Jugendkapelle und Stadtkapelle kredenzen dem Publikum in der zweimal restlos ausverkauften Stadthalle ein vierstündiges Fastnachtskonzert der Extraklasse.
„Manege frei“ hieß es am Samstag und Sonntag in der proppenvollen Stadthalle bei den beiden Fastnachtskonzerten, zu denen die Jugendkapelle und die Stadtkapelle eingeladen hatten.
An beiden Abenden war die Halle restlos ausverkauft, „und wir hätten sicher noch ein drittes Mal voll bekommen“, informierte Ticket Toni alias Stadtkapellen-Vorsitzender Markus Winz bei der Begrüßung.
Und auch heuer hatten die nahezu 200 Akteure unter Leitung von Johannes Nikol wieder alle Register gezogen und dem bestens gelaunten Publikum, in dem sich, passend zum Zirkus-Motto, Dompteure, Clowns, Direktoren, mehr und weniger wilde Tiere und mehr tummelten, ein vierstündiges Programm der Extraklasse kredenzt.
Schlaf auf Schlag
Die Akteure begeisterten mit erstklassiger Blasmusik vom Feinsten, Gesang, Zauberei, Akrobatik, Clownerie und manchem mehr, was vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt wurde. Durchs Programm führten galant die beiden Moderatoren Marius Kirsner und Michael Lacher. Und man durfte staunen, welche Potenziale in einem, oder vielmehr zwei, Orchestern so schlummern.
Nachdem zum Auftakt und Einzug der Musiker der Rottweiler Narrenmarsch erklang, ging es Schlag auf Schlag mit dem Programm weiter, das für einen kurzweiligen Abend sorgte. Von der Feuerwehr Rottweil wurden die Gäste kulinarisch versorgt und das klappte ebenfalls hervorragend und in einer – wie man es eben von der Feuerwehr kennt – rasant kurzen Zeit. Kaum waren die Maultaschen, Würstle, Käsebrote und Co. bestellt, wurden sie auch schon, wie von Zauberhand, serviert. Bravo.
Die Jugendkapelle begeisterte unter anderem mit Nummern aus dem berühmten Zirkusfilm „The greatest Showman“, der für das Motto nahezu eine Steilvorlage bot. Zudem stellten die Nachwuchsmusiker auch das neue Rottweiler „Rössle“ vor – der Plüschgaul wird von zwei Damen getrieben. Der „Narrenadel der Zunft“, wie Marius die Herren Wadelkappen bezeichnete, beäugte das neue Rössle-Konzept allerdings eher skeptisch.
Vom Fantastischen-Tim bis Wasserballett
Unter dem Motto „Zirkus ist, wenn man nicht weiß, was passiert“, erklärten sich die Musiker beider Kapellen quasi spontan bereit, sich ins Programm einzubringen und warteten mit mancher Überraschung auf. So beispielsweise die Fantastischen-Tims mit ihrer Diabolo-Nummer, bei dem die benachbarten Musiker sich sicherheitshalber mal mit Bauhelmen ausstatteten. Doch die Jungs waren grandios und beherrschten ihre Kunst meisterlich.
Aber auch das Wasserballett mit Axel Zimmermann an der Spitze begeisterte, ebenso die „99 Luftballons“, die die beiden Sängerinnen Elisa und Emily steigen ließen, oder das wunderbar emotional gesungene „Oh mein Papa“, oder „Theater, Theater“ von Silvia sorgten für tosenden Applaus. Und in einem echten Zirkus darf natürlich auch die Akrobatik nicht fehlen. So boten die Turnerinnen Xenia, Sarah, Leona und Elisa eine grandiose Turnnummer, und auch die schwebenden Trompeten und Posaunen kamen bestens an.
Doch wie in einem richtigen Zirkus, brauchte es Unterstützung aus dem Publikum. Neben Erna, die die große Trommel spielen durfte, holten die Clowns Nico und Johannes, Christoph Bechtold und OB Christian Ruf für die Knödel-Polka auf die Bühne. Während Bechtold die Plastik-Tröte spielen durfte, hatte der Oberbürgermeister die Aufgabe, mit Topf und Schneebesen für den richtigen Takt zu sorgen. Beide hatten die Lacher auf ihrer Seite.
OB hat die Nase vorn
Und dann gab es auch noch ein Quiz, bei dem es aus einem Potpourri, die einzelnen Märsche zu bestimmen galt. Hier landete das Stadtoberhaupt glatt auf Platz eins und gewann eine VIP-Einladung für den Spatenstich für die neue Fußgängerbrücke vom Stadtgraben ins Neckartal mit Pressebild. Lediglich den Spaten müsse er selbst mitbringen.
Mit der auf dem Xylofon grandios gespielten Melodie „Zirkus Renz“ sorgten Moritz und Elias für Begeisterungsstürme im Publikum. Und nach gut vier Stunden Programm verabschiedeten sich die Akteure mit dem großen Finale und dem Rottweiler Narrenmarsch von ihrem Publikum.