Obwohl Tauben mit vielen positiven Dingen verbunden werden, sind sie geliebt und gehasst zugleich. Bei Problemen wissen Fachleute im Normalfall Rat. Foto: Christophe Gateau/dpa

Stadttauben, von manchen geliebt, von vielen gefürchtet. Das Füttern ist in vielen Städten verboten. Stieg ihre Population mehrere Jahrzehnte an, versucht man heute dies in den Griff zu bekommen und bei Problemfällen bieten Fachleute Rat an.

Gerne werden weiße Tauben als Symbol für Ruhe, Frieden und Treue bei Hochzeiten fliegen gelassen – was Tierschützer schon lange als Tierquälerei bezeichnen. Im Christentum sind Tauben ein Symbol des Friedens und der Freiheit. Im Märchen helfen sie dem Aschenbrödel bei der Arbeit, damit diese auf den königlichen Ball gehen kann. Und obwohl die Tiere mit so vielen positiven Eigenschaften verbunden werden, sind die Stadttauben alles andere als gerngesehene Gäste. Sie sind lästig und manch einer fürchtet sich vor Krankheiten, die sie übertragen können.

Früher als Nutztiere gehalten

Stadttauben sind in der Regel die Nachkommen von ehemaligen Mittelmeertauben, die früher als Nutztiere gehalten wurden. Diese lieferten Eier, Fleisch und waren als Brieftauben im Einsatz. Lange Zeit vermehrten sie sich zügig, heute kontrolliert man die Population, aber den Denkmalschützern sind sie trotzdem ein Graus. Viele Sandsteingebäude werden geschützt, damit sich die Vögel nicht niederlassen. Taubenkot sieht nicht nur unschön aus, er stellt eine echte Gefahr für Denkmäler dar, da er die Substanz angreift.

Vor ein paar Wochen hatte ein Bad Dürrheimer Hotelier Probleme mit den Tieren, die Taubenhilfe Villingen-Schwenningen schritt ein und hat auch ganz praktische Tipps für Menschen, denen die Tiere Probleme an Gebäuden bereiten.

Beliebter Brutplatz unter Photovoltaikanlagen

Dass sich Tauben wohl fühlen, kann verschiedene Gründe haben. Keiner, der Wildvögel in seinem Garten füttert, kann steuern, ob nicht auch Tauben davon angezogen werden, gibt ein Mitglied der Taubenhilfe VS Auskunft. Hinzu kommen noch geschützte Brutmöglichkeiten. Ausgewählt werden diese nach den Kriterien: trocken, windgeschützt und geschützt vor Fressfeinden. So sind beispielsweise die Dachflächen unter Photovoltaikanlagen eine sehr gute Unterkunft für die Vögel. Küken, die unter einer solchen PV-Anlage geschlüpft sind, gehen in der Regel auch wieder unter eine solche, um ein eigenes Nest zu bauen, wissen die Fachleute. Diese und auch Siedlungsrandgebiete sind hochattraktiv für die Tauben. Man kann sie beispielsweise anfüttern und mit einer Lebendfalle fangen, um sie an einen anderen Standort zu bringen.

Eier durch Gips Attrappen austauschen

In Villingen beispielsweise tauschen die ehrenamtlichen Helfer der Taubenhilfe VS regelmäßig die gelegten Eier gegen Gipseier aus, um so die Population zu verringern.

Helfen kann bei einem Taubenproblem die Stadttaubenhilfe Villingen-Schwenningen. Erreichbar über ihre Facebookseite oder unter der Telefonnummer 0152/0 4 29 73 35