Vorstellung der neuen Einrichtungsleiterin Sevgi Tunca durch Matthias Lang Foto: Gudrun Gehr

Bei der jüngsten Sitzung des Stadtseniorenrates wurde vom Vorstand und Geschäftsführer des Georg-Reinhard-Hauses, Matthias Lang , die neue Einrichtungsleiterin Sevgi Tunca vorgestellt.

Tunca ist in Schopfheim geboren und ist hier wohnhaft, sie schilderte ihre berufliche Entwicklung: „Im Georg-Reinhard-Haus startete meine pflegerische Tätigkeit zunächst mit einem Praktikum, es schloss sich eine Pflegeausbildung an. Hier war ich 14 Jahre lang tätig“. Während einer längeren Zeit außerhalb Schopfheims sammelte sie in verschiedenen Pflegeheimen Erfahrungen und bildete sich weiter. Die außerhalb gemachten Erfahrungen würden das Haus bereichern und zeigen andere Perspektiven auf. Sie sagte: „Ich freue mich, dass ich wieder hier bin. Pflege ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Herzensangelegenheit“. Vorstand Lang freute sich darüber, dass die Mitarbeiter zum ersten Arbeitstag und Dienstantritt ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen zuhause“ gefertigt hatten.

 

Themen 2026: Seniorentag und Barrierefreiheit

Der Sprecher des Seniorenrates, Hannes Schneider, berichtete von der Vorstandsarbeit und hielt Vorschau auf das nächste Jahr. Hauptaktivität dürfte wohl die Zusammenlegung mit dem Behindertenbeirat sein. Auch die Tätigkeit des Arbeitskreises Barrierefreiheit wird den Rat beschäftigen, wie auch der Seniorentag am Samstag, 10. Oktober 2026.

Wenig Barrierefreiheit in Schopfheim

Schneider berichtete von einer Besprechung des Arbeitskreises mit Bürgermeister Dirk Harscher und dem neuen Fachgruppenleiter des Tiefbauamtes, Elia Dießlin. Er kritisierte: „Seit der Entfernung des Kopfsteinpflasters am Eingang der Altstadt Schopfheim aus Richtung der Wiesenbrücke vor rund einem Jahr ist nichts mehr gegangen“. Damals wurde das Kopfsteinpflaster zugunsten flacher Betonplatten entfernt, damit auch Rollstuhl- oder Rollatorfahrer den Weg nutzen konnten. Die damaligen Pläne galten auch den neuralgischen Wegen hinter dem Restaurant von „Tessy“ und bei der Alten Stadtmühle. Schneider stellte fest: „Die Barrierefreiheit hat keinen hohen Stellenwert bei der Verwaltung“. Ein noch größeres Drama würde sich beim Kreisel bei der Hebel-/Schwarzwaldstraße abspielen. Schneider erinnerte an eine Begehung im Herbst 2021 mit der Verwaltung, wobei festgestellt wurde, dass die beiden Verkehrsinseln gefährliche Hindernisse für Rollstuhl- oder Rollatorenfahrer seien. Es wurde damals beschlossen, dass die Verkehrsinseln wenigstens partiell abgesenkt werden. Unmittelbar neben den Kreiseln gibt es ein Krankenhaus und zwei Pflegeheime mit älteren Menschen. Im Haushalt 2025 wurden sogar 90 000 Euro bereitgestellt, um diese Arbeiten im dritten Quartal zu starten. Schneider sagte verärgert: „Passiert ist nichts“.

Auch Seniorenrat Hubert Dreschler kritisierte: „Nunmehr wird plötzlich angeführt, dass es sich teilweise um die Zuständigkeit des Landratsamt handelt, und hier sei kein grünes Licht vorhanden“. Auch Deschler war verwundert und sagte: „Nunmehr wird der Kreis dafür verantwortlich gemacht, wenn man seinen Job nicht richtig gemacht hat“. Er kritisierte, dass hier plötzlich ein solches Argument „aus dem Ärmel gezaubert“ wurde, von dem vorher keine Erwähnung bestand. Auch die Seniorenbeauftragte Dagmar Stettner sagte: „Wir werden einfach nicht ernst genommen“.

Die Fachgruppenleiterin für Seniorenarbeit, Soziales, Kultur und Sport, Tanja Zimmermann, will sich in der nächsten Sitzung des AK Barrierefreiheit entsprechend einbringen.

Tempo-30-Zone bei der Hirschen-Apotheke

Der Seniorenrat kritisierte ebenfalls die Geschwindigkeitsregelung rund um die Hirschen-Apotheke in der Hebelstraße. Innerhalb einer kurzen Strecke wechseln hier die Tempovorgaben. Von der Wehrerstraße her kommend in Richtung Stadt ist eine Tempo-30-Zone, kurz vor dem Zebra-Streifen sei wieder Tempo 50, um die Kurve herum ist wieder eine Reduzierung mit Tempo 30. Kritisiert wurde die Regelung bereits vor einem Jahr, nichts sei erfolgt.

Auch die – oft nicht vorhandenen – Wartehäuschen der örtlichen Buslinien sind ein Dorn im Auge des Seniorenrates. Als Beispiel nannte Schneider die desolate Situation in Wiechs und Eichen, wo an der Haltestelle außer einer Beschilderung weder eine Sitzbank noch eine Überdachung vorhanden sei. Schneider hatte festgestellt, dass im Nahverkehrsplan die Stadt für die Einrichtung der Bushaltestationen zuständig sein. Die Stadt wiederum würde die Aufgabe an die Ortsverwaltungen delegieren, mit dem Argument, dass diese ein jährliches Ortsbudget besitzen würden. Schneider sagte: „Die Budgets liegen um 10 000 Euro. Mir ist vollkommen klar, dass die Ortsverwaltungen ihr Budget nicht für ein einziges Buswartehäuschen verausgaben wollen“.

Fusion von Senioren- und Behindertenrat

Fachgruppenleiterin Tanja Zimmermann berichtete von einer bevorstehenden Unterredung mit der Verwaltung. Hier wird das Thema abschließend besprochen. Das „Grundkonstrukt“ hinsichtlich des Behindertenbeirates mit Wahlen würde entfallen. Hier gab es nicht genügend Bewerber. Der Gemeinderat würde die Mitglieder bestellen. Bezüglich der Größe der beiden fusionierten Räte war man sich nicht einig, auch die Bezeichnung steht noch nicht fest. Am Besten wäre eine „handliche“ Größe für den neuen Rat als ’kleines kompaktes Gremium’ mit beschließenden Mitgliedern. Auch die Einladung von Fachleuten soll möglich sein.

Offen sei noch, wie viele Mitspracherechte das Gremium bekommt. Eine weitere Regelung würde über eine Geschäftsordnung erfolgen. Die Fachgruppenleiterin machte dem Seniorenrat jedoch auch ein Kompliment, sie sagte: „Hier läuft vieles, und zwar sehr gut“. Wichtig sei der ’Mehrwert’, den der Seniorenrat durch die Fusion erfahren wird. Der Seniorenrat wünschte sich jedoch keine zahlenmäßige Beschränkung des Gremiums.

Der Seniorenrat wünschte sich von der Verwaltung nach der Fusion auch die Möglichkeit eines fest zugewiesenen und geeigneten Tagungsraumes. Derzeit wechselt die Tagungsörtlichkeit in Ermangelung einer festen Tagungsstätte.

Info: Die nächste Sitzung des Seniorenrates findet am Dienstag, 9. Dezember, um 15.30 Uhr beim Bezirksamt Schopfheim statt.