Der Schopfheimer Stadtseniorenrats sammelt Ideen. Angeregt wurde das Projekt „Nette Toilette“ aber auch die Einrichtung von Einsamkeits-Paten.
Der Sprecher der Stadtseniorenrats, Hannes Schneider, konnte im Besprechungsraum des Bezirksamtes rund 20 Gäste begrüßen. Zuerst würdigte er den vor kurzem verstorbenen Vorstand des Behindertenrates und Vorstandsmitglied der Stadtsenioren, Oliver Kröning. Dieser verstarb nach schwerer Erkrankung. Kröning vertrat im Gremium seit 2019 den Behindertenrat. Seit 2023 war er selbst im Vorstandsteam der Stadtsenioren aktiv. Schneider sagte: „Wir haben in ihm einen engagierten Mitstreiter verloren“.
Fusion mit dem Behindertenbeirat
Die Geschäftsordnung zur Fusion mit dem Behindertenbeirat soll in der nächsten Gemeinderatssitzung Ende Januar verabschiedet werden. Hier sind fünf stimmberechtigte Mitglieder vorgesehen, darunter drei Gemeinderäte. Nun sei man bei den Stadtsenioren bestrebt, entsprechende Kandidaten zu suchen und zu aktivieren. Schneider sagte: „Insbesondere die Suche nach einem Behindertenbeauftragten wird nach dem Tod von Oliver Kröning nicht einfacher“. Bestimmte Personen seien bereits in die Planungen einbezogen worden. Zum weiteren Zeitplan wurde bekannt, dass im Juni eine konstituierende Sitzung mit den benannten Mitgliedern erfolgen soll. In einem „Begleitgremium“ können vom Senioren- und Behindertenrat weitere nicht stimmberechtigte Personen benannt werden. Dies können interessierte Bürger oder Vertreter von Selbsthilfegruppen oder Verbänden sein.
Ideen-Sammlung für die Arbeit des Jahres
Schneider sammelte nun Ideen für die Arbeit des Jahres. Aufgeführt wurden Ideen zur „Nette Toilette“, der Austausch mit anderen Seniorenratsgremien, oder spezielle Schulungen von Senioren mit Defibrillatoren. Ein Vorschlag kam zur Schaffung von „Einsamkeits-Paten“, speziell nach der Entlassung von alleinstehenden Personen aus dem Krankenhaus, die niederschwellige Hilfeleistungen erbringen können.
Neues Buswartehäuschen in Eichen
Zur Freude der Stadtsenioren wurde ein neues, überdachtes Buswartehäuschen in Eichen erstellt. Dies wurde aus Ersparnissen der Ortsverwaltung finanziert, die Kosten beliefen sich auf rund 10 000 Euro. An den Ortsvorsteher von Wiechs, Götz Wiese, wurde als Anregung ein Foto des beispielhaften Buswartehäuschens übersandt, ein solches in Wiechs aufzustellen.
Mangelnde Transparenz bei ISEK und GISEK angemahnt
Im Juli 2025 wurde der Seniorenrat vom technischen Beigeordneten, Thomas Schmitz, aufgefordert, zu den Ideen von ISEK und GISEK (gebietsbezogenes, integriertes Stadtentwicklungskonzept) Stellung zu nehmen. Die Stellungnahme mit den Überlegungen der Stadtsenioren wurde fristgerecht abgegeben. Bei Stadtplaner Peter Egi wurde nun angefragt, was aus den Vorschlägen geworden sei. Nunmehr traf ein kurzgehaltenes Antwortschreiben ein, wonach „das Stadtentwicklungskonzept ein informelles Planungsverfahren sei, wobei die Personen nicht informiert werden, die Anregungen einbringen würden“. Schneider zeigte sich enttäuscht über das Verhalten der Stadtverwaltung über die erfolgte Mühe, die sich die Stadtsenioren entsprechend ihrer eigenen Aufgabenstellung zur Zukunftsgestaltung der Stadt gaben. Die ehemalige Stadträtin Heidi Malnati gab zu bedenken, dass das Entwicklungskonzept ein erhebliches und langatmiges Werk sei, wo die einzelnen Bürger aus personellen Gründen nicht über die einzelnen Schritte informiert werden können. Sie sagte: „Das Werk ist kein Schnellschussverfahren“. Seniorenrat Hubert Dreschler erwiderte: „Hier geht es einfach darum, mitzuteilen, in welche Richtung es geht, was realisiert wird oder was in der Schublade landet“.
Schneider räumte ein, enttäuscht zu sein, insbesondere was die nach seiner Meinung unsystematische Anbringung von Zebrastreifen im Stadtgebiet betrifft. Diese sei zum Stadtentwicklungskonzept vom Seniorenrat angemahnt worden. Die Situation habe sich nicht verbessert, als Beispiel nannte er die unbefriedigende Situation durch die Straßen-Verengung, dazu sogenannte „Blinden-Streifen“, vor der katholischen Kirche in der Adolf-Müller-Straße, unweit der Grundschule.
Aber: „Ein Zebrastreifen ist dort nicht vorzufinden“. Ex-Gemeinderätin Malnati vermutete: „Möglicherweise sind die Arbeiten dort noch gar nicht abgeschlossen“. Schneider schmunzelte zuletzt und sagte: „Allerdings möchten wir hier kein Verwaltungs-Bashing vollziehen“.
Fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof kritisiert
Niels Wellmann, Geschäftsführer des Mühlehofs, mahnte an, dass seit einiger Zeit der Lift im Schopfheimer Bahnhof nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Der Ausstieg der in Richtung Wiesental fahrenden Züge sei nicht barrierefrei.
Er regte an, dass die SBB zumindest den entsprechenden Mangel per Lautsprecher vor dem Zughalt mitteilt. Die Betroffenen hätten zumindest dann die Chance, entsprechende Entscheidungen treffen, ob sie zuvor in Schopfheim West oder Schopfheim Schlattholz barrierefrei aussteigen.
Info: Die nächste Sitzung der Stadtsenioren ist am Dienstag, 10. Februar, ausnahmsweise um 14.30 Uhr, im Dietrich-Bonhoeffer-Saal, Schopfheim