Bei der Info-Veranstaltung zum Kernstadtumbau in Horb sagt das Rathaus, was auf Anwohner, Handel und Gewerbe zukommt.
Stadtplanerin Nina Ledermann spricht Klartext: „Wir werden die Kernstadt komplett umkrempeln. Dann können die Anwohner wieder aufatmen.“ Was das Umkrempeln konkret bedeutet, erläutert das Rathaus auf der ersten Info-Veranstaltung für Anwohner, Handel und Gewerbe.
Darum werden jetzt viele Straßen aufgerissen Nicht nur Neckarstraße, Schillerstraße, Mühlener Straße und Gutermannstraße sind betroffen. Auch Mühlgässle und Saarstraße haben Wasser- und Abwasserkanäle.
Stadtwerke-Chefin Monika Mitzkat sagt dazu: „Wir werden beim Umbau der Kernstadt versuchen, durch Versickerungsflächen und andere Maßnahmen das Stadtklima so kühl wie möglich zu halten. Gleichzeitig werden wir die vorhanden Infrastruktur erneuern und optimieren.“ Die Hirschgasse soll nach derzeitigen Plänen nicht gemacht werden.
Was die Sanierung der Christophorusbrücke bedeutet
Dabei werden die Stadtwerke versuchen, die Hauskontrollschächte direkt ans Haus zu verlegen. Kostet die Eigentümer nichts. Geprüft wird, ob auch Nahwärmeleitungen und Breitband-Leerrohre für Glasfaser Internet in Horb gleich mitverlegt werden.
Was mit der Christophorus-Brücke passiert Beide Teile der Christophorus-Brücke müssen erneuert werden. Einmal zwischen Kreuzung und Volksbank, dann zwischen Café Reinhardt und Argentum Antik. Johannes Kisner von den technischen Betrieben sagt: „Die Bauzeit schätzen wir jeweils grob auf ein Jahr ein.“
Der Brücken-Bypass und ein Jahr Vollsperrung
Problem: Wenn die große Christophorus-Brücke gemacht wird, müssen die Autos von der Bahnhofseite über die Hochbrücke fahren, um zum Fruchtkasten zu kommen. Dann geht es über den Parkring wieder über die Mühlener Straße raus. Das ist nicht so günstig für Handel und Gewerbe – weil ein Jahr weiträumig Umleitung droht.
Warum am Wilhelmsplatz Busse vorbeifahren werden
Warum plötzlich Busse am Dolce Vita vorbeifahren Wenn die kleine Brücke gemacht wird, dann müssen Autos und Busse über das neue Fruchtkastenareal über die Wilhelmsbrücke und Schillerstraße fahren. Um entweder über den Parkring Richtung Gutermannschule/Mühlen zu kommen. Oder rechts, wenn die große Brücke fertig sein sollte, zum Bahnhof. Klartext: Am jetzigen Dolce Vita und Bäcker Saur fahren 15 Meter Busse vorbei.
Thomas Hellener, Fachbereichsleiter technische Dienste: „Das ist uns bewusst. Die Bäume, die später die Autos hinter dem Parkhaus Innenstadt von der Durchfahrt abhalten sollen, werden ganz zum Schluss gepflanzt, wenn alles fertig ist.“ Immerhin: Die jetzige Wilhelmsbrücke – so Hellener – scheint nach derzeitigem Kenntnisstand noch gut zu sein. Klar ist auch: Zunächst sollen das Fruchtkasten-Areal und der Parkring gebaut werden. Der Rest mit der „komplizierten Buddelei“ soll nach der Fertigstellung der Hochbrücke (bisheriger Termin: 2028) gemacht werden.
City-Manager Kreidler: „Ohne Parkring ist das nicht zu bewältigen“
Warum ohne Parkring nichts mehr geht Er sagt, dass das „Puzzle“ der Umleitungen erst dann zusammengesetzt werden kann, wenn die weitere Planung – auch von den Stadtwerken – abgeschlossen ist. City-Manager Thomas Kreidler: „Dieses Puzzle zeigt, warum ohne den Parkring die Kernstadt komplett vom Verkehr abgeschnitten wäre und warum wir immer darauf bestanden haben, dass er gebaut wird. Sonst würde das überhaupt nicht funktionieren.“
Das fordert der Handel für die Bauzeit Er fordert, dass Handel- und Gewerbe so wenig wie möglich von den Umbauarbeiten getroffen werden: „Das heißt für mich beispielsweise, dass die Neckarstraße nur abschnittsweise ausgebaut werden darf. Das man entweder von unten oder von oben – immer von einer Seite – reinkommt. Der Rest sollte durch Stege oder ähnliches so weit und so lange wie möglich immer zugänglich sein. Wir müssen von Horb Aktiv weiter überbrücken.“
Warum der Ritterspiel-Pavillon plötzlich wichtig wird Bei der nächsten Info-Veranstaltung soll es um vertiefte Gespräche mit den Eigentümern gehen. Ob der Eigentümer den ehemaligen Ritterspiel-Pavillon – der die geplante Wassertreppe mit 19 Meter Breite erst möglich machen würde, verkauft? Laut OB Michael Keßler wurde darüber noch nicht gesprochen.