„Wie rettet man das Stadtmuseum Schopfheim?“ war das große Thema der Mitgliederversammlung des neu gegründeten Fördervereins Stadtmuseum Schopfheim.
„Wie rettet man das Stadtmuseum Schopfheim?“ war das große Thema der Mitgliederversammlung des neu gegründeten Fördervereins Stadtmuseum Schopfheim. Rund 20 Interessierte kamen zum Treffen, mittlerweile hat der Förderverein rund 60 Mitglieder. Ausschlaggebend für die Sitzung waren die Haushaltspläne der Stadtverwaltung Schopfheim und ihre Sparpläne in der jüngst erfolgten Gemeinderatssitzung. Der Bestand des Stadtmuseums ist aus finanziellen Gründen gefährdet.
Gespräche auf Augenhöhe geführt
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung war zu erwarten, dass die entsprechenden Weichen gestellt werden. Das Vorstandstrio besteht aus Jürgen Fremd, Birgit Althof und Helmut Ressel.
Helmut Ressel berichtete von den Treffen mit der Stadtverwaltung und sagte: „Eigentlich ist unser Verein ein Förderverein und gleichzeitig ein Forderverein“. Mehrere Gespräche als „Jour Fixe“ seien auf Augenhöhe mit der Stadtverwaltung erfolgt. Deutlich wurde bei den Gesprächen, dass für Projekte und Veranstaltungen des Museums Sponsoren zu gewinnen seien. Der Verein alleine sei nicht in der Lage, das Museum zu finanzieren. Dargestellt wurde bei der Stadt, welcher kulturelle Mehrwert erzielt werden kann. Sponsoring würde aber Planungssicherheit erfordern. Auch wenn das Museum geschlossen würde, entstehen sonstige Kosten in Höhe von bis zu 60 000 Euro jährlich, beispielsweise durch den Gebäudeunterhalt. Ein Verkauf des Gebäudes und des Museumsbestandes würde momentan nicht anstehen. Dies sei auch schwierig, weil viele Gegenstände Schenkungen an die Stadt waren.
Verein soll jährlich 10 000 Euro erbringen
Fremd und Ressel hätten die Gemeinderatssitzung besucht, die „schwierig und intensiv“ war. Fremd berichtete von einem Gutachten zur Modernisierung des Museumsbetriebes für 16 000 Euro, das von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben wurde. 2027 würden die Aufsichtsstellen gestrichen , es wurde ehrenamtliche Mitarbeit angeregt. Vorerst sei angedacht, den Bestand des Museums zu erhalten. Bei der Haushaltslage empfinde man jedoch „Demut“, diese sei desolat, die Rücklagen schmelzen.
Deshalb erfolgen auch Einsparmaßnahmen bei der Museumsaufsicht, die der Stadt rund 8 000 Euro jährlich ersparen würden. Im Haushalt habe sich ferner eine Position befunden, wonach der Förderverein ab 2027 jährlich eine Summe von 10 000 Euro zu erbringen hat. Fremd meinte, dass es dem Verein mit 60 Mitgliedern schwer fallen dürfte, diese Forderung zu erfüllen. Dies sei offensichtlich eine Folge der Forderung des Landratsamtes, die Stadt möge noch „Einsparpotenzial“ finden. Schlussendlich wurde der Haushalt noch nicht beschlossen.
In den Papieren fand sich ferner die Aussage, dass die Entscheidung über den „künftigen Betrieb des Museums“ im Laufe des Haushaltsablaufs noch getroffen wird. Martina Milarch vom Gebäudemanagement der Stadt versuchte, etwas Optimismus zu versprühen und sagte: „Wichtig ist das zu erstellende Konzept. Im neuen Förderprogramm für die Altstadtsanierung ist auch das Museum enthalten“. Geplant seien beispielsweise Brandschutzmaßnahmen im Gebäude.
Bisherige Aktionen und Vorschau
Das Vorstandstrio hielt Rückblick auf erfolgreiche Ausstellungen, Lesungen der Geschichts-AG, die Partnerschaft im Sommer-Fun, die Brunnen-Tour durch Schopfheim oder die Projekttage des THG. Auch einige sehr gut besuchte Feste, wie das Frühlingsfest, erfolgten. Die Kooperation mit dem Kunstverein hat sich als optimal erwiesen, auch will man sich künftig mit dem Scala-Kino verbinden und Mitglied im Bündnis „Schopfheim bleibt bunt“ werden. Vorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen sind in der Planung. Zahlreiche Ideen wurden vorgetragen, das Museum wesentlich mehr ins Bewusstsein der städtischen Gesellschaft zu rücken.
Info: www.foess.info