Eine ausverkaufte Veranstaltung und ein gut gelauntes Publikum verlangen nach einem stilechten Intro. Also betritt Comedian Michael Mittermeier die Bühne der Stadthalle zur Filmmusik von „Zurück in die Zukunft“. Dabei braucht er keine große Kulisse, um sein Programm „Flashback – Die Rückkehr der Zukunft“ zu präsentieren, denn diese gestaltet er mit einem Feuerwerk an Anekdoten selbst.
Nach einem Exkurs in die Familiengeschichte, die mit dem Auswandern seiner Urgroßeltern nach Ägypten beginnt, wird schnell klar, dass es an diesem Abend um mehr als reine Comedy geht. Von Moses und Jesus ist da die Rede, von Fluchtrouten und Witzen, die er im katholischen Bayern nicht erzählen kann.
Gnadenlos wirft der Comedian Politiker, Nationen, die Bundeswehr, sogar den Papst und die Nasa in einen brodelnden Kessel, nur um sie in neuer Zusammensetzung wieder herauszufischen und die Lachmuskeln des Publikums einem Härtetest zu unterziehen. Bei allem Wortwitz blitzt auf dieser Abenteuerreise immer wieder ein Körnchen Ernsthaftigkeit auf.
Mittermeier provoziert charmant, verknüpft Vergangenheit und Zukunft mit aktuellem Weltgeschehen, bis sich zum Glück alles in einem Augenzwinkern auflöst. Da die Erinnerung bei Zeitreisen in Mitleidenschaft gezogen wird, bleiben nur Flashbacks. Und die Erkenntnis, dass Komödie und Tragödie immer zeitgleich stattfinden. Zumindest in der Definition des Meisters. Nach zwei Stunden Überschallgeschwindigkeit endet die Zeitreise im Hier und Jetzt mit dem Fazit, dass Mittermeier auch nach vier Jahrzehnten auf der Bühne der authentische Lausbub bleibt, der knapp am Körper eines Boomers vorbeischrammt.