Stadtentwicklung in Schwenningen: CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Sautter auf dem Marktplatz. Foto: Cornelia Hellweg

Bei der Stadtentwicklung von Schwenningen stehen große Projekte an: Rössle, Museen, Bürkstraße 1, Kita Mauthepark sind die größten Brocken. Aber wie setzt sich das um?

Dirk Sautter, Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat, treibt die Sorge um, dass der rote Faden bei diesem Thema verloren geht.

 

„In Schwenningen sind noch ein paar Aufgaben zu lösen“, unterstreicht Dirk Sautter im Gespräch mit der Redaktion. Für ihn ist auf der einen Seite klar, dass so große Projekte eine lange Laufzeit haben und es daher auch zu Veränderungen von Überlegungen kommen kann. Beispiel Rössle: Nachdem die Wiederbelebung als Einkaufszentrum von Investor HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH) zu den Akten gelegt wurde, hat die Stadt VS mittlerweile Grundstück und Immobilie gekauft.

Zunächst stand eine Nutzung im Bestand für die Zusammenlegung der Stadtverwaltung in Schwenningen plus Bibliothek plus Volkshochschule im Blickpunkt. Dann war vom Abbruch und Neubau die Rede. Hinzu kommt, dass das Museumsquartier Bürkareal aus Kostengründen trotz detaillierter Planung geplatzt ist und jetzt ein neues Projekt unter der Maßgabe 10 plus 1 am Standort Heimatmuseum und ehemaliger Kindergarten Wilhelmpflege in der Diskussion steht. 10 plus 1 beschreibt das, was das Projekt höchstens kosten soll: zehn Millionen Euro plus eine Million Euro Planungskosten.

Museumsprojekt 10+1

In Frage steht für die CDU, ob die städtische Galerie in dem Museumsprojekt unterkommt oder doch im Rössle, falls der Platz es zuließe. Auf Anfrage beschreibt die Stadt den Stand der Dinge bezüglich des Rössle so: „Derzeit werden Überlegungen zu einem möglichen Abbruch des Gebäudes und neu zu errichtenden Einheiten für die Verwaltung angestellt. Ebenso wie alternative Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes für die Verwaltung. Diese Planungen befinden sich im Rahmen einer Machbarkeitsstudie in der Vorbereitung. Verschiedene Nutzungsoptionen werden geprüft und dem Gemeinderat im September vorgestellt. Ziel ist es, dem Gemeinderat eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, auf deren Basis die weitere Vorgehensweise festgelegt werden kann“.

Rössle – aber wie?

Zuletzt machte Bürgermeister Detlev Bührer die Überlegung öffentlich, dass die VHS doch nicht ins Rössle, sondern ins Gebäude Bürkstraße 1 ziehen könnte, was ursprünglich für die Zusammenlegung der Stadtverwaltung in Schwenningen vorgesehen war. „Die Vielfalt der Überlegungen kann eine Chance sein, aber genauso den roten Faden reißen lassen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende. Bestandteil der Machbarkeitsstudie sei die Frage, ob Museen und Galerie auch ins Rössle passen würden. Das wiederum hätte Auswirkungen auf das gerade erst vorgestellt Museumskonzept am Muslenplatz. „Ich bin der Meinung, dass neben der Verwaltung und der Bibliothek auch VHS und Galerie im Rössle untergebracht werden sollten.“ Der Abriss des Bestandsgebäudes sei noch offen. „Bevor wir da einen Leerstand haben, sollte die Galerie rein.“

Das Heimatmuseum in Schwenningen ist nur noch selten geöffnet. Foto: Cornelia Hellweg

Konsens im Gemeinderat sei, dass das Rössle nicht so bleiben könne wie es ist. Was das im Ergebnis heißt – nach einer Ratssitzung im September soll die Marschrichtung klarer sein. „Wir haben für das Rössle viel Geld ausgegeben und sollten uns nicht verzetteln – und das immer mit dem Gedanken, da entsteht was Tolles. “ Für die Freifläche hinter dem Rössle gebe es viele Ideen, die von studentischem Wohnen bis hin zu einer neuen Kita reichten. Immerhin: Der Neubau der Kindertagesstätte am Mauthepark ist beschlossen. Allerdings geht es bei der Außenanlage noch darum, wo genau die hinkommt.

Was kommt und was nicht hängt am Geld. „Wir haben große Projekte im Portfolio. Wenn es bei Doppelhaushalt 2026/27 eng wird, dann wird’s nur klappen, wenn wir gemeinsam um Lösungen ringen“, sagt Dirk Sautter mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen. Vorbild ist für ihn der fraktionsübergreifende Kompromiss für den derzeit noch laufenden Doppelhaushalt.

Damals war das Aus für das Bürkareal beschlossen worden mit Blick auf andere Großprojekte, denen man mit Blick auf das Budget eine Priorität einräumte.