Horb Aktiv will einen Einbahnstraßenring in Horb über Schillerstraße, Reibegässle und Neckarstraße. City-Manager Thomas Kreidler: „Der Gemeinderat hat monetäre Bedenken“. OB Rosenberger: „Wir versuchen, den Weg frei zu machen!“
Der Gemeinderat hat offenbar Angst vor den Plänen eines „City-Schleifles“. Deshalb gab es am Mittwoch, 24. Oktober, ein Gespräch zwischen Horb Aktiv und den Stadträten.
Die Horb Aktiv-Vorstände Bernd Gall und Tobias Waldmüller hatten sich schon vor knapp einem Jahr für den Einbahnstraßenring über Schillerstraße, Reibegässle, Mühlener Straße und Neckarstraße ausgesprochen.
Handelssicht vom Gemeinderat ignoriert?
Gall sagt jetzt auf der Hauptversammlung von Horb Aktiv: „Wir haben uns jetzt mit den Gemeinderäten getroffen. Und intensiv diskutiert. Weil unsere Sicht dort nicht genügend wahrgenommen wurde.“
Doch warum hat der Gemeinderat Angst vor dem City-Schleifle?
City-Manager Thomas Kreidler: „Dort wurden monetäre Bedenken geäußert.“
OB Peter Rosenberger: „Diese monetären Bedenken kann man – auf den ersten Blick – nachvollziehen. Mit dem neuen Stadion, der neuen Sporthalle, dem Fruchtkasten und dem Umbau der Kernstadt mit der Straßen-Umgestaltung könnten bis zu 40 Millionen Euro auf die Stadt zukommen.“
Rosenberger: „Wir haben 40 Mio. Euro Investition vor der Brust“
Allerdings, so Rosenberger: „Die Bedenken habe ich so wahrgenommen: Was passiert, wenn wir soviel Geld ausgeben und es funktioniert nicht? Ich werde darauf drängen, dass der Gemeinderat zum Jahreswechsel über den Einbahnstraßenring entscheidet. Bis dahin werden wir auch die Ergebnisse der Verkehrsbefragung haben.“
Bis dahin hofft Rosenberger, dass es das Rathaus schafft, wieder ein Stück Weg zum City-Schleifle freizumachen.
Rathaus will das störende Haus zum City-Schleifle kaufen
Das Stadtoberhaupt: „Das Haus in der Schillerstraße 15 ist auf dem Markt. Ich habe vom Gemeinderat den Auftrag bekommen, es zu erwerben. Wenn wir das haben, können wir die Einbiegung in die Schillerstraße und den neuen Einbahnstraßenring so gestalten, dass es auch funktioniert!“
Warum will Horbs OB die Entscheidung für das City-Schleifle schon so früh?
Rosenberger: „Unsere Fachleute haben den Untergrund zwischen Weinhaus Dörr und dem Blumenhaus Müller analysiert. Dort lauern Riesenaufgaben unter der Erde. Um das alles zu richten, reicht eine Sperre von sechs Monaten nicht aus.“
Warum das City-Schleifle Chaos verhindern könnte
Das heißt im Klartext: Wenn die Hochbrücke fertig ist und man sich entschließt, die Neckarstraße auf diesen gut 300 Metern neu zu machen, ist die Verbindung zwischen oberen Kernstadt und unterer Kernstadt lange gesperrt. Wenn dann ein City-Schleifle steht, kann man hier – falls zweispurig auf dem Reibegässle – bequem näher an die von der Sperre betroffenen Geschäfte rankommen.
Auch beim Fruchtkasten tut sich was. Rosenberger: „Das Land will uns Anfang des neuen Jahres das Wertgutachten übermitteln. Dann können wir über den Kaufpreis verhandeln.“
Der Fruchtkasten soll eins der Highlights der neuen Kernstadt werden. Rosenberger: „Wir sind da durchaus offen auch für Investoren. Allerdings werden wir nur einen günstigen Kaufpreis bekommen, wenn mehr als 50 Prozent des Gebäudes im öffentlichen Interesse genutzt werden. Falls sich Investoren finden, die mehr als 50 Prozent nützen möchten, müssten wir entsprechend an das Land nachzahlen!“
Touristinfo zieht endlich in den Schweizer-Pavillon
Die Tourist-Info hat demnächst mit allen Querelen rund um die Rauschbart-Vollsperrung und den Umbau der Kernstadt nichts mehr zu tun. Sie zieht von der Mühlener Straße um. Rosenberger: „Wir haben mit der Kreissparkasse verhandelt und werden die Stadtinfo in den sogenannten Schweizer-Pavillon verlagern. Das ist der bessere Standort – und das führt auch zur Aufwertung der Kernstadt.“