Die Nachfrage nach Brennholz bleibt in Hechingen auf hohem Niveau. Holz aus dem Stadtwald wird daher auch in der kommenden Einschlagsperiode nur an Hechinger verkauft.
Sturm, Regen und frostige Temperaturen prägen das Wetter dieser Tage, von einem goldenen Herbst ist nur wenig zu spüren und der Winter naht. Angesichts dieser Umstände ist die Heizsaison 2025/2026 in vollem Gange. In zahlreichen Hechinger Haushalten wird nach wie vor traditionell mit Holz geheizt, wie Stadtförster Jürgen Baumer weiß. Laut Erhebungen der Bezirksschornsteinfeger aus dem Jahr 2019 waren in Hechingen etwa 2800 Holzöfen gemeldet. „Es ist schon eine liebgewonnene Tradition, die Wohnungen mit Holz aus den heimischen Wäldern zu heizen“, betont Baumer.
Damit dies auch im kommenden Jahr möglich ist, können ab sofort bei der Stadt Hechingen wieder Brennholzbestellungen für die Einschlagssaison 2025/2026 aufgegeben werden. Üblicherweise starte die Ausschreibung von Brennholz aus dem Stadtwald vor Beginn des Holzeinschlags. Jene Arbeiten starten, sobald die Bäume ihr Laub vollends verloren haben.
Hechinger haben bei Bestellungen Vorrang
Noch circa bis Mitte/Ende Dezember werden Bestellungen aufgenommen. Hechinger Bürger werden dabei bevorzugt, weil die Nachfrage so groß ist. „Sie sollen die Möglichkeit erhalten, aus ‚Ihrem Bürgerwald‘ ihr Brennholz zu erwerben“, erklärt Jürgen Baumer die Entscheidung, nur an „Einheimische“ zu verkaufen. Es habe auch schon Anfragen von Bürgern umliegender Kommunen gegeben.
In den vergangenen Jahren seien circa 1400 Festmeter in langer Form am Waldweg bereitgestellt und verkauft worden. Die Einschlagmenge variiere von Saison zu Saison. „Wir versuchen aber immer, die Nachfrage zu decken“, sagt Stadtförster Baumer unserer Redaktion. Die Höchstbestellmenge je Interessent liegt bei acht Festmetern. Das Brennholz im Hechinger Stadtwald besteht aus einer Mischung der Baumarten Buche, Esche, und Ahorn.
Preis kann stabil gehalten werden
Und was kostet der Festmeter Brennholz in diesem Jahr? 90 Euro, wie Jürgen Baumer weiter informiert. Damit habe die Stadtverwaltung den Preis im Vergleich zum Vorjahr stabil halten können. Dieser Preisbereich habe sich auch bei den umliegenden Forstämtern eingependelt.
Die hohe Nachfrage nach Brennholz bestehe schon seit der Saison 2022/2023. Im Frühjahr 2022 begann der Russland-Ukraine-Krieg; die Energiepreise schnellten angesichts des Importstopps von Erdgas Öl aus Russland in die Höhe. Brennholz war in der Folge als Heizmittel stark gefragt. „Das ist bis heute auf diesem Niveau geblieben“, erläutert Jürgen Baumer die Hintergründe weiter.
Aufbereitung erfordert geeignete Forstausrüstung
Für ein warmes Wohnzimmer wird auch zusätzliche Arbeit nicht gescheut. Denn: Die Käufer von Holz aus dem Stadtwald müssen das zur Verfügung gestellte Holz selbst aufbereiten und benötigen dafür eine geeignete Forstausrüstung, sprich Motorsäge, Schutzausrüstung und einen gültigen Motorsägeschein.
So kann Brennholz in Hechingen bestellt werden
Bestellen
Wer Interesse an Bestellungen für Brennholz-Polter oder Anmeldungen für die Flächenlos-Versteigerung in städtischen Wäldern hat, der meldet sich ab sofort bei Stefanie Walter vom Sachgebiet Forst und Natur, telefonisch oder per Mail unter 07478/94 01 31 oder stefanie.walter@hechingen.de und gibt seinen Holzbedarf an. Bestellt werden kann auch direkt im Rathaus, Zimmer 18, montags bis freitags, 8.30 bis 12.30 Uhr. Wenn das maximale Brennholzkontingent erreicht ist, erfolgt ein Bestellstopp, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Der Flächenlosverkauf findet nach Abschluss der Einschlagssaison in Form einer Versteigerung statt. Diese wird voraussichtlich im April 2026 stattfinden.
Aufarbeiten
Ist das Brennholz bestellt, wird dieses nach dem Einschlag am Waldweg bereitgestellt. Es folgt die Zuteilung durch den Revierleiter sowie die Rechnungsstellung mit Lageortkarte und Bezahlung. Das Laubbrennholz ist bis zum Juni des jeweiligen Jahres durch den Brennholzkäufer aufzuarbeiten.