Otto-Jesko von Schröder und Forstrevierleiter Kandern und Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer Foto: Marianne Rittner

Das Forstwirtschaftsjahr 2024 des Stadtwaldes brachte einen Rekorderlös durch den Holzverkauf. Die Herausforderung bleibt die Klimaanpassung des Waldes.

„2024 war ein besonderes Jahr“, führte der Forstrevierleiter von Kandern, Otto-Jesko von Schröder, in seinen „Jahresabschluss für den Kanderner Stadtwald 2024“ im Verwaltungsausschuss ein.

 

Mit den Folgen des Sommersturms von 2023 habe man weit in den Winter hinein zu kämpfen gehabt. Dies habe Kosten verursacht und Zeit in Anspruch genommen. Zu den Zahlen: Laut von Schröder wurden 2024 rund 5880 Festmeter geschlagen, 1800 weniger als ursprünglich geplant und rund 1000 weniger als im Jahr zuvor.

Durch den Verkauf von Nutz- und Brennholz konnten 2024 rund 640 700 Euro eingenommen werden, rund 33 800 Euro mehr als 2023 (606 800 Euro) – laut von Schröder ist dies ein neuer Rekordwert – zum Vergleich: 2021 betrug der Erlös aus dem Holzverkauf „nur“ rund 301 400 Euro.

Grund sei, dass sich der Holzmarkt seit 2021 massiv verbessert habe, die geschlagenen Holzarten konnten laut von Schröder im Durchschnitt zu einem höheren Festmeterpreis vermarktet werden als im Vorjahr.

Weitere Einnahmen ergeben sich unter anderem aus Pachtverträgen (13 000 Euro), Arbeiten in anderen Betriebsteilen (rund 12 500 Euro) und Zuweisungen für laufende Zwecke (17 000 Euro).

Demgegenüber stehen rund 658 000 Euro Ausgaben, gegenüber dem Vorjahr habe es in vielen Bereichen Mehraufwendungen gegeben, wobei die Personalkosten mit rund 280 400 Euro den größten Posten darstellen. Unterm Strich konnte das Jahr 2024 mit einem Überschuss in Höhe von rund 32 800 Euro im Ergebnishaushalt abgeschlossen werden.

Klimawandel bleibt prägendes Thema

Im Rahmen seiner Vorstellung des Forstlichen Betriebsplans für 2026 ging Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer auf die Rahmenbedingungen für die Bewirtschaftung in den nächsten Jahren ein: Holz werde als Energieträger weiter eine wichtige Rolle spielen.

Der Klimawandel sei in der gesamtgesellschaftlichen Diskussion zwar nach hinten gerückt, für den Wald sei er nach wie vor das prägende Thema. Entsprechend blieben die Themen Klimaanpassung und Waldumbau relevant, die nur mit aktiven Maßnahmen gelängen. „Wir hatten dieses Jahr sehr hohe Niederschläge“, sagte Schirmer, anders als in den Dürrejahre 2018 bis 2020 und 2022. Dieser Regen ermögliche aber nur ein „vermeintliches Durchatmen“, weil gerade vorgeschädigte Bäume Zeit bräuchten, um sich zu regenerieren.

Auf die Grundwasserneubildung hätten sich die Niederschläge positiv ausgewirkt, Waldarbeiten mit Maschineneinsätzen hätten sie erschwert.

Wälder pflegen und stabilisieren

Die Wirtschaftskrise schlage auf den Holzmarkt, die Inflation ließe die Preise steigen. Die Nachfrage nach Nadelhölzern sei gut, entsprechend auch die Preise. Für 2026 sei ein Einschlag von 8000 Festmetern geplant, das entspräche nachhaltigem Wirtschaften. „Was wollen wir erreichen? fragte Schirmer und gab die Antwort: „Wir wollen die Wälder pflegen und stabilisieren.“

Dazu komme die Bereitstellung des nachwachsenden, CO2-neutralen Rohstoffs Holz, die Bereitstellung von Brennholz, die Entnahme befallener Bäume, sowie weitere Maßnahmen, um den Wald zu pflegen, sowie Brennholz. Außerdem könne damit ein Überschuss in Höhe von etwa 63 000 Euro erzielt werden. Der Deckungsbeitrag aus der Holznutzung beträgt 358 000 Euro.

Betriebsergebnis: 63 000 Euro

Zudem werde in Jungbestände investiert: Geplant sei, auf 1,5 Hektar rund 5500 Bäume zu pflanzen, davon 4500 Eichen. In die Jungbestände sollen 104 000 Euro investiert werden.

Eine Maßnahme zur Klimaanpassung sei, die Baumartenvielfalt zu erhöhen, um das Risiko zu streuen. Die Wegeunterhaltung schlägt in Schirmers Rechnung mit 29 000 Euro zu Buche, weitere Maßnahmen wie der Unterhalt von Erholungseinrichtungen wie dem Erlebnispfad sowie die Herstellung der Verkehrssicherheit im Wald, die Schirmer als „Investitionen für Bevölkerung und Ökologie“ kategorisierte, erfordern eine Investition von 71000 Euro.

Die Verwaltungskosten beziffert Schirmer mit 77 000 Euro, die Kosten für die Kernverwaltung auf 40 000 Euro. Eine Besonderheit sei der Einsatz der Forstwirte im Bauhof. „Wenn man alles aufrechnet, beträgt das Betriebsergebnis 63 000 Euro“, bilanzierte Schirmer.