Der Nachwuchs der Stadtmusik Schwenningen begeisterte die Besucher des Adventskonzerts in der Neckarhalle.
Auch in diesem Jahr lud die Schwenninger Stadtmusik zu ihrem Adventskonzert der Jugendorchester in die Neckarhalle ein.
Es ist eine mittlerweile zurecht als Traditionsveranstaltung zu bezeichnende wiederkehrende Größe in der Konzertlandschaft: Das Adventskonzert der Bläserjugend der Stadtmusik, das seinen 30. Geburtstag feierte.
Nun, eigentlich sei es ja der 31., aber wegen Corona habe es einmal ausfallen müssen, so Stadtmusikdirektor Wolfgang Wößner. Ja, so ein Dirigent muss eben genau zählen können, aber letztendlich ist die Frage, ob ein Konzert 30 oder 31 mal war, eher marginal. Es ist so oder so eine gewaltige Leistung, in so vielen Jahren so viele Jugendliche immer wieder zu so einer grandiosen Veranstaltung zu motivieren.
Und das zeigt sich auch schon allein an den vielen Besuchern. Natürlich viele Familienmitglieder, Verwandte und Freunde, aber auch durchaus einfach Musikliebhaber, die wissen, dass es sich immer lohnt, Konzerte der Stadtmusik zu besuchen.
Blockflötengruppe spielt Weihnachtslieder
Nach der Begrüßung des auf so sichtlich exzellente Jugendarbeit erkennbar stolzen Vorsitzenden Sebastian Grießhaber, nahmen die Ereignisse ihren Lauf. „Feliz Navidad“ – mit José Felicianos Weihnachtsliedklassiker aus dem Jahr 1970 wurde die Veranstaltung durch das Vororchester themengerecht eröffnet, bevor sich die jüngsten Stadtmusiker, die Blockflötengruppe unter der Leitung Jacqueline Krauses, mit vier Weihnachtsliedklassikern präsentieren durfte.
Es gebe immer wieder Stimmen, so die jugendliche Moderatorin, die kritisierten, dass das Vororchester zu wenig traditionelle Literatur spiele. Aus diesem Grund folge nun der „Forward March“ von Paul Murtha, ein Marsch im Stil des amerikanischen Blasmusikgiganten John Philip Sousa. Und der gelang den Vororchestlern ebenso gut wie die anschließende Polka „Der Klarinettenmuckl“ in einem Arrangement von Wolfgang Wößner. Besonders Julia Gleichauf und Lena Meneghini bewiesen sich als überaus begabte Solistinnen. Schließlich ging es aber mit Ozzy Osbournes „Crazy Train“ und Michael Jacksons „Bad“ wieder zurück in die vertrauteren Gefilde der Popmusik des 20. Jahrhunderts.
Nach der Pause dann das Jugendblasorchester mit dem Weihnachtsliedklassiker: „Last Christmas“ der Popformation Wham, bevor die jungen Musiker sich mit dem Programmmusikstück „Voyage Into The Blue“ von Naoya Wada auf eine Flugzeugreise begaben. „Drachenzähmen leicht gemacht“ sei ja eigentlich erst vor Kurzem präsentiert worden, aber, so die Moderatorin, das Orchester habe es unbedingt spielen wollen, und gelegentlich beuge sich der Dirigent auch den Musikerwünschen.
Beeindruckendes Solo als Rock-Drummer
Ein Höhepunkt war „Fascinating Drums“ des Holländers Ted Hugens, in dem Joshua Wössner sich mit einem beeindruckenden Solo als Rock-Drummer präsentieren konnte. Den Abschluss bildete ein ABBA-Medley. Zwei wunderbar gut aufgelegte, spielfreudige Jugendorchester, ein wie immer souveräner und engagierter Dirigent, ein ganzer Stall voll charmanter Moderatorinnen und – last but not least – ein Ensemble kleiner, feiner Blockflöter, die vielleicht noch in der „O-wie-süüüß!“-Kategorie spielen, aber in wenigen Jahren auch die Orchesterpulte unsicher machen werden. Glückwunsch an alle.