Die Nagolder Stadtkirche war voll besetzt bei diesem besonderen Konzert. Foto: Wicke

Ein Konzert mit über 200 Musizierenden aus Altensteig und Calw endete in der Nagolder Stadtkirche mit stehenden Ovationen des Publikums.

Das Jugendsinfonieorchester Altensteig, das Kammerorchester Altensteig sowie die Chöre des Maria von Linden-Gymnasiums Calw (MvLG) zelebrierten das „Jubilate Deo,“ eine weltumfassende Botschaft des traditionellen Psalm 100 „Jauchzet dem Herrn, alle Welt.“

 

Zwei Tage lang lockte die Stadt Nagold viele Menschen zu einem Wochenende der Begegnung und Innovation mit bunter Blütenpracht in die malerische Innenstadt. Der Zufall wollte es so, dass man mit der Terminierung dieses einzigartigen Konzertes in der Nagolder Stadtkirche einen fulminanten Abschluss der beiden Festtage erleben konnte. Und es waren sehr viele Menschen, die das wollten. Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn war die Kirche mit Menschen gefüllt.

Ein Geburtstagsständchen aus 180 Kehlen

Solch ein Konzert hat bekanntlich viele Mütter und Väter. Das Geburtstagskind Wolfgang Mücke bekam vor der Gala ein Ständchen aus über 180 Kehlen, unterstützt durch die Sinfoniker aus Altensteig sowie einige Solisten aus der Region. Die Musikpädagogen Mücke und Jutta Hay arbeiteten mit jungen Musikern des gemeinsamen Orchesters der Musikschule und des Christophorus-Gymnasiums Altensteig (CGA) und Musikern des Kammerorchesters auf diesen Tag hin.

Ebenfalls an der Einstudierung dieser brillanten Inszenierung waren Michael Hochsprung, Renate Harr, David Bem sowie Danut Platschko dabei. Der Mittel- und Oberstufenchor plus dem Projekt- und Ehemaligenchor des Calwer MvLG wurde von Stefanie Strobel geleitet.

„Letztendlich ist es ein Ruf nach dem Miteinander der Menschen“

CGA-Schulleiter Daniel Rauser, „er kommt aus dem Basketball, wo es auch ein Gegeneinander gibt,“ erkannte in diesem Zusammentreffen verschiedener Schulen das „Verbindende der Musik.“ MvLG-Schulchef Matthias Heidenreich erklärte, wofür der Titel „Jubilate Deo“ stehe – eben für ein „Jauchzet dem Herrn.“

Dirigentin Stefanie Strobel motivierte den Großen Chor mit der Erklärung des tieferen Sinns, für den das Stück des Komponisten Dan Forrest stehe: „Letztendlich ist es ein Ruf nach Frieden und dem Miteinander der Menschen aus der ganzen Welt. So wurden die sieben Sätze des Stückes in verschiedenen Sprachen gesungen. Stellte der erste Satz in liturgischem Latein die amerikanische Musiksprache in den Mittelpunkt, entführte das „Ve adthdor vador“ das aufmerksame Publikum in die Welt des Hebräischen und zugleich des Arabischen.

Die Musiker gaben in der Stadtkirche Nagold ein imposantes Bild ab. Foto: Wicke

Die Klarinette, unterstützt durch zauberhafte Harfenklänge und einen warmen Klangteppich der Streicher, wies den gedanklichen Weg manch eines Gast in die Welt der Karawanen. Mandarin-Chinesisch im 3. Satz, afrikanisch (Zulu 4. Satz) sowie Spanisch im 5. Satz ließ die Zuhörenden erahnen, Musik ist frei von Streit und Gegensätzen der Völker; sie ist verbindend.

Musiker sind bald auf dem Weg nach Toul

So steigerte sich das Konzert im 6. Satz zu einem „Song of the Earth“ (Lied der Erde) mit jenem bewussten Verzicht auf irgendeine Sprache; vielmehr mit der Verbindung aller Kulturen. Gewaltig beginnt die Welt zu singen – zunächst wortlos, um immer mehr Laute und Vokale zu finden. Alles mündete in einem mächtigen und allumfassenden Alleluja, was manches Herz der Zuhörer in große Emotionalität stürzen konnte.

Das nächste Kapitel einer Völkerverständigung folgt bald. Am Freitag setzt sich der Musiker Tross in Bewegung Richtung Lothringen. Um in der Kathedrale zu Toul ein weiteres Mal zu rufen: „Jubilate Deo.“