Nur strahlende Gesichter gab es nach dem Kirchenkonzert der Stadtharmonie Villingen in der Markuskirche. Und das lag weniger an den Rosen, die die Mütter als Geschenk erhielten.
Zuvor erlebten die Besucher eine ganz besondere Darbietung: Unter dem Titel „In Nomine“ – im Namen des Herrn – lud die Stadtharmonie erstmals wieder im Frühling zu einem Konzert ein und dies erstmals unter der musikalischen Leitung von Volker Rückert.
Während die Blasmusiker gewohnheitsmäßig im November im Franziskaner-Konzerthaus ihr Jahreskonzert zelebrieren, stand dieses Kirchenkonzert also unter ganz anderen Vorzeichen.
Um es vorweg zu nehmen: Die Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Im voll besetzten Gotteshaus entstand allein schon durch die räumliche Nähe zwischen Musikern und Besuchern eine ganz dichte, ja fast schon intime Atmosphäre.
Auftakt mit Jugendkapelle
So hatte die Jugendkapelle unter der Leitung von Annabelle Schölzel leichtes Spiel, mit dem mitreißenden Konzertmarsch „Arsenal“ vom ersten Moment an den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Die eingängigen Melodien der Popband Coldplay standen in dem nichts nach.
Die in die Markuskirche scheinende Sonne tat ein Übriges, um eine heitere, manchmal auch nachdenkliche Stimmung zu erzeugen. Die dem Rahmen einer Kirche angemessene Moderation durch Geschäftsführer Heinrich Greif unterstrich ebenfalls das Besondere dieses Konzerts. Die Ansagen kamen fast aus dem „Off“, denn Greif hatte sich hinter das Orchester platziert. Denn als das Große Blasorchester seine Plätze einnahm, waren der Altarraum und der Platz bis zu den ersten Reihen komplett ausgefüllt.
Dolomiti und Compostela
Mit einem Konzertmarsch starteten ebenso die „Großen“ unter ihrem Dirigenten Volker Rückert ihr Programm. Das Stück „Dolomiti“ ließ anhand der großen Klangfülle in der Markuskirche ein Bild der mächtigen Dolomiten entstehen. Der Wechsel zu fließenden leiseren Passagen überzeugte komplett.
Ebensolche Bilder im Kopf der Zuhörer entstanden bei „Compostela“, das den berühmten Jakobsweg musikalisch umsetzte. Wunderbar die Zwiesprachen der verschiedenen Musikinstrumenten miteinander, wunderbar auch die spanischen Einflüsse in dieser schönen Musik.
Es geht noch mehr
Gar ein Gänsehautschauer lief den Rücken herunter, als der Pilger nach den Strapazen endlich die Kathedrale von Santiago de Compostela erreichte. Erhabene, zum Himmel auffahrende Klänge entstanden im perfekten Rahmen des Gotteshauses.
Aber es ging noch mehr: Es folgte die von Hans Zimmer komponierte Filmmusik zu „The Da Vinci Code – Sakrileg“. Greif moderierte dies mit den Worten „Weg mit den Geheimnissen, weg mit dem Code.“ an.
Schließlich brachte das Große Blasorchester „In Nomine“ von Otto M. Schwarz zu Gehör. Das namensgebende Stück für das Kirchenkonzert geriet zum Glanzlicht des Abends.
Denn von der Empore fielen ein Chor und die Kirchenorgel mit ein. Im Gotteshaus fing deshalb die Luft förmlich an zu vibrieren, was sich auch auf die Zuhörer übertrug. Was für ein Moment!
Sängerin toppt das Ganze
Und Sängerin Katharina Singer gelang es nach diesem musikalischen Leckerbissen mit ihrer klaren Stimme noch eins draufzusetzen. Kaum war das Stück „Invincible“, unbesiegbar, verklungen, stand das begeisterte Publikum auf und forderte in stehenden Ovationen eine Zugabe ein, die gerne gegeben wurde. „Lady Stewart’s Air“ ließ die Zuhörer schließlich wieder „runterkommen“.
Greif erinnerte zum Schluss des gelungenen Kirchenkonzerts charmant und mit einem Augenzwinkern an die Spendenbereitschaft, vom sichtlich gelösten und zufriedenen Dirigenten gab es ein „Gehet hin in Frieden“ mit auf den Weg.
Die Erinnerung Greifs hätte es wohl kaum gebraucht, angesichts der über das ganze Gesicht strahlenden Konzertbesucher beim Verlassen des Gotteshauses.