Die Stadtkapelle Hechingen zeigte ihr musikalisches Können bei ihrem Jahreskonzert in der Stadthalle. Foto: Lezerkoss

Im Rahmen des Jahreskonzerts der Stadtkapelle Hechingen hat Bürgermeister Philipp Hahn die Landesehrennadel an den langjährigen Musiker Alfred Stockmaier überreicht.

Ein Feuerwerk an musikalischen Reiseeindrücken konnten die Besucher des Jahreskonzerts der Stadtkapelle Hechingen am ersten Advent in der Stadthalle genießen. Das hohe musikalische Niveau, die stilistische Vielseitigkeit und musikalische Prägnanz des ausgesprochen gut disponierten Orchesters in allen Instrumentalgruppen zog die Musikfreunde schon nach den ersten Takten in Bann.

 

Die konzertanten Reiseimpressionen begannen mit dem „Aufbruch ins All”. Mit sphärisch anmutenden Klängen – begleitet von Fanfaren und getragen von Saxofonen, Klarinetten und Kornetts – und der Titelmusik „Star Trek“ von Alexander Courage (arr. Naohiro Iwai) aus der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ gelang dem Orchester unter Leitung von Samuel Restle ein toller Einstieg in das Konzert.

Samuel Restle leitete die Musiker an. Foto: Lezerkoss

Ein Sprung über den Ozean führte mit der „Appalachian Overture“ von James Barnes nach Amerika. Konzentriert formten die Musiker ein breitgefächertes, musikalisches Stimmungsbild und entwickelten die rhythmisch gezackten Abschnitte mit lustvoller Vehemenz.

Von New York nach Vigo

Imposante Wolkenkratzer, die altehrwürdige St. Patrick’s Cathedral und der Central Park: Vielschichtig in wahlweise subtil koloriertem oder explosiv groß gestikulierendem Duktus zeichnete das Orchester mit „New York Overture“ von Kees Vlak musikalische Impressionen des amerikanischen „Big Apple“. Zu vernehmen waren gregorianische Klänge, gemischt mit Swing, Jazz und südamerikanischen Rhythmen. Dieses Musikstück spielten die Musikerinnen und Musiker zum Gedenken an den früh verstorbenen vormaligen Dirigenten Musikdirektor Bernd Haid.

Bürgermeister Philipp Hahn (rechts) überreicht Alfred Stockmaier die Landesehrennadel. Foto: Lezerkoss

Vital, differenziert und kernig präsentierte das Orchester „The Legend of Maracaibo von Pina Jose Alberto, welche die Seeschlacht bei Vigo (Spanien) vor mehr als 300 Jahren widerspiegelt – dabei hatten vor allem die Schlagzeuger die Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren.

Mit dem Medley „Vive La France!“ und den großartigsten französischen Chansons (Les Plus Grandes Chansons Françaises) startete das Orchester in den zweiten Teil des Abends. Dieses an stilistischen Abwechslungen reiche Stück, arrangiert von Frank Bernaerts, bot mit Welthits von France Gall, Édith Piaf, Gilbert Bécaud und Joe Dassin ein lebendiges, musikalisches Stimmungsbild der Dramaturgie menschlichen Lebens: Liebe und Leid, Freude und Hoffnung.

Tosender Applaus

Restle vermittelte dem Ensemble anschließend den Weg in eine elastisch pulsierende Interpretation, die sich besonders bei dem feurigen „Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms (Arrangeur Siegfried Rundel) entfaltete. Mit gespannter Marschrhythmik erwiesen die Musikanten dazu der österreichischen „Kaiserin Sissi“ (Timo Dellweg) ihre Reverenz.

Das Hohenzollernlied besingt die Burg und den Felsen und gilt als Hymne von Hohenzollern. Der „Zoller Zyklus“, eine eindrucksvolle Auftragskomposition des Komponisten, Arrangeurs und Posaunisten Samuel Restle spielt mit fantasievollen Variationen dieser Musik, die Lisa-Marie Scheible und Jana Merz im ungewöhnlichem Dialog von Trompete und Flöte originell und einfallsreich umsetzten.

Die Musik um „Die Legende der mysteriösen weißen Frau“ aus der Feder von Patrick Egge ist geprägt von Traditionen, als auch von Einflüssen aus der Moderne, weshalb das sinfonische Blasorchester in dieser Komposition erneut die verschiedensten Stilrichtungen und alle klanglichen Facetten ausgestaltete.

Tosender und lang anhaltender Applaus brandete den Musikern entgegen. Dafür bedankte sich das Orchester mit dem knackig gespielten „Fliegermarsch“ (Hermann Dostal) und stimmten mit der „Petersburger Schlittenfahrt“ auf die Weihnachtszeit ein.

Ehrennadel für Alfred Stockmaier

„Ehre, wem Ehre gebührt“
 In einem Grußwort lobte Bürgermeister Philipp Hahn die Leistung der Stadtkapelle und beglückwünschte Samuel Restle zur Auszeichnung mit dem Landesjazzpreis Baden-Württemberg. Sie würdigt nicht nur Restles außergewöhnliche musikalische Begabung als Posaunist, Komponist und Arrangeur, sondern auch seinen beeindruckenden künstlerischen Weg, der ihn zu einem exzellenten Botschafter der Stadt Hechingen mache.

Überraschung
Völlig überrascht zeigte sich das langjährige Ensemble-Mitglied Alfred Stockmaier über die Auszeichnung des Ministerpräsidenten Wilfried Kretschmann mit der Ehrennadel des Landes-Badenwürttemberg. Sie folgt auf die bereits verliehene Bürgermedaille der Stadt Hechingen und würdigt wie Bürgermeister Philipp Hahn – stellvertretend für den Landrat des Zollernalb Kreises Günther-Martin Pauli – ausführte, das jahrzehntelange Engagement Stockmaiers für mehrere Musikvereine und Kapellen – insbesondere für die Hechinger Stadtkapelle.