Verschiedene Gegenstände können nun in der Kanderner Bibliothek entliehen werden. Foto: Gudrun Gehr

Die neue Bibliothekarin in Kandern, Ida Müller, ist seit November im Amt und hat bereits neue Ideen entwickelt.

Ihr Anliegen war die Erweiterung des klassischen Bibliothekenkonzepts um die Verleihung von alltagsnahen Gegenständen für „Do-it-yourself“, Freizeit und innovative Projekte. Nunmehr gibt es – per Nutzungsvertrag – in der Stadtbücherei nicht nur Bücher und Medien zur Ausleihe.

 

Ida Müller hatte die zündende Idee und hat diese auch noch rechtzeitig vor ihrer Elternzeit, die diese Woche beginnt, gestartet. In der „Bibliothek der Dinge“ kann der Nutzer jetzt für zwei Wochen Geräte ausleihen, die vom Bibliothekenteam speziell angeschafft wurden. Darunter befinden sich eine Tonie-Hörspielbox, eine Sofortbildkamera im Retrodesign, eine Eis-, Näh- oder Popcornmaschine, ein Dörrapparat oder ein Raclette-Gerät. Auch stehen ein Energiemessgerät, Spiele wie ein „Wikinger-Schach“, ein Werkzeugkasten, ein Laminiergerät, eine Dart-Scheibe, eine elektrische Töpferscheibe, ein Zimmer-Planetarium und noch vieles mehr zum Ausleihen bereit.

Bei der Eröffnungsveranstaltung in der Stadtbücherei erschienen rund 20 interessierte Gäste. „Wir freuen uns, Ihnen das neue Projekt des ILE Markgräflerland präsentieren zu können“, sagte Müller. Hier konnte eine Förderkulisse für Kleinprojekte innerhalb einer Initiative von Kandern, Schliengen und Bad Bellingen realisiert werden. Das gemeinsame Ziel sei ein nachhaltiger ländlicher Raum, in dem Leben, Arbeiten, Natur und Erholung gleichermaßen Platz finden.

Idee wird gefördert

Anfang 2024 wurde im Rahmen der Förderkulisse „Integrierte ländliche Entwicklung“ (ILE) ein Regionalmanagement eingerichtet. Die entsprechenden Regionalmanager, darunter die bei der Veranstaltung anwesende Susanne Miethaner, unterstützen bei der Entwicklung von Projektideen und bei der Beschaffung geeigneter Fördermittel. Das Land hatte bereits Fördermittel für die ILE-Kulisse in Höhe von 125 000 Euro bereitgestellt. Damit können Kleinförderprojekte unterstützt werden, die den Handlungsfeldern des Ilek (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) zugeordnet werden können.

„Wir sind froh, dass unser Projekt bewilligt wurde, daher haben sich die Kosten für uns gering gehalten“, fuhr Müller fort. Bürgermeisterin Simone Penner sagte: „Die Idee von Ida hat uns eigentlich gerettet. ILE ist ein Projekt, das schon einige Jahre läuft, aber sich noch nicht richtig in den Ortsteilen etabliert hat.“ Eine Kommune könne nur dann kreativ sein, wenn sie solche Unterstützer wie Ida Müller habe. „Ich bin total stolz auf solche Menschen mit solch guten Ideen“, betonte Penner.

Mit örtlichen Händlern

Wichtig sei es für die Kommune, mutig zu sein und auch etwas Neues auszuprobieren. Der Dank der Bürgermeisterin galt dem Team der Bibliothek und vom ILE für die Stellung des Förderantrags. Bei der Beschaffung der Gegenstände habe man darauf geachtet, örtliche Händler einzubeziehen.

Eine weitere Idee soll im Frühjahr mit dem Verleih von Saatgut umgesetzt werden.

Simone Penner stellte auch die Elternzeit-Vertretung von Ida Müller vor: die 25-jährige Sarah Schulte aus Schallbach. Ihr Vertretungszeitraum dauert bis Ende Januar 2027.