Die Jugendkapelle erntet lang anhaltenden Applaus. Foto: Siegmeier

Die Jugendkapelle und Stadtkapelle Rottweil haben ihr Publikum beim Jahreskonzert mit einem Programm voller Raffinesse begeistert. Und es gab eine ganz besondere Ehrung.

Einmal mehr boten die Musiker der beiden Orchester den gut 700 Gästen in der ausverkauften Halle ein musikalisches Erlebnis auf höchstem Niveau. Und es machte Spaß und faszinierte immer wieder aufs Neue zu sehen, mit welcher Professionalität, Spielfreude und Spaß die Musizierenden den Zuhörern das musikalische Programm darboten.

 

Mittlerweile wird bei der Jugendkapelle der Platz auf der Bühne eng, denn sage und schreibe mehr als 80 junge Mädchen und Jungs engagieren sich hier und zeigten beim Konzert eine beachtliche Leistung. Das dürfte nicht zuletzt der hervorragenden Arbeit des Dirigenten Johannes Nikol zu verdanken sein, dem es bestens gelingt, die jungen Menschen für die Blasmusik zu begeistern und zu musikalischen Höchstleistungen zu ermuntern.

Junge Talente voller Leichtigkeit

Das bravourös einstudierte Programm des Abends – Jugendkapelle und Stadtkapelle hatten sich heuer erstmals die Konzertzeit hälftig aufgeteilt – kredenzten die jungen Musiktalente mit einer Leichtigkeit, die beeindruckte.

Und wie kann ein Abend besser starten als mit „Music for Happiness“, also Musik, um glücklich zu sein, oder sich zu freuen. Und schon der Auftakt war fulminant und machte Lust auf mehr. Mit „The Legend of soul“ von John Wasson, „Nessaja“ von Peter Maffay und „How to train your dragon“ von John Powell ging es auf hohem Niveau weiter.

Das Stück „Glück“ von den „Fäaschtbänklern“ beschloss das Programm des Nachwuchsorchesters. Doch ohne eine Zugabe wollte das Publikum so gar nicht in die Pause gehen. Und die bekam es dann auch.

Ehrung für 50 Jahre in der Kapelle

Bevor es nach der Pause mit der Stadtkapelle und dem Stück „Into the Empire“, von Michael Geisler, fulminant in die zweite Konzerthälfte ging, stand noch eine Ehrung auf dem Programm. Für ihr 50-jähriges Wirken in der Stadtkapelle wurde Constanze Kaulich von Karl-Heinz-Villinger, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisblasmusikverbandes Rottweil-Tuttlingen, mit vielen guten Worten und der Ehrennadel in Platin für ihr außerordentliches Engagement ausgezeichnet.

Auch Stadtkapellen-Vorsitzender Markus Winz und seine Stellvertreterin Elisa Braun gratulierten ihrer Musikerkollegin von Herzen und überreichten einen Blumenstrauß.

Mit Sisi in der Puszta

Als nächstes wurde mit „Sisi – Kaiserin von Österreich“ von Otto M. Schwarz das glamouröse und zugleich tragische Leben der einstigen Kaiserin von Österreich musikalisch aufgezeigt. Dabei kamen ihre Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit musikalisch hervorragend gut zum Ausdruck. Und auch ihre besondere Liebe zu Ungarn wurde mit den Klängen der ungarischen Puszta offenbar.

Aus der Feder von Peter Leitner stammte die Solonummer „My Dream“, die ursprünglich eine Improvisation von Flügelhorn und Klavier war. In Leitners Ausarbeitung wird das Stück zu einer berührenden Blasmusik-Popballade, bei dem die beiden Solistinnen Leonie Braun und Edonita Isufi an der Trompete das Publikum verzauberten.

Eine Explosion von Klängen

Das Hauptwerk des Abends, „Libertadores“ von Oscar Navarro, ist ein sinfonisches Gedicht für Blasorchester, das die Geschichte der südamerikanischen Freiheitskämpfer musikalisch erzählt. Das Stück begann mit einer musikalischen Reise ins Herz des Amazonas Regenwaldes, bei dem vor allem die exotischen Klänge mit Stimme und Body-Percussion hervorragend herausgearbeitet wurden und dem Stück auf diese Weise eine besondere Note verliehen.

Im Stück „Libertadores“ waren vor allem die Schlagzeuger sehr gefordert. Foto: Siegmeier

Zum Finale kredenzte das Orchester eine wahre Explosion von Klängen, bei dem vor allem die Schlagzeuger besonders gefordert waren. Fulminant endete das Konzert mit dem Stück „Coldplay In Symphony“ von Bert Appermont.

Nicht ohne Zugaben

Aber auch das Hauptorchester wurde ohne Zugaben nicht von der Bühne gelassen. Und so gab es „Seven Nation Army“, bei dem Florentine Butz, Leonie Braun und Elisa Vogt gesanglich hervortraten und das Schlagzeugregister mit seiner Performance mit Leuchtsticks begeisterte. Mit „Marcia Gloriosa“ von Michael Geisler verabschiedeten sich die Musiker schließlich endgültig vom Publikum.