Horb will seine Kernstadt umbauen. OB Rosenberger zieht dabei den Vergleich zu Nagold. Das sagt Horbs Ur-Grüne Kristina Sauter, die beim Horber Stadtumbau im Gemeinderat mitredet und den Umbau in Nagold hautnah erlebt hat.
Für Kristina Sauter, Gemeinderätin der Offenen Grünen Liste, schließt sich ein Kreis. Sie kämpfte im Brückenbündnis für die Hochbrücke, erlebte in Nagold den dortigen Stadtumbau hautnah mit und sorgte zuletzt mit ihrem Appell für ein „City Schleifle“ im Gemeinderat für einen Umschwung der skeptischen Gremiums.
Nagolds Vater des Stadtumbaus, Ex-OB Rainer Prewo (SPD), erwähnt Sauter explizit in einem Mutmach-Statement für den anstehenden Stadtumbau in Horb. Horbs OB Peter Rosenberger hatte den anstehenden Stadtumbau in Horb mit dem von Nagold verglichen.
Damalige Lage in Nagold
Kristina Sauter sagt: „Ich bekam 1989 eine Stelle im Kulturamt in Nagold. Ich bin mit dem Bus gependelt. In sofern konnte ich selber in Augenschein nehmen, was da passiert ist.“ Die Lage damals in Nagold schildert Sauter: „Die Stadt war zerrissen und zerteilt. Auch ich konnte mir damals nicht vorstellen, wie man es schaffen könnte, den Vorstadtplatz und die Marktstraße vom Verkehr zu beruhigen.“ Es gab viele Diskussionen im Gemeinderat. Sauter sagt: „Alle Achtung, dass das alles ohne Streit ging.“
Anspruchsvolle Stadtgestaltung
Doch was waren die entscheidenden Punkte, dass der Stadtumbau in Nagold so gelungen ist? Sauter sagt: „Die Vision von Rainer Prewo war eine anspruchsvolle Stadtgestaltung. Er schlug beispielsweise vor, hochwertige Natursteine verlegen zu lassen. Mein Kulturamtsleiter meinte: Mit diesem Geld könnte man jede Menge tolle Kulturveranstaltungen finanzieren. Doch ich fand das richtig.“
Das ehemalige Gelände der Gambrinus-Brauerei war ein Schandfleck in Nagold. Sauter sagt: „Nicht nur ich habe mich gefragt, wie bekommt man dieses Viertel saniert. Doch Prewo hat mit einer sorgfältigen Auswahl von Investoren und Planungen mit einem hohen städtebaulichen Anspruch es geschafft, dort etwas wirklich hochwertiges entstehen zu lassen. Das ist schön gelöst worden.“
Die Tunnel-Lösung
Der Gemeinderat entschied dann zum Schluss die Tunnel-Lösung. Sauter sagt: „Damit sollte dafür gesorgt werden, dass die Wohngebiete nicht unter dem Verkehrslärm zu leiden haben.“ Sauter: „Ich habe in dieser Zeit viel auch mit dem Nagolder Tiefbauamtsleiter Richard Kuon aus Talheim diskutiert.“
Was wünscht sie sich als Ergebnis des Horber Stadtumbaus? Sauter meint: „Ich habe – im Gegensatz zu vielen Bürgermeistern und Gemeinderäten – immer versucht, alles beim Horber Handel zu kaufen. Mit dem Fahrrad, dem E-Bike oder mit dem Auto. Immer war ich damit beschäftigt, vor dem Einkauf zu klären, wie kommt man hin. Dabei habe ich immer drüber nachgedacht.“
Nicht mehr als 3000 Fahrzeuge
Ist die Ur-Grüne von Horb für eine Fußgängerzone oder das City-Schleifle? Sauter sagt: „Wir sind offen in der Fraktion. Wir wissen nicht, ob es für die Fußgängerzone einen städtebaulich guten Entwurfe gibt. Und ob man es schafft, genügend attraktive Parkmöglichkeiten möglichst nahe zu schaffen. Ich habe auch das Gefühl, dass die Ringlösung immer noch den Geruch der abgelehnten innerörtlichen Entlastung hat. Wir sollten die maximale Verkehrsberuhigung in der Kernstadt schaffen. Mehr als 3000 Fahrzeuge sollten wir dort nicht verkraften müssen. Man sollte die Autos auch nicht künstlich zuschließen. Sondern mit einer Art Schleichweg-Lösung dafür sorgen, dass Kunden, die wirklich was in Horb besorgen wollen, auch an ihr Ziel kommen. Das ist meine Erfahrung, die ich in den ganzen Jahren gemacht habe. Der Restverkehr – egal ob Bosch-Rexroth oder MGG – der muss die Hochbrücke nutzen.“
Städtebaulich hochwertige Lösung
Sauter wird dem neuen Gemeinderat nicht mehr angehören. Was ist ihr Appell an alle Gemeinderäte und Kandidaten? Sauter meint: „Wichtig ist eine städtebaulich hochwertige Lösung. Billiglösungen wie die Arkaden in Horb haben – so hört man – nicht die Kundenfrequenz wie erwartet. Der Stadtumbau von Nagold zeigt: Nur Schönes und Hochwertiges zieht die Leute an.“