Der Mittelbahnsteig am Schopfheimer Bahnof ist derzeit nicht barrierefrei erreichbar. Foto: Gudrun Gehr

Der Zusammenschluss von Behinderten- und Seniorenrat war Thema bei der jüngsten Sitzung der Stadtsenioren.

Bei der jüngsten Sitzung der Stadtsenioren erhielt Jürgen Fremd vom FöSS (Förderverein für das Stadtmuseum Schopfheim) das Wort. Er berichtete von den kulturellen Veranstaltungen des neugegründeten Vereins und regte bei den rund 20 Gästen der Stadtseniorensitzung eine Zusammenarbeit an. Insbesondere bei der am 15. Mai bis zum 2. August stattfindenden Ausstellung „Heimat“ zum 200. Todestag von Dichter Johann Peter Hebel (22. September 1826) freut sich der Verein auf Anregungen aus der Bürgerschaft.

 

Fusion des Behinderten- und Seniorenrats

Hannes Schneider als Sprecher der Stadtsenioren berichtete anschließend zur Fusion mit dem Behindertenrat, hier werden fünf stimmberechtigte Mitglieder aus der Bürgerschaft am 22. Juni vom Gemeinderat bestellt. Die konstituierende Sitzung findet im Juli statt. Bewerben können sich hier Bürger aus Schopfheim noch innerhalb der Frist bis zum 19. Mai . Hier sollte entweder ein anerkannter Behinderungsgrad von 20 vorhanden sein, der Bewerber oder die Bewerberin sollte Betreuungsperson eines Minderjährigen mit Handicap sein, oder das 60. Lebensjahr vollendet haben. Fachbereichsleiterin für Soziales, Kultur und Sport Tanja Zimmermann sagte: „Wir wollen für den Gemeinderat die Vorarbeit führen und uns von den Bewerbern ein Bild machen, es erfolgt aber nur ein kurzes Kennenlerngespräch“.

Der Rat besteht ferner aus weiteren, nicht stimmberechtigten beratenden Mitgliedern aus Gemeinderat oder Stadtverwaltung. Tanja Zimmermann ist für die entsprechende Gründung des Gremiums zuständig. Sie berichtete, derzeit aktiv nach weiteren Bewerbern zu suchen, derzeit liegen vier Bewerbungen für die Vertretung im Gemeinderat vor. Die erstellte Geschäftsordnung sei laut Tanja Zimmermann „nicht in Beton gegossen“ und anpassungsfähig. Dagmar Stettner vom Seniorenbüro regte an, dass sich im Rat sachkundige „Social Player“ befinden sollten. Zimmermann entgegnete, dass sich bei speziellen Fragestellungen im begleitenden Gremium je nach Bedarf auch Institutionen, wie beispielsweise die Kirche, einfinden können. Es bliebe dem neugegründeten Behinderten-/Seniorenrat überlassen, entsprechende Berater hinzuzuziehen.

Auch einige Zahlen zur Statistik wurden genannt : Schopfheim hat rund 2000 Personen, die körperlich behindert sind und einen entsprechenden Ausweis besitzen. Darunter gibt es rund 1000 Personen, die mit einem Behinderungsgrad von mehr als 50 stark gehbehindert sind.

Keine Durchsagen in Zügen auf der Wiesentalstrecke

Vorsprachen der Stadtsenioren beim Streckenbetreiber SBB mit der Anregung für Durchsagen in der S 5 und S 6 auf der Wiesentalstrecke, um vor der fehlenden Liftanlage beim Bahnhof Schopfheim zu warnen, verliefen enttäuschend. Wie bereits berichtet , wird derzeit eine neue Aufzugsanlage eingebaut, der Mittelbahnsteig ist nicht barrierefrei erreichbar. Hier wird online und per Aushang den mobilitätseingeschränkten Passagieren empfohlen, bis Schopfheim-Schlattholz weiterzufahren und von dort aus mit dem nächsten Zug zurück nach Schopfheim zum barrierefreien Gleis 1 zu reisen. In der Gegenrichtung wird Betroffenen die Weiterreise von Gleis 1 aus nach Schopfheim-West empfohlen, um von dort aus mit dem nächsten Zug in Richtung Zell zu reisen. Die SBB sah auf Anfrage keine Möglichkeit, das Ansageprogramm in den Zügen zu ergänzen, um die Betroffenen frühzeitig vom Mangel zu informieren.

Keine Wartebank an Bushaltestelle in Wiechs

Ebenfalls enttäuschend verlief für Hannes Schneider eine Anregung beim Ortsvorsteher von Wiechs, Götz Wiese. Die Stadtsenioren wurden von einem Wiechser Senior schriftlich auf den Missstand aufmerksam gemacht, dass sich an der viel benutzten Haltestelle in der Dinkelbergstraße, in der Dorfmitte, weder eine Überdachung, noch eine Sitzbank befindet. Bürger hätten hier lediglich die Möglichkeit, sich auf den Brunnenrand zu setzen.

Ein Sitzbrett am Brunnenrand wurde hier von unbekannter Hand als Abhilfe angebracht. Durch den Ortsvorsteher wurde dem Seniorenrat mitgeteilt, daßss der Ortschaftsrat momentan keinen entsprechenden Handlungsbedarf sieht. Ein Besucher regte an, daß der Seniorenrat durch alle Ortsteile eine „Road-Show“ mit den Bürgern vornimmt, um auf entsprechende Missstände hinzuweisen.

Austausch der Seniorenräte im Landkreis

Der Kreisseniorenrat regte ein Treffen für die Seniorenräte am 18. Juni in Lörrach an, um die gemeinsame Schlagkraft im Kreis zu erhöhen. In Sachen Barrierefreiheit gibt es nunmehr über die Homepage der Stadtverwaltung eine Abwägungstabelle in Sachen GISEK (gebietsbezogenes integriertes Stadtentwicklungskonzept), in welchem viele Anliegen der Stadtsenioren aufgenommen wurden. In wenigen Tagen findet die nächste Sitzung des AK Barrierefreiheit mit dem Bürgermeister statt. Schneider sagte: „In vielen Punkten, die wir anregten, ist noch nichts passiert“. Die Kreisbehindertenbeauftragte, Ulrike Krämer, wird ebenfalls zugegen sein.

Info: Kontaktaufnahme für die Bewerber des Senioren-/Behindertenrat über www.Schopfheim.de/Senioren-Behindertenrat oder beim Seniorenbüro, Dagmar Stettner, Tel. 07622/69 75, E-Mail dagmar.stettner@diakonie.ekiba.de. Die nächste Sitzung des Stadtseniorenrates findet am 5. Mai statt.