Der einst ruhmreiche Gasthof Frank in Hüfingen ist demnächst Geschichte, das Grundstück soll neu bebaut werden. Foto: Rainer Bombardi

Einen großen Schritt nach vorn konnte der Rat in seiner jüngsten Sitzung bezüglich der Zukunftsfrage des Gasthofs Frank gehen.

Das Gremium hat einen Beschluss verabschiedet, das städtische Grundstück einem strukturierten Projektentwicklungsprozess zu unterziehen.

 

Der Gemeinderat spricht sich für schnelle Regelung aus, die Verwaltung möchte Gelände für Sozialraum nutzen. In diesem Zuge hat der Rat die Firma STEG Stadtentwicklung mit Haushaltsmitteln in Höhe von 70 000 Euro damit beauftragt, die Projektentwicklung und die Ausarbeitung der Nutzung und städtebaulichen Ausgestaltung einzuleiten.

Bürgermeister Patrick Haas rief dazu auf, die Chance zu nutzen und im Hinblick auf eine kontinuierlich älter werdende Gesellschaft, den Fachkräftemangel und die Ärzteversorgung jetzt zu handeln.

„Die Ärzteversorgung zu garantieren, ist zwar keine Pflichtaufgabe einer Kommune, doch wenn sie wegfällt, kann die Apotheke schließen“, wollte sich Haas nicht ausmalen, welche weiteren negativen Folgen sich ergeben könnten. Er sprach von einem Großprojekt und einer einmaligen Chance, auf einer großen Fläche den Bedarf im Bereich „Leben im Alter“ zu stärken, über mehrere Generationen zu decken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Auf unserem Weg, demokratische Mehrheiten für unsere Wünsche zu finden, sind wir auf eine neutrale und externe Sicht und Begleitung angewiesen“, erklärte Haas. Er schloss nicht aus, dass dies mit externen Investoren geschehen könnte.

Zielgerichtet Investoren kontaktieren

Haas trat mit seinen Ausführungen auch den Befürchtungen von Architekt Rolf Schafbuch entgegen, der die Verwaltung aufforderte, die Auftragsvergabe an die Firma STEG nicht durchzuführen. Stattdessen schlug er vor, zielgerichtet Investoren vor Ort zu kontaktieren, mit denen ein Kaufvertrag ausgehandelt wird, in welchem sich das gesamte Wunschkonzert an den neuen Gebäudekomplex verwirklichen lässt.

„Der Erfolg stellt sich erst ein, wenn das Objekt steht und alle Flächen veräußert sind“, appellierte er. Schafbuch bot zudem seine kostenfreie Unterstützung an.

Die Stimmen der Fraktionen

Martin Schöndienst (CDU) sichert die Unterstützung seiner Fraktion für das Vorgehen der Verwaltung zu. Mit Bürgermeister Haas war er sich einig, dass es im Verlauf des Projekts enorm viele Zwischenstufen gibt, bei denen sicherzustellen ist, dass sie den Einwohnern entgegenkommen.

„Das ist unser Projekt für die nächsten Jahre und ein großer Gewinn hinsichtlich einer zukünftigen Sozialraumplanung“, sicherte Kerstin Skodell (SPD) die Zustimmung ihrer Fraktion zu. Sie erinnerte an die vielen produktiven Beratungen, die im Rat in diesem Zusammenhang bereits stattfanden. „Wir müssen das Projekt mit einem externen Büro, das uns in die richtige Richtung bringt, schnellstmöglich auf den Weg bringen“, so Gemeinderätin Skodell.

Mit Skepsis bewertete Michael Steinemann (Freies Forum) das Vorgehen. „Wir haben Angst, dass wir den zweiten vor dem ersten Schritt machen“, sagte er, und sprach hinsichtlich des ehemaligen Gasthof-Geländes von einem Filetstück. „Wir sehen den Bedarf, halten das Vorgehen der Auftragsvergabe aber für falsch“, ergänzte Steinemann.

„Die Projektentwicklung mit 100 Prozent externen Mitarbeitern ist dafür da, zu kanalisieren. Auf Basis dieser externen Unterstützung fällt der Rat seine Entscheidungen“ entgegnete Bürgermeister Haas. Peter Albert (LBU) plädierte wie die CDU- und die SPD-Fraktion dafür, den Verwaltungsvorschlag rasch umzusetzen.

Dafür und dagegen

Abstimmung
Im Rat votierten die CDU-, die SPD- sowie die LBU-Fraktion mit 15 Ja-Stimmen für den Beschluss, im kommenden Jahr mit der Projektentwicklung für das Grundstück zu beginnen. Die Fraktion Freies Forum votierte mit fünf Stimmen geschlossen gegen dieses Vorgehen.