Gärtnerin Ruth Bühler ist inmitten tausender Pflanzen ganz in ihrem Element. Foto: Ginter

In der warmen Jahreszeit gleicht St. Georgen stets einem bunten und duftenden Blumenmeer. Doch wie bereitet sich die Stadt eigentlich darauf vor? Ein Blick hinter die Kulissen beim Besuch in der Stadtgärtnerei.

St. Georgen - Die Frühblüher recken ihre Köpfe gerade wieder gen Sonne, es grünt und blüht schon an allen Ecken. Und bald soll es in und rund um die Bergstadt noch bunter werden: In der Stadtgärtnerei laufen gerade die Vorbereitungen für den städtischen Sommerflor auf Hochtouren.

Derzeit erfreut sich die Bevölkerung an Osterglocken und Tulpen

Gärtnerin Ruth Bühler zieht derzeit die Blumen für den Sommer auf und schaut nach den zarten Pflänzchen, die sie erst kürzlich pikiert, also auseinandergesetzt hat, damit sie schneller wachsen. "Ich bin, gerade bei diesem Wetter, viel mit Gießen beschäftigt, die Blumen haben Durst", sagt sie lachend. Ab Anfang Juni soll die bunte Blumenpracht dann wieder die Stadt verschönern. "Mit dem Frost ist es hier in St. Georgen immer gefährlich", erläutert die Gärtnerin den relativ späten Zeitpunkt. Bis dahin kann sich die Bevölkerung aber etwa an Osterglocken und Tulpen erfreuen, denen das kalte Wetter nichts ausmacht. Die Balkonkästen sind schon früher dran: "Damit fangen wir schon Anfang Mai an", so Bühler.

Ob Geranien, Fuchsien, Petunien, Margeriten oder Dahlien – die Blumenvielfalt, die Bühler für die Stadt heranzüchtet, ist groß. "Wir schauen schon immer, dass wir ein breitgefächertes Sortiment haben, damit es schön bunt wird", erklärt sie. Die Farben seien hier sehr wichtig. "Wir arbeiten gerne mit Farben, damit es auffällt", erklärt die Gärtnerin. Und auch die Abwechslung macht’s: So schaue man, "dass jedes Jahr etwas Neues reinkommt", sagt Bühler.

Seit einiger Zeit werden auch Blumenwiesen bepflanzt, um Wildbienen und anderen Insekten einen wertvollen Lebensraum mit genügend Nahrungsangebot zu bieten. "Die kommen bei den Leuten mega gut an", sagt Bühler. "Das freut uns sehr." Beim Einkauf der Pflanzen achte die Gärtnerin auch stets darauf, "insektenfreundliche" Pflanzen zu beziehen.

Besonders mag die Botanikerin an ihrer Tätigkeit das intensive Erleben der verschiedenen Jahreszeiten, wie sie erzählt. "Im Herbst, wenn der erste Frost kommt, tut es uns immer sehr leid, die Blumen herauszunehmen, wenn sie noch so schön sind", erklärt sie. Im Winter beginnt dann ein neuer Kreislauf. Da wird etwa die Erde gemischt und sterilisiert, die Rolltische werden erneuert und gereinigt, um die Blumen später vor Krankheiten zu schützen, so Bühler weiter.

"Ich finde es toll, dass St. Georgen so ein Gewächshaus hat"

Wie viele Pflanzen im Gewächshaus gedeihen, kann sie kaum beziffern. Allein von der Geranie seien es aber an die 4000 Exemplare, von der Tagetes 5000. "Die Tagetes hat auch viele tolle leuchtende Farben", schwärmt Bühler über die landläufig als Studentenblume bekannte Pflanze. "Ich finde es toll, dass St. Georgen so ein Gewächshaus hat", sagt die Gärtnerin über ihren Arbeitsplatz. "Das tut der Stadt auch gut. Und ich bekomme aus der Bevölkerung immer viel Lob und Anerkennung."

Bereits seit 35 Jahren arbeitet Bühler in der Stadtgärtnerei. Hier hat sie den Beruf der Gärtnerin "von der Pike auf" gelernt, wie sie erzählt. "Ich würde es immer wieder tun, das ist so ein toller Job, echt genial", schwärmt sie. Wie sehr die Gärtnerin ihre Arbeit liebt, wird auch beim Gang durch die langen Blumenreihen mit ihr deutlich. Da entweicht ihr schon einmal ein glückliches "Ach, ich bin so gerne hier."

Eine Lieblingsblume hat sie nicht. "Die Vielfalt ist es", betont die Gärtnerin mit einem Lächeln im Gesicht. Wenn sie von ihrer Arbeit spricht, kommt Bühler richtig ins Schwärmen: "Das Schöne ist, wenn man etwas gepflanzt hat, es gedeiht und man sagen kann: Das gefällt mir."

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