Blick auf Rottweil mit seiner am Neckar gelegen Au. Dort wird derzeit von der Stadt und privaten Bauherren viel Geld in die Hand genommen. Foto: Alt

In der Au in Rottweil landet seit fünf Jahren viel Geld aus der Städtebauförderung. Von dieser Entwicklungshilfe profitieren Privatleute und Stadt gleichermaßen.

Das Sanierungsgebiet in der Au gibt es seit fünf Jahren. Zweimal wurde das Gebiet erweitert, private und kommunale Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen konnten so angestoßen werden. Und mit 1,6 Millionen Euro liegen auch noch aktuell ausreichend Finanzmittel für weitere private und kommunale Maßnahmen bereit.

 

Wie die Verwaltung im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr (UBV) berichtete, konnte die Stadt 2024 dank des Programms erste Grunderwerbe ehemaliger ENRW-Flächen in der Au vornehmen, ebenso Grundstücksteilflächen erwerben und Ordnungsmaßnahmen für die Verkehrsplanung vornehmen, mit der wiederum Grunderwerbe zusammenhängen.

Laufende Projekte der Stadt, die mit Fördermitteln aus dem Sanierungsgebiet zusammenhängen, sind: die Erneuerung der Fußwegverbindung Schindelbrücke in der Au und Viadukt, die Sanierung der Schindelbrücke (Planung), der Bebauungsplan Landesgartenschau und die Planung der Sanierung der Zufahrt zur Dreher’schen Mühle.

Zeit der Umsetzung

Maßnahmen, die für 2026 angesetzt sind, wären: die bauliche Umsetzung der Zufahrt zur Dreher’schen Mühle, die bauliche Umsetzung der Schindelbrückensanierung, der Bau einer öffentlichen Toilettenanlage beim Grillplatz in der Au und die Aufwertung des „alten Handelswegs“, der von der ehemaligen B 27 hinunter zu Dreher’schen Mühle führt.

Ein großer Pluspunkt im Hinblick auf das ehemalige ENRW-Gelände in der Au ist, dass es Dank des Sanierungsgebiets möglich wurde, für das Gebäude „In der Au 5“ einen höhern Fördersatz zu erhalten. Im Oktober gab der UBV grünes Licht, den Bau als Kulturdenkmal und ortsbildprägendes Gebäude auszuweisen. Damit kletterte die Förderobergrenze von 100 000 Euro auf 200 000 Euro.

Viele private Investitionen

Besonders erfreulich: die mit dem Sanierungsgebiet einhergehenden Möglichkeiten nutzen auch viele Privatleute. Seit Beginn 2020 wurden fünf private Wohngebäude – überwiegend Einfamilienhäuser – umfassend modernisiert. Darunter die denkmalgeschützte Dreher’sche Mühle. Aktuell befinden sich laut Verwaltung sechs Privatgebäude in der Modernisierung. Zwei Gebäude wurden abgebrochen und auf dem Grundstück je ein Neubau realisiert. Zwei weitere private Modernisierungsvereinbarungen befinden sich in Vorbereitung.

Ein kurzer Blick auf das zweite erfolgreiche Sanierungsgebiet in der Innenstadt zeigt, dass auch dort rege von den Mitteln aus der Städtebauförderung Gebrauch gemacht wird. Oder wie Bürgermeisterin Ines Gaehn es in der Sitzung formulierte: „Da ist richtig Musik drin.“

Sechs Millionen benötigt

In Zahlen ausgedrückt wurden von privater Seite durch das Sanierungsgebiet in der Au etwas mehr als zwei Millionen Euro investiert. Die dafür mit der Stadt vereinbarten Zuschüsse belaufen sich auf über 390 000 Euro. Bei den Neubaumaßnahmen (inklusive Abbrüche) wurden von Privateigentümern 1,2 Millionen Euro in die Hand genommen, Zuschüsse aus der Städtebauförderung in Höhe von 40 000 Euro wurden in diesem Zusammenhang ausbezahlt.

Bei der Umsetzung aller im Gebiet geplanten Maßnahmen wird ein Förderrahmen in Höhe von knapp sechs Millionen Euro benötigt. Dabei tragen Bund und Land 60, die Stadt 40 Prozent.

Ob es nach 2024 erneut einen Aufstockungsantrag geben wird, soll 2026 geprüft werden. Weitere Finanzhilfen würden in der Regel dann gewährt, wenn Maßnahmen im Gebiet umgesetzt und Fördermittel beim Ministerium zeitnah abgerufen wurden, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. Mit der Landesgartenschau im Nacken dürfte das kein Problem sein.