Die Strom- und Gaspreise am Markt sinken für viele Verbraucher ab 2026 wieder. Was das konkret für Nutzer bedeutet, erklärt Monika Ehmann von den Stadtwerken Altensteig.
Ein Preisniveau wie vor der Energiekrise? Strom und Gas werden für viele Haushalte im kommenden Jahr wieder günstiger. Warum das so ist, erklärt Monja Ehmann, Teamleitung Vertrieb bei den Stadtwerken Altensteig, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die Stadtwerke Altensteig vertreiben sowohl Strom als auch Gas und sind zugleich Netzbetreiber. Zum 1. Januar des neuen Jahres können sich Kunden über Preisanpassungen freuen – davon profitieren nicht nur Abnehmer der Stadtwerke Altensteig. Konkret bedeuten die sinkenden Preise bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von rund 3500 Kilowattstunden eine jährliche Ersparnis von etwa 130 bis 150 Euro.
Doppelt so hohe Preise während der Energiekrise
Ein wesentlicher Grund dafür sei unter anderem der gesunkene Beschaffungspreis für Strom, erklärt Ehmann. „Während der Energiekrise 2023 hatten die Lieferanten teilweise doppelt so hohe Preise“, erinnert sie sich.
Ein weiterer Faktor für die sinkenden Strompreise sind Bundeszuschüsse aus dem Klima- und Transformationsfonds. Ab 2026 vergibt die Bundesregierung bundesweit insgesamt 6,5 Milliarden Euro an Netzbetreiber, um Haushalte und Unternehmen zu entlasten. „Dies müssen Netzbetreiber auch an die Kunden weitergeben“, erläutert Ehmann.
Für den Endverbraucher bedeutet das sinkende Preise
Andere Preisbestandteile wie Abgaben und Umlagen – etwa die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, die Offshore-Netzumlage oder der Aufschlag für besondere Netznutzung – seien hingegen leicht gestiegen. Stromsteuer und Mehrwertsteuer seien unverändert geblieben, erklärt Ehmann weiter.
Beim Gas habe sich der Beschaffungspreis zwar nach unten entwickelt, gleichzeitig seien jedoch die Netzentgelte gestiegen. Positiv wirke sich aus, dass die Gasspeicherumlage entfällt. In der Summe bedeute das für Endverbraucher also dennoch sinkende Preise. Die Preise sind allerdings auch von vielen weiteren Faktoren abhängig:„Die nachhaltige Stromerzeugung vor Ort hat natürlich auch einen Einfluss“, ergänzt sie. In Altensteig betreiben die Stadtwerke mehr als 20 Photovoltaik-Anlagen und sechs Wasserkraftanlagen entlang der Nagold – sowie 16 Blockheizkraftwerke.
Ein ähnliches Preisniveau wie 2021
„Das ist natürlich nicht allgemeingültig, aber die bundesweite Tendenz geht im kommenden Jahr klar in Richtung sinkender Preise“, sagt Ehmann. Im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt liegen die Preise damit wieder etwa auf dem Niveau von 2021, also vor der Energiekrise – allerdings noch nicht auf dem Stand von 2016. „Das ist zum Teil auf die Energiekrise zurückzuführen“, meint Ehmann.
Hinzu komme, dass die Gasbeschaffung insgesamt teurer geworden sei. Russische Gaslieferungen nach Deutschland seien weggefallen. „Viele Kunden steigen auch um“, berichtet Ehmann, etwa auf Alternativen wie Fernwärme oder Wärmepumpen. Wenn jedoch immer mehr Kunden auf andere Energieformen wechseln, verteilen sich im Umkehrschluss fixe Netz- und Betriebskosten auf weniger Abnehmer – was die Kosten für die verbleibenden Nutzer erhöht.
Bleibt die Frage, ob die derzeit sinkenden Preise – unter anderem durch Zuschüsse – mit Blick auf das Jahr 2027 nach deren Wegfall wieder steigen könnten? „Was im Herbst sein wird, kann man noch nicht sagen. Prognosen für 2027 wären jetzt reine Glaskugel“, sagt Ehmann. Man bemühe sich jedoch, Risiken breit zu streuen und so möglichst stabile Preise zu gewährleisten. Unterm Strich seien die sinkenden Gas- und Strompreise dennoch „ein erfreuliches Signal für die Verbraucher“, resümiert sie.