Ein sehr unterhaltsames Programm war bei der Stadtteilwoche Engstlatt am Wochenende geboten, das im Rahmen von „50 Jahre Neue Stadt Balingen“ an der Langwiesenschule gefeiert wurde. Foto: Dennis Breisinger

Ihren Stadtteil haben die Engstlatter vergangenes Wochenende gebührend im Rahmen von „50 Jahre Neue Stadt Balingen“ gefeiert.

Auf dem weiträumigen Gelände rund um das Schulgelände Langwiesenschule wurde vergangenes Wochenende die Engstlatter Stadtteilwoche im Rahmen von „50 Jahre Neue Stadt Balingen“ gefeiert.

 

Los ging es am Freitagabend mit einem von Stadtarchivarin Nicole Scheletz moderierten historischen Filmabend, in dem Engstlatt vor 50 Jahren gezeigt wurde. Sie zeigte sich auch für die Moderation der Talkrunde am Samstag verantwortlich, bei der sie mit Zeitzeugen auf die Entwicklung von Engstlatt im vergangenen halben Jahrhundert einging.

Hitzige Diskussionen im Gemeinderat – letztlich aber wurde Engstlatt eingemeindet

Am 1. Oktober 1973 wurde Engstlatt in Balingen eingemeindet und lieferte einen wesentlichen Beitrag, dass Balingen am 1. Januar 1974 als Große Kreisstadt eingestuft wurde.

Bei einer nicht rechtsgebundenen Anhörung 1972 sprachen sich 83,6 Prozent der Engstlatter gegen eine Eingemeindung aus. „Bei der Abstimmung herrschte Zeitdruck und die ist bekanntlich ein schlechter Begleiter“, bewertete Engstlatts Ortsvorsteher Klaus Jetter das Ergebnis.

Auch der damalige Bürgermeister Heiner Vogel sei laut Jetter skeptisch gewesen, in der entscheidenden Gemeinderatssitzung sei es zu hitzigen Diskussionen gekommen. Letzten Endes habe aber der Weg der Vernunft gesiegt, zumal ohnehin vermutlich eine Zwangseingemeindung mit entgangenen Geldern gedroht hätte.

„Das war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Es kam zusammen, was im Grunde schon immer zusammengehört hat. Ohne Stadtteile wäre die Stadt Balingen nur halb so viel wert. Es ist toll, dass die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern so gut funktioniert“, fand Balingens Oberbürgermeister Dirk Abel.

Jetter: „Seitdem hat sich in Balingen ein gemeinsames Wir-Gefühl entwickelt“

Und fügte ergänzend hinzu: „Mit dem Gewerbegebiet, Veranstaltungen wie dem vom Musikverein organisierten Mostbesen oder Einrichtungen wie dem Seerosengarten gibt es in Engstlatt tolle Angebote.“ Ortsvorsteher Jetter bestätigte: „Es war damals die richtige Entscheidung. Seitdem hat sich in Balingen ein gemeinsames Wir-Gefühl entwickelt.“

Das Programm ließ sich sehen. Eröffnet wurde der Nachmittag von der Bläserklasse der Grundschule Engstlatt unter der Leitung von Adrian Ullrich. Zudem gab es Aufführungen von den Kindern der Kindertagesstätte und den Grundschulkindern mit einem Lied über ihre Schule.

Auch der neue Verein „Alemanni“, der in seinen historischen Gewändern ein echter Blickfang war, stellte sich näher vor und auf Initiative der evangelischen Kirchengemeinde Engstlatt ließen die Gäste gemeinsam Luftballons steigen.

Ebenfalls präsent waren mit einem Infostand und kleinen Vorführungen die Freiwillige Feuerwehr Engstlatt, bei der VdK gab es Eis wie vor 50 Jahren, Mitmachaktionen und Popcorn-Verkauf bei „Glückskinder e.V.“ und auch der Albverein, der Musikverein und die Narrenzunft Sandsäcke präsentierten sich. Zudem war eine Besichtigung von Schule und Kindertagesstätte möglich.