Geht es nach Verwaltung und Gemeinderat, sind hier bald mehr Fahrräder und weniger Autos unterwegs. Foto: Biermayer

Um die Menschen dazu zu bewegen, dass Auto auch mal stehen zu lassen, müssen ihnen Alternativen bereitstehen. Diese Erkenntnis hat sich im Bad Liebenzeller Gemeinderat in der jüngsten Sitzung durchgesetzt. Das Gremium beschloss den Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune (AGFK).

Bad Liebenzell - Diese wurde vor rund zehn Jahren mit Unterstützung der Landesregierung gegründet. Mittlerweile gehören rund 80 Gemeinden und Landkreise aus ganz Baden-Württemberg diesem Netzwerk an. Die AGFK bietet Mitgliedern Erfahrungs- und Informationsaustausch, Hilfe durch Experten, die Teilnahme an Modellprojekten oder Zugang zu Fördergeldern. Die Stadt Bad Liebenzell muss dafür 1000 Euro im Jahr bezahlen.

Mehrere Vorgaben sind zu erfüllen

Um bei der AFGK Mitglied zu werden, muss die Kommune aber auch Vorgaben erfüllen. So muss sie zumindest anstreben, die Landesauszeichnung "fahrradfreundliche Kommune" zu erlangen, wie Hauptamtsleiter Werner Komenda erklärte.

Bad Liebenzell wäre bisher die einzige Gemeinde mit dieser Auszeichnung im Landkreis. Zusätzlich wolle man zudem noch "fußgängerfreundliche Kommune" werden, so Komenda weiter.

Um die Auszeichnung zu erhalten, muss die Stadt eine Checkliste erfüllen. Lückenlose Verbindungen für den Alltags- und Freizeitradverkehr gehören dazu, ebenso Verbindung mit regionalen Radwegenetzen. Auch das Fahrradparken und eine Verknüpfung mit dem ÖPNV stehen auf dieser Checkliste. Zudem muss eine aktuelle Radverkehrszählung vorliegen und der Verkehr soll für Radfahrer sicherer gestaltet werden.

Das Vorhaben stieß im Gemeinderat rundum auf Zustimmung. Sebastian Kopp (UL) erklärte seine generelle Unterstützung, machte jedoch klar, dass die Maßnahmen viel Geld kosten werden. Komenda entgegnete, das es viele Einzelmaßnahmen seien und es eine "langfristige Geschichte" sei. Deshalb könne man flexibel und der Finanzlage angepasst vorgehen.

Erich Grießhaber (Grüne) gab zu, dass die Topographie in der Kommune für den Fahrradverkehr nicht gerade optimal sei. Trotzdem sei es wichtig, ein Augenmerk auf die Thematik zu legen. Von einer "feinen Sache" sprach Maik Volz (CDU). Allerdings hatte er seine Probleme mit der aus seine Sicht zu umfangreichen Checkliste.

"Bad Liebenzell ist bei diesem Thema im Landkreis vorne dabei", so Bürgermeister Dietmar Fischer. Er bedankte sich dafür beim Landkreis, welcher die Kommune immer wieder unterstütze. So seien diesbezüglich schon einige Fördermittel nach Bad Liebenzell geflossen.

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