Der Gemeinderat stellt in der nächsten Sitzung nicht nur die Weichen für das ’s Rössle, sondern auch für andere Projekte in Schwenningen. Und die Pläne überraschen.
Nach dem Kauf durch die Stadt war es erst einmal ruhig geworden rund ums ehemalige Einkaufszentrum. Jetzt veröffentlicht die Verwaltung die Zukunftspläne, die auch andere wegweisende Projekte in Schwenningen betreffen – allerdings erst einen Tag vor der entscheidenden Sitzung des Gemeinderats, was nicht nur unsere Redaktion, sondern auch einige Stadträte und Bürger verwunderte.
Klar war seit Bekanntgabe der Kaufabsichten im März, dass aus einem ursprünglich anvisierten neuen Einkaufscenter nichts wird und stattdessen Teile der Verwaltung, Stadtbibliothek sowie möglicherweise die Volkshochschule (VHS) in einem Neubau Platz finden sollen.
Szenario Neubau
Als ein Handlungsszenario greift die Verwaltung in ihrer Vorlage diese Möglichkeit wieder auf – allerdings nicht an erster Stelle. Neben der Neuordnung der Verwaltung mit Einbezug von Bibliothek und VHS durch Abbruch und Neubau am Standort ’s Rössle soll das bisherige Bibliotheksgebäude zu einem Begegnungsraum und sogenannten Co-Working space umgebaut werden. Der Neubau eines Parkhauses zwischen Au- und Schützenstraße ist außerdem vorgesehen.
Szenario Umbau
Das Handlungsszenario, über das die Gemeinderäte zuerst entscheiden sollen, überrascht: Es sieht nämlich nur einen Umbau des Bestandsgebäudes vor. In diesem sollen künftig Verwaltung, Bibliothek, VHS sowie Co-working spaces, aber auch die Städtische Galerie und das Uhrenindustriemuseum untergebracht werden.
Laut Verwaltung ist diese Variante erst aktuell in der „politischen AG Rössle“ entwickelt worden und zieht zudem eine Machbarkeitsstudie mit sich, deren erste Stufe in der Gemeinderatssitzung vorgestellt werden soll. Ihr Ziel sei eine Optimierung und Bündelung der städtischen Einrichtungen einhergehend mit einer Reduzierung der Investitionskosten.
Wichtige Frist
Auf dieser Grundlage sollen auch die weiteren aktuellen Sanierungsziele und -projekte rund um die Schwenninger Innenstadt in der anstehenden Sitzung definiert und bestätigt werden.
Denn: Das bestehende Sanierungsgebiet Innenstadt Schwenningen muss mit einem entsprechenden Antrag im Rahmen der Städtebauförderung aufgestockt werden – Frist: 6. Oktober.
Es sieht vor, den „Transformationsprozess des Schwenninger Zentrums von der reinen Einzelhandelsagglomeration hin zu einer diversifizierten Nutzungsmischung ergänzt mit öffentlichen Dienstleistungsangeboten in der Innenstadt zu begleiten“, heißt es in der Vorlage. Die Neugestaltung des öffentlichen Raums soll zudem zur Attraktivitätssteigerung beitragen und mehr Frequenz in die Innenstadt bringen.
Viele Maßnahmen
Zu den Maßnahmen zählen neben ’s Rössle, Bibliothek, Neubau eines Parkhauses und Umsetzung Museum und Galerie – die Museen gelten allerdings nicht als Fördergegenstand – die Neugestaltung des Muslenplatzes, der ab 2029 saniert werden soll, und die Sanierung des Rathauses mit einer erhöhten Förderquote bis 51 Prozent.
Ebenso fallen die denkmalgeschützten Gebäude der VHS sowie der Janusz-Korczak-Schule, die möglicherweise abgerissen werden sollen, ins Sanierungsgebiet.
Bürkstraße im Fokus
Einen Blick werden die Stadträte auch in die Bürkstraße werfen: Dort gehört die geplante Kita, die sich schon in den Anfängen der Umsetzung befindet, ebenso zu den Maßnahmen wie das ehemalige DHBW-Gebäude Bürkstraße 1, das die Stadt vor Kurzem erworben hat. Die Verwaltung sieht vor, es abzureißen, um auf dem Grundstück das Außengelände der Kita zu platzieren.
Noch eine Entscheidung
Die Schwenninger Museen
Wenn sich die Stadträte in der Sitzung des Gemeinderats an diesem Mittwoch, 24. September, zwischen Neubau oder Umbau des ’s Rössle entscheiden, entscheiden sie möglicherweise auch über den künftigen Standort der Schwenninger Museen. Eigentlich hatte der Gemeinderat im Oktober 2024 den Plänen zugestimmt, Städtische Galerie und Uhrenindustriemuseum am Rand des Muslenplatzes (mit Einbezug des zu sanierenden Heimatmuseums-Gebäudes und einem Neubau dahinter) als neues Museumsquartier zusammenzuführen. Die Umbau-Variante des ’s Rössle sieht nun einen Einbezug beider Museen ins ehemalige Einkaufscenter vor. Diese Möglichkeit hatte die CDU-Fraktion bereits vor rund zwei Jahren für die Bespielung der ’s Rössle-Flächen ins Spiel gebracht. Laut Verwaltung gelten beide Museen aber nicht als Fördergegenstand.