Während Tochter Anja Schuler dirigiert, begeistert Vater Harald Schmieder in „Nessun Dorma“ als Opernsänger. Foto: Conny Hahn

Das Kirchenkonzert der Stadtkapelle Blumberg bot ein eindrucksvolles Klangerlebnis. Hochkarätige Gastmusiker bereicherten das Programm. Die dargebotene Musik reichte von der Opern-Arie bis zum Filmtitel.

Mit einem erstklassigen Kirchenkonzert hat sich die Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Ralf Hoffarth am Samstagabend in der katholischen Kirche St. Andreas einmal mehr selbst übertroffen.

 

Während des knapp zweistündigen Konzerts füllten die Musiker das voll besetzte Gotteshaus mit beeindruckenden Klängen und zogen dabei alle Register.

Ansagerin Susanne Freitag, die gemeinsam mit ihrem langjährigen Moderatoren-Kollegen Werner Vogt durch das abwechslungsreiche Programm führte, hatte keineswegs zu viel versprochen, als sie die Gäste zu Beginn auf einen besonderen Abend einstimmte, verbunden mit dem eindeutigen Versprechen, sie nicht zu enttäuschen.

Anhaltende Ovationen im Stehen

Tosende Applausstürme sowie mehrfache anhaltende Ovationen im Stehen zeugten am Ende davon, dass das Publikum wirklich restlos begeistert war.

Solist Michael Vonnier überzeugt mit seinem imposanten Orgelspiel beim Kirchenkonzert der Stadtkapelle. Foto: Conny Hahn

Um Punkt 19 Uhr eröffneten imposante Orgelklänge von Solist Michael Vonnier das Konzert, bevor sich die Musiker der Stadtkapelle in „Das große Tor von Kiew“ einreihten und die Kirche mit monumentalem Klang erfüllten. Weiter ging es mit dem Filmtitel „The Rock“ nach Kalifornien, wo man die Ereignisse auf der Gefängnisinsel Alcatraz vor San Francisco förmlich spüren konnte. In „Midnight Tears“ schmachtete das Trompetenregister in dem ursprünglich für Startrompeter Vlado Kumpan geschaffenen Stück mit einem rundum gefühlvollen Solo, bevor Anja Schuler mit dem Filmhit aus James Bonds „Skyfall“ ein Gesangssolo darbot.

Alle Register sind gefordert und beweisen flinke Finger

In Johan de Meij Meisterwerk „Phantom der Oper“ waren alle Register gefordert und bewiesen flinke Finger, und das Publikum konnte gar nicht anders, als zu den bekannten Melodien kräftig mitzuwippen.

Zwei sakrale Titel in modernen Arrangements folgten mit „Amen“ sowie „Baba Yetu“, was die Vertonung des Vater Unser in der Sprache der Suaheli beinhaltet. Für Gänsehaut sorgte anschließend „Purple Rain“ von Prince.

Tosender Applaus und Beifall im Stehen: Das Publikum in der voll besetzten Blumberger Kirche ist restlos begeistert. Foto: Conny Hahn

Gastsänger Thomas Sausen präsentierte den Song mit den drei Background-Sängerinnen Anja Schuler sowie Sabine und Regina Schmieder.

Fulminante Orgelklänge ließ Michael Vonnier noch einmal in Händels „Halleluja“ ertönen, und die Bläser lockten mit ihren fanfarenartigen „Halleluja-Rufen“ ganze Engelschöre an.

Wer bis jetzt noch keine Gänsehaut bekommen hatte, der war spätestens in diesem Moment an der Reihe: Gefühlvoll und virtuos brillierte Sabine Schmieder erstmals in dem Panflötensolo „Einsamer Hirte“ auf diesem für die Kapelle neuen Instrument.

Ein speziell für diesen Abend geschaffenes Arrangement von Jan van Kraeydonck setzte mit Bachs Orgelwerk „Toccata in d-Moll“ mit spontaner Emotionalität und gleichzeitig sakraler Ernsthaftigkeit einen rundum gelungenen Schlussakkord.

Zwei Zugaben

„Es war ein phänomenales Konzert“, fasste Susanne Freitag die enthusiastische Rückmeldung des Publikums in Worte. Es durften auch zwei Zugaben nicht fehlen: Unter dem Dirigat von Tochter Anja überzeugte Harald Schmieder als Gesangssolist in „Nessun Dorma“ aus der Oper Turandot, bevor das Kirchenkonzert mit dem passenden Titel „Highland Cathedral“ endgültig ausklang.

Stadtkapelle

Der Verein  
Die im Jahr 1949 gegründete Stadtkapelle Blumberg zählt derzeit etwa 55 aktive Musiker. Das Vorstandsteam besteht aus Susanne Freitag, Marius Selig und Sven Mogel. Seit 2023 schwingt Dirigent Ralf Hoffarth den Taktstock. Bereits im März hatte das Ensemble mit einem Frühjahrskonzert begeistert.