Zum Thema „Erzähl mir von früher“ gab der frühere Stadtarchivar Martin Häffner (zweiter von links) den anwesenden Senioren Einblicke in die Entwicklung des Trossinger Stadtkerns, während Bürgermeisterin Susanne Irion (links) den Blick in die Zukunft mit der Umgestaltung des Rudolf-Maschke-Platzes richtete. Foto: Ingrid Kohler

Im Herzen von Trossingen wurde der Marktplatz neu geschaffen.

Im Rahmen einer Veranstaltung der Stadt Trossingen in Kooperation mit dem Ortsseniorenrat blickte Martin Häffner auf die Geschichte des heutigen Rudolf-Maschke-Platzes zurück.

 

Das Wetter war am Donnerstagmorgen alles andere als einladend für eine Veranstaltung unter freiem Himmel, doch zwischen Marktständen und Besuchern fand sich eine größere Seniorengruppe ein, um von Bürgermeisterin Susanne Irion und dem ehemaligen Stadtarchivar Martin Häffner „Neues“ und „Altes“ rund um den heutigen Rudolf-Maschke-Platz zu erfahren.

Es soll für alle Generationen etwas geboten sein

Dieser soll sich ja in den nächsten Jahren zu einem Platz, auf dem für alle Generationen das ganze Jahr über vieles geboten sein wird, entwickeln. „Der Rudolf-Maschke-Platz wird sich verändern“, sagte die Bürgermeisterin mit Blick zurück auf das Bürgerbeteiligungsverfahren im Jahr 2025. Es gehe nun in den Wettbewerb. „Wir suchen jetzt ein geeignetes Planungsbüro, um Fördergelder zu bekommen.“

Doch bereits jetzt versuche die Stadt den Rudolf-Maschke-Platz mit geringen Mitteln zu beleben. „Im September 2025 hatten wir hier den Straßenmalkreidewettbewerb, außerdem verlege ich oft meine Bürgersprechstunde am Donnerstag hier auf den Markt.“

Unterschiedliche Aktionen in Planung

Man versuche also, den Rudolf-Maschke-Platz mit den unterschiedlichsten Aktionen zu beleben. Als Ergebnis aus der Bürgerbeteiligung stellte die Bürgermeisterin den neuen Trinkwasserbrunnen vor, der allerdings noch umhüllt ist, da er falsch geliefert und nochmals umgebaut werden müsse.

Neben frischem Trinkwasser für jedermann habe der Brunnen auch eine Tränke für Hunde und „im Sommer zur Erfrischung eine Vernebelungsdüse“. Ein erster kleiner Schritt in die Modernisierung des Platzes ist somit bereits getan.

Der ehemalige Stadtarchivar Martin Häffner hatte einen Stadtplan mitgebracht aus dem Jahr 1913/14. „Damals gab es hier noch keinen Platz, das Haus Hangenstraße 1 stand ganz vorne an der Butschstraße.“ Es handelte sich um das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Schmid, das bis zum Jahr 1904 das Trossinger Rathaus gewesen ist. Die erste Etappe zum Umbau des Stadtkerns in den Neuen Marktplatz als Zeichen der Modernität begann bereits im Jahr 1955 mit dem Abriss der sogenannten Spittelscheuer und dem Neubau des ersten Geschäftshauses von Schneidermeister Emil Bilger. Dieses hatte beeindruckende 38 Meter Schaufensterfront.

Den Weitblick für „den gemäßigten Schritt zur Verstädterung unter Anlehnung an das noch lange Jahre bestehende Bild der übrigen Stadtteile“ rechtfertigte der damalige Bürgermeister Rudolf-Maschke mit der neuen Bebauung rund um den Neuen Marktplatz. Erst nach Maschkes Tod wurde dieser in Rudolf-Maschke-Platz umbenannt. Im Jahr 1974 fand hier der erste Wochenmarkt statt.

Viele Jahre gab es direkt an der Hauptstraße Schilling’s Imbiss, bis dann 1984 der Pavillon im hinteren Bereich des Platzes gebaut wurde. Zwei Jahre später wurde der Marktfrauenbrunnen des Trossinger Künstlers Wendelin Matt eingeweiht. Im Jahr 1986 wurde der bisherige Parkplatz umgestaltet.

„Seither hat sich nicht viel verändert“, so Häffner, doch mit Blick auf ein Modell der Umgestaltung aus dem Jahr 1983, das im Trossinger Jahrbuch 2025 veröffentlicht wurde, meinte er: „Seit mehr als 40 Jahren hat man sich immer wieder Gedanken für eine bessere Lösung und Nutzung gemacht.“ Für die anwesenden Ur-Trossinger weckte die Führung, die mit einem gemütlichen Kaffeeplausch im angrenzenden Twenty-Two-Café und vielen „weißt du noch“ endete, jede Menge alte Erinnerungen. Für die Hinzugezogenen war es eine Informationsstunde mit vielen neuen Erkenntnissen rund um die Geschichte der Trossinger Ortsmitte.