Der Stadtgarten ist für die Inklusionsgruppe ein Wohlfühlort. Foto: Steinmetz

Die Idee, einen Stadtgarten auf dem Hof zwischen Häusern in der Brühlstraße anzulegen, ist in der Corona-Zeit entstanden. Alexandra Rau aus Bergfelden hatte dieses Projekt initiiert. Inzwischen führt es Gabriela Jansen mit der Inklusionsgruppe sehr erfolgreich weiter.

Doch wie kann eine solcher grüner Fleck mitten in der Stadt entstehen? Da war Phantasie gefragt: Alle möglichen Behältnisse und Gefäße kamen in Frage, die mit – versteht sich – unbehandelter Pflanzenerde gefüllt werden konnten – zum Beispiel Kisten, Reifen, Koffer, Körbe oder Schuhe. Es war ein Sammelsurium an Gegenständen, das an einen Flohmarkt erinnerte. Viel ist davon allerdings nicht mehr übrig geblieben, doch es grünt und blüht nach wie vor. Derzeit sieht es zwar noch etwas trist aus, doch das wird sich ab dem Frühling bald ändern.

 

Kontakt mit einer Biogärtnerin

Inzwischen steht ein Hochbeet auf dem Hof. Das ist einfacher zu bepflanzen als einzelne Kisten. Gabriela Jansen hat Kontakt mit einer Biogärtnerin, die die Gruppe im Stadtgarten berät. Sie werde etwas zusammenstellen.

Gabriela Jansen sieht nach den Pflanzen, die überwintert haben. Foto: Steinmetz

„Wir pflanzen und pflegen“, erklärt Gabriela Jansen. Jedenfalls sollen im Sommer wieder Erdbeeren, Tomaten, Salat, Kräuter geerntet und dann auch gegessen werden können. Es ist in erster Linie ein Nutzgarten, in dem aber auch Stauden und Blumen im Randbereich des Hofes nicht fehlen sollen. Das schafft eine Wohlfühlatmosphäre. So empfindet es auch Jürgen Ludi: „Wir sind sehr glücklich, dass wir den Stadtgarten haben. Er ist uns sehr wichtig.“

Chemie ist tabu

Gabriela Jansen, die in der Nähe wohnt, sorgt dafür, dass die Pflanzen nicht verdursten. Das Wasser zum Gießen kann sie, soweit vorrätig, aus einer Regentonne entnehmen. Chemie zum Düngen ist im Übrigen tabu: Alles soll bio sein. Das war von Anfang an auch so gedacht.

Jeden Mittwoch ist Treffpunkt

Die Anlage ist aber weit mehr als nur ein Garten. Jeden Mittwoch um 14 Uhr ist Treffpunkt, bei gutem Wetter immer draußen. Derzeit sind es zehn bis zwölf Teilnehmer, jedoch ist die Gruppe offen für alle. „Wir sprechen auch Menschen an, die allein sind“, sagt Gabriela Jansen. So entsteht Gemeinsamkeit. Zu der Feier an Heiligabend im Stadtgarten sind 50 bis 60 Besucher gekommen. Ein kleiner Weihnachtsbaum ist aufgestellt und während der Fasnet in einen Narrenbaum umfunktioniert worden. Vielleicht kann er am Ende noch als Osterbaum, geschmückt mit selbst bemalten bunten Eiern, dienen.

Grillabende und Ausflüge

Bei den Zusammenkünften entwickeln verschiedene Aktivitäten. Die Inklusionsgruppe beteiligte sich beispielsweise an der Pflege der im Stadtgebiet angelegten Staudenbeete, gemeinsam geht es zur Fasnet in Sulz, im Sommer gibt es Grillabende, Ausflüge stehen ebenfalls auf dem Programm. Auch für die Umwelt wollen die Teilnehmer etwas tun, etwa auf dem Wöhrd Zigarettenkippen einsammeln.

„Dann schauen wir, was sich sonst noch ergibt“, sagt Gabriela Jansen. Im März wird gesät und angepflanzt. Die Gruppenleiterin würde sich freuen, wenn der Stadtgarten mehr Beachtung finden und noch mehr Menschen vorbeischauen.