In die Projekte der lang erwarteten Umgestaltung des Schiltachufers am Brestenberg und in die Neugestaltung des vorderen Rathausplatzes kommt Bewegung.
Das Sanierungsgebiet Sängerstraße/Brestenberg war für den früheren Fachbereichsleiter und Stadtplaner Rudolf Mager der Einstieg, um die Innenstadt mit einem ersten Baustein des „blauen Bandes“, einer revitalisierten Schiltach, aufzuwerten.
Beim Abschiedsgespräch mit unserer Redaktion im Sommer 2020, bevor er nach Rottweil zur Vorbereitung der Landesgartenschau wechselte, hatte er schon eine fertige Planung auf dem Tisch liegen.
Diese sollte Stadtplaner Bent Liebrich im Herbst 2020 dem Gemeinderat vorlegen. Dazu kam es nicht. Die Stadtverwaltung verschob den Termin auf das Frühjahr 2021. Einem Planungsbüro sei es aber gelungen, die Erfordernisse der Da-Bach-na-Fahrt mit den anderen Bedingungen zu verbinden. Bis heute schaffte es die konkrete Planung nicht auf die Tagesordnung der Ausschüsse oder des Gemeinderats.
Neue Brücke über die Schiltach
„In Bezug auf das Sanierungsgebiet Brestenberg und die Renaturierung der Schiltach können wir derzeit leider noch nicht sagen, wann es genau weitergeht“, teilte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr auf die Anfrage unserer Redaktion mit. Wie früher schon mitgeteilt, brauche es noch einiges an Grunderwerb. „Wir sind mit den Eigentümern im Gespräch und hoffen auf eine baldige Einigung“, fügte Eisenlohr hinzu.
Damit sind nicht nur die Parkplätze entlang des linken Schiltachufers gemeint, sondern auch am rechten Ufer das kleine Gebäude der Hauptstraße 20 (frühere Buchhandlung Maier/Glenz, heute Immobilien Wolf). Dieses Gebäude spielt nicht nur eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des rechten Schiltachufers und dem Zugang dazu, sondern auch bei der Neugestaltung des Rathausplatzes.
Diese sieht ein Abriss des Gebäudes und eine neue Querung (Brücke) über die Schiltach direkt vom Rathausplatz, beziehungsweise von der Hauptstraße aus, vor. Dadurch ergäbe sich auch eine durchgehende Blickachse vom Eingang zum Park der Zeiten bis zur anderen Seite der Schiltach.
Gespräche laufen
Eine Anfrage unserer Redaktion beim Eigentümer des Gebäudes ergab, dass die Verhandlungen mit der Stadt noch nicht abgeschlossen sind.
Zu den Parkplätzen am linken Schiltachufer teilte Clemens Maurer als Mitglied der Eigentümerfamilie mit, dazu seien schon seit einiger Zeit Gespräche mit der Stadt geführt worden. Von seiner Seite sei ein grundsätzliches Einverständnis bekundet worden, man warte aber noch auf die konkrete Planung, die man sich dann anschauen müsse.
Konkreteres zum zeitlichen Fortgang gibt es bei dem anderen Projekt: „Für die Neugestaltung des Rathausplatzes liegen unserem Fachbereich 4 inzwischen Entwürfe vor, die wir noch dieses Jahr in einer Gemeinderatssitzung vorstellen möchten“, kündigte Eisenlohr an. „Die Sitzungen im Herbst sind aufgrund anderer Themen schon ziemlich voll, daher können wir noch kein genaues Datum nennen“, ergänzte Eisenlohr.
Inwieweit eine Aufwertung der Innenstadt durch solche Projekte neue Leerstände an Gewerberäumen verhindert oder gar zu Neueröffnungen führt, ist offen. Es ist bereits einiges gemacht worden, was dem Stadtzentrum gut getan hat – die schon zur Amtszeit von Oberbürgermeister Thomas Herzog angeschobene Sanierung der Marktstraße, der Steige und des Hirsoner Platzes zum Beispiel.
Problem Leerstand
Doch zur Zeit gibt es in der Fußgängerzone zwischen Narrenbrunnen und Rathausplatz noch sieben Leerstände, nachdem kürzlich „Rothschicht“ als Pop-Up-Geschäft eröffnete. Nachdem der Schraivogel geschlossen hat, sind es wieder acht. Ein verändertes Kaufverhalten durch das Internet dürfte dafür wesentlicher Faktor sein. Eine Entwicklung, die Schramberg mit vielen Städten teilt.
Aber eine Aufwertung der Innenstadt durch ein für die Freizeit erschlossenes Schiltachufer und einen noch schöner als bisher gestalteten Rathausvorplatz dürften beim Gegensteuern helfen.