Bringt das Weiterbau der B 523 eine Verkehrsentlastung im VS-Stadtgebiet? (Symbolfoto) Foto: disq - stock.adobe.com

Die Stadt VS signalisiert Zustimmung für die jetzt vom Regierungspräsidium Freiburg vorgeschlagene Trassenführung für den Weiterbau der B 523. Das sind die Gründe.

Die Stadt Villingen-Schwenningen gehört zu den Gründungsmitgliedern der Interessengemeinschaft (IG) Lückenschluss. Die IG setzt sich seit Jahren für den Weiterbau der Bundesstraße 523 ein. Mit der Planung dieser Trasse tritt das Vorhaben in eine konkretere Phase ein – auch wenn weiterhin offen bleibt, wann der Plan wie genau umgesetzt wird.

 

Das Regierungspräsidium Freiburg veröffentlichte kürzlich seinen Vorschlag für einen Trassenverlauf. Auf Anfrage signalisiert die Stadt VS Zustimmung zu dieser Planung, zu der im Vorfeld einige öffentliche Informationsveranstaltungen im Stadtgebiet stattgefunden hatten.

„In Summe unterstützt die Stadt Villingen-Schwenningen die gewählte Vorzugsvariante vorbehaltlich der noch ausstehenden Entwurfsplanung, insbesondere im Hinblick auf Umweltbelange und naturschutzrechtliche Vorgaben. Eine frühzeitige und transparente Kommunikation der weiteren Planungsschritte mit Stadtverwaltung und Öffentlichkeit wird ausdrücklich befürwortet“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Bedenken

Kritisch gesehen wird allerdings, dass die Landesstraße 178 und Kreisstraße 5709 nicht an die neue B 523 angebunden werden sollen. „Dies kann zu Verkehrsverlagerungen auf untergeordnete Straßen führen und schränkt die Direktanbindung insbesondere aus südlichen und östlichen Richtungen ein“, so die Bedenken der Stadt. Die langfristigen Auswirkungen auf das nachgeordnete Netz müsse man dann beobachten. Prinzipiell begrüßt die Stadt „das Vorhaben einer durchgehenden Ost-Wet-Verbindung durch den Lückenschluss der B 523 ausdrücklich“.

Durch den Lückenschluss würden bestehende Straßen entlastet. Diesen Effekt sieht man vor allem für den Nordring Villingen, die Ortschaften Weilersbach und Obereschach sowie Streckenabschnitte im innerstädtischen Straßennetz. „Laut Verkehrsuntersuchung ist in einzelnen Ortsdurchfahrten eine Reduktion der Verkehrsbelastung um bis zu 50 Prozent... zu erwarten.“

Durch die verbesserte Erschließung werde die städtebauliche Entwicklung im Zentralbereich der Stadt, unter anderem in Lämmlisgrund, der Salzgrube und im Umfeld des geplanten Freizeitbads, „deutlich begünstigt“. Dies betreffe sowohl die Wohnraumentwicklung als auch gewerbliche Potenziale.

Die Netzfunktion

Die Bündelung des Durchgangsverkehrs auf die neue Trasse reduziert aus Sicht der Stadt das Unfallrisiko in den betroffenen Stadt- und Ortsteilen und „schafft insgesamt eine höhere Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld“. Mit Blick auf die regionalen und überregionalen Verkehrsströme geht man bei der Stadt davon aus, dass die durchgehende Anbindung der B 523 an die B 33 „die Netzfunktion als großräumige Ost-West-Verbindung zwischen der A 81 und der A 5 stärkt und dadurch nicht nur Villingen-Schwenningen, sondern auch angrenzende Kommunen und Landstraßen entlastet“. Neben BUND, und der Friday-for-Future-Ortsgruppe hat sich inzwischen auch die Bürgerinitiative „Nordzubringer“ zu Wort gemeldet. Hier wird unter anderem angemerkt, dass umweltschutz- und artenrechtliche Bedenken noch nicht ausgeräumt seien. Die vorgeschlagene Trasse am Bereich „Ziegelei“ sei die kostengünstigste und führe am nächsten an den Wohngebieten Haslach und Wöschhalde vorbei. Die Gesamtkosten seien zu hoch.

Das ist die vorgeschlagene Trasse

Das Regierungspräsidium Freiburg
 schlägt folgende „Vorzugsvariante der Ortsumfahrung VS“ vor: Die B 523 wird untergeordnet über ein sogenanntes halbes Kleeblatt an die B 33 angeschlossen. Die zunächst bevorzugte Anschlussform, bei der die B 33 von Norden direkt nach Osten als B 523 geführt worden wäre, könne aufgrund der hohen Kosten nicht weiterverfolgt werden. Im weiteren Verlauf der B 523 nach Osten verläuft die vorgeschlagene Trasse südlich der alten Ziegelei. Die L 178 und die K 5709 erhalten keinen Anschluss an die neue Bundesstraße. Am Anschluss an den ersten Bauabschnitt wird der bestehende Anschluss der B 523 an die K 5707 (Weilersbacher Straße) zurückgebaut und gemeinsam mit der Querspange zum Nordring an die B 523 angeschlossen