar nicht begonnen“, so Bonislawski.
Acht neue Stellen sollen geschaffen und ausgeschrieben werden. Darunter auch zwei Ausbildungsplätze: „Wir brauchen unser eigenes, gut ausgebildetes Personal“, meint Bonislawski. Geplant sei auch, einen hauseigenen dritten Tiefbautrupp zu besetzen.
Damit der Bademeister nicht putzen muss
Warum für den Bäderbetrieb 1,7 neue Stellen geschaffen werden? Diese Frage stellte Ausschuss-Mitglied Stephan Reuß, seines Zeichens auch Ortsvorsteher von Frommern. Ob man nicht einfach die Öffnungszeiten im Hallen- und Freibad reduzieren könnte?
Aus Sicht der Stadtwerke als Bäderbetreiber keine Option: Beide Schwimmbäder sind an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Die 0,7 im Stellenplan sind für eine weitere Reinigungskraft vorgesehen, das Personal komme mit dem Saubermachen der Umkleiden nicht nach. „Es ist schon passiert, dass Bademeister Rainer Schneider putzen musste“, erklärte Bonislawski.
Das Personal soll in den Bädern auch deshalb aufgestockt werden, um den Standort Balingen als Arbeitsort attraktiv für das Fachpersonal zu machen: „Bislang ist für die Mitarbeiter kein Sommerurlaub möglich, weil alle im Freibad gebraucht werden“, erläuterte der Fachmann. „Für Angestellte mit Kindern, die auf die Sommerferien als Reisezeit angewiesen sind, ist das unattraktiv.“
Stadtwerke betreiben Elina-Bus weiter
Im Plan eingestellt sind auch 400 000 Euro für den Elina-Bus. Wofür genau? Diese Frage stellte Sybille Fleischmann. Oberbürgermeister Dirk Abel kennt die Antwort: Das Forschungsprojekt zum sich während des Fahrens selbst aufladenden Elektrobus, der bei der Gartenschau als Shuttle genutzt wurde, läuft aus. Das Fahrzeug ist aktuell zum Beispiel als Schulbus im Einsatz. Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Lauwasenschule Magnetspulen in die Fahrbahn eingebracht.
„Wir kaufen vom Forschungsprojekt die Lade-Infrastruktur ab“, erklärte Abel. Konkret geht es um die grauen Ladekästen, der Bus selbst gehört der Stadt bereits. Ohne Ladestruktur könnte dieser nicht weiter betrieben werden. Immerhin: die Stadt bekommt das Paket zum abgeschriebenen Restwert.